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Hinduismus und Buddhismus weniger friedfertig als angenommen

12. November 2010 in Aktuelles, 7 Lesermeinungen
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Wissenschaftler: Religionsfragen spielen im Bürgerkrieg in Sri Lanka große Rolle.


Münster (kath.net/idea) Hinduismus und Buddhismus sind nach den Worten des Religionswissenschaftlers Prof. Perry Schmidt-Leukel (Münster) nicht so tolerant und friedfertig wie oft angenommen. „Religiöse Gewalt ist nicht auf Juden, Muslime und Christen beschränkt“, sagte er am 9. November in einer Vorlesung des Exzellenzclusters „Religion und Politik“ der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster.

Prof. Schmidt-Leukel ist Mitglied des von Prof. Gerd Althoff geleiteten Exzellenzclusters, in welchem rund 200 Wissenschaftler aus 20 Disziplinen und elf Ländern forschen. Sie untersuchen das Verhältnis zwischen Religion und Politik von der Antike bis zur Gegenwart.


Wie der Religionswissenschaftler weiter sagte, gebe es zwischen Buddhisten und Hindus viele Spannungen, die sie nur in einem offenen und selbstkritischen Dialog überwinden könnten. „Den wird es aber nicht geben, solange sie sich in der Illusion wiegen, eigentlich kein Problem miteinander zu haben“, so Schmidt-Leukel.

Religionsfragen spielten etwa im Bürgerkrieg zwischen hinduistischen Tamilen und buddhistischen Singhalesen in Sri Lanka eine wichtige Rolle. Die Verfassung des Inselstaates gebe dem Buddhismus eine Vorrangstellung. Dieser Anspruch sei tief in der buddhistischen Tradition Sri Lankas verwurzelt, der zufolge es dort – zum Schutz dieser Religion – nur buddhistische Regierungen geben dürfe.

Mit diesem Argument werde auf buddhistischer Seite auch heute noch der Krieg gegen die mehrheitlich hinduistischen Tamilen gerechtfertigt.

Auch in anderen südasiatischen Ländern lebten Buddhisten und Hindus keineswegs immer gleichberechtigt und friedlich zusammen. So habe beispielsweise die Verfassung in Nepal bis 2006 einseitig den Hinduismus als Staatsreligion begünstigt.

Und in Indien, dem Ursprungsland beider Religionen, sei der Buddhismus völlig untergegangen. Erst seit den 50er-Jahren des 20. Jahrhunderts gebe es dort wieder eine kleine, streng anti-hinduistisch orientierte buddhistische Minderheit.

Schmidt-Leukel: „Der Untergang des Buddhismus in Indien hängt auch mit den jahrhundertelangen Konflikten zwischen Hinduismus und Buddhismus zusammen, die sich zeitweise in blutigen Verfolgungen niederschlugen.“ Zur „langen, konfliktreichen und komplizierten Geschichte“ von Buddhismus und Hinduismus gehöre aber auch, dass sich die beiden Religionen gegenseitig stark beeinflussten und einander „gewissen Wahrheitselemente“ zuerkannten: „Doch die jeweils eigene Überlegenheit stand nie zur Diskussion.“


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Lesermeinungen

 Wulfspirit 13. November 2010 
 

Wir brauchen nicht mit Steinen zu werfen

Als Christen kennen wir alle auch die Gewalt, welche im Namen Christi, im Namen Mohameds oder Jahwes verübt wurde oder wird.

Die angebliche Gewaltlosigkeit von Hinduismus und Budhismus ist allerdings eine Wunschvorstellung, die scheinbar nur hier in Europa vorherrrscht.
Über den Umweg Yoga kam ich auch mit Hindus und deren Religion in Berührung. Es wird von diesen auch nicht verschwiegen oder unter den Teppich gekehrt, dass es bis heute Orden und Klöster sogenannter \"Nagababas\" gibt, die bewaffnet und kampfbereit sind um ihre Glaubensbrüder zu verteidigen und ihre Vorstellungen auch gewaltsam durch zusetzten.
Alle 12 Jahre findet zum Beispiel im nordindischen Haridwar ein Fest namens \"Kumbh Mela\" statt. Dieses wird von einem sehr großen Aufgebot indischen Militärs gesichert. Nicht nur um moslemische Übergriffe zu verhindern, sondern auch um Kämpfe zwischen verfeindeten Hinduströmungen zu unterbinden. Letztere können durchaus auch tötlich enden.
Ich war selbst in diesem Jahr zu o.g. Fest und hatte Gelegenheit mit Nagababas in Kontakt zu kommen.

Über den Buddismus weis ich weniger bescheid, allerdings gibt es bei ihnen Klöster in denen die Waffen besiegter Feinde ausgestellt werden. Wie sind sie wohl in den Besitz selbiger gekommen? Freiwillig und lebend hatten die Feinde ihre Waffen jedenfalls nicht abgegeben.

Zum Beispiel gehört zur Ausrüstung eines männlichen Sikh immer auch ein Dolch oder Säbel, bis heute. Auch das sind Waffen, keine Werkzeuge.

Es gibt aber eben auch viele Strömungen in diesen Religionen, welche Gwealt strikt ablehnen.

Öffnen wir einfach die Augen, statt zu träumen.


2
 
 Bastet 13. November 2010 

Felizitas Küble@
Ich weiß nicht ob Sie die \"Hochzeit\" des Irlandkonfliktes noch mit erlebt haben Ende des letzten Jahrtausends? Blutge Auseinandersetzungen zw. Protestanen u. Katholiken über Jahrzehte hinweg.
Ich bin kein Freund des Islams, doch muss man erkennen, dass der Nahostkonflikt nicht nur von den Palistinänsern geschürt wird.
Israel lässt auch nichts aus sh. wilde Siedlungsbauten im Westjordanland, Enteignung der Wohnhäuser v. Palistinänsern, Verweigerung des Zugangs der pal. Bevölkerung zu Krankenhäusern, Schulen und dem notwedigen Wasser.
Nicht zu vergessen der 30-jährige Glaubenskrieg 1618 - 1648 als des kaht. Frankreich geg. das kath. Österreich und die kath. Lande Deutschlands kämpfte.
Das sind nur einige Beispiele.


0
 
 SCHLEGL 12. November 2010 
 

@ Miles Christi

Mykrokosh hat Ihnen schon erklärt, was das zweite vatikanischen Konzil mit seinen Aussagen über die anderen Weltreligionen gelehrt hat, den Respekt vor Menschen und ihrer Überzeugung, auch wenn diese falsch ist! Sowohl die so genannte Primärreligionen, wie auch die beiden fernöstlichen Religionen, sind Weg von unten, Versuche des Menschen sich dem Geheimnis Gottes des Schöpfers anzunähern (das kann man übrigens bei dem berühmten Schweizer Theologen Hans Urs von Balthasar nachlesen).. Der einzige Weg von OBEN ist die Offenbarung Gottes im Alten und im Neuen Testament. In seinem Mensch gewordenen Sohn Jesus Christus, hat Gott endgültig zu den Menschen gesprochen. So kann Christus sagen: \"Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben und niemand kommt zum Vater, außer durch mich.\" Msgr. Franz Schlegl


3
 
  12. November 2010 
 

@ Miles Christi

Das 2. Vatikanum hat vollkommen recht gehabt, denn alle Religionen sind menschliche Versuche, zu Gott zu gelangen, auch wenn das Christentum - umgekehrt - der einzige Weg Gottes zu den Menschen ist und deswegen Jesus der einzige Weg zum Vater ist. Hochachtung vor anderen Religionen ist in erster Linie ein Respekt vor menschlicher Würde ihrer Angehörigen (sie sind auch ein Abbild ihres und unseres Schöpfers) und vor der Sehnsucht des Menschen nach Gott, nicht etwa vor den Götzen dieser Religionen. Das Falsche in anderen Religionen können wir nicht annehmen, aber es gilt auch umgekehrt - das Wahre in ihnen dürfen wir nicht ablehnen.


3
 
 Miles Christi 12. November 2010 
 

Ich kenn mich nicht mehr aus

Auch diesen beiden heidnischen Religionen spricht doch das hochheilige II. Vatikanum Respekt und Hochachtung aus. Sollten sich da neue Erkenntnisse breitmachen, die dieses einzigartige Konzil hinterfragen?


1
 
  12. November 2010 
 

Friedliche Religionen, aber eine blutige Realität ?

Nicht nur das Verhältnis zwischen diesen beiden Religionen, sondern auch ihr Verhältnis zu anderen Religionen muss unter die Lupe genommen werden. Nicht außer Acht gelassen werden darf auch die Frage nach der Gewalt innerhalb der Gesellschaften, in welchen diese Religionen dominieren.
Und dann werden wir sehen, dass z. B. die angebliche Gewaltlosigkeit des Buddhismus ein Mythos ist. Überwiegend buddhistische Japaner haben im 2. Weltkrieg schreckliche Verbrechen an teilweise ebenfalls buddhistischen Koreanern und Chinesen begangen, die nominell buddhistischen Regierungen Thailands und Myanmars ließen auf ebenfalls buddhistische Demonstranten schießen usw.
Die Hindu-Fundamentalisten in Indien verfolgen und ermorden Christen, ganz zu schweigen von Gewaltausbrüchen zwischen Hindus und Moslems.
Die eigentliche Frage aber ist, inwieweit diese Gewalt politisch bzw. religiös motiviert ist. Denn was Hindus oder Buddhisten tun, muss nicht notwendigerweise von ihrer Religion abgesegnet sein. Diese Frage zu klären, ist eine Aufgabe von Fachleuten in der Religionswissenschaft.


2
 
 Felizitas Küble 12. November 2010 
 

Gewalt von Juden und Christen?

Es ist zwar nichts Neues, aber immerhin zutreffend, wenn der Münsteraner Religionswissenschaftler auf das gewalttätige Potential hinweist, das auch vom Hinduismus und Buddhismus ausgehen kann.

Gleichwohl habe ich kein Verständnis für seine folgende Ausage:
„Religiöse Gewalt ist nicht auf Juden, Muslime und Christen beschränkt.\"

Wo gibt es denn religiöse Gewalt seitens der Juden und Christen?
Kann uns der Herr Professor darüber aufklären???
Wie kommt er dazu, Juden und Christen insoweit mit Moslems gleichzusetzen?!


3
 

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