Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Deutsche Bischofskonferenz beschließt: Man will in Rom um Erlaubnis für Laienpredigt bitten
  2. Brasilianischer Erzbischof droht Teilnehmern an der Alten Messe Exkommunikation an
  3. Ist die Zeit der Barmherzigkeit bald vorbei? Stehen wir kurz vor der Zeit des Gerichts?
  4. Möge die Versöhnung der Kirche in Deutschland gelingen
  5. "Alle Iraner feiern. Die schlimmsten Menschen der Welt weinen"
  6. Toni Faber und der Zölibat - Beschwerdewelle gegen Wiener Dompfarrer
  7. Um Gottes willen: „die Waffen nieder“ – Kardinal Brandmüllers Ruf zur liturgischen Vernunft
  8. Die Wahl von Bischof Heiner Wilmer zum DBK-Vorsitzenden „ist ein echtes Hoffnungszeichen“
  9. „Gemeinnutz vor Eigennutz“: Bischof erntet Kritik für NS-Vergleich in Richtung AfD
  10. "Deutsche Kirchen" ersetzen spirituelle Dimension der Fastenzeit durch weltanschauliche Agitation
  11. Papst antwortet auf Leserbrief eines Atheisten
  12. 'Ein Katholizismus ohne Beichte ist wie ein Krankenhaus ohne Medikamente'
  13. Ein Gott, der nichts mehr verlangt
  14. "Mit Hitler hat es keinen vernünftigen, authentischen und verantwortungsvollen Dialog gegeben!"
  15. Kärntner Ordinaritaskanzler: Rechthaberei in der Kirche überwinden

'In London ist heutzutage die Mehrheit der Kirchgänger schwarz'

22. Oktober 2010 in Weltkirche, 4 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Religionssoziologe Joas: Migration belebt Christentum in Europa


Berlin (kath.net/KAP) Die Migration nach Europa hat nach Überzeugung des Erfurter Religionssoziologen Hans Joas auch "belebende Wirkungen" für das Christentum. Es gebe derzeit "erstaunlich wenig Sensibilität für die Bedeutung christlicher Migration nach Europa", sagte Joas am Dienstag in Berlin. Sie könne dazu beitragen, dass die Säkularisierung in Europa wieder an Kraft verliere. Der Leiter des Max-Weber-Kollegs für kultur- und sozialwissenschaftliche Studien der Universität Erfurt äußerte sich bei der 55. Gesamtkonferenz der katholischen Militärgeistlichen und Pastoralreferenten.

Nach Meinung des Religionssoziologen wird die Zuwanderung aus christlichen Teilen Afrikas ansteigen. Der Wissenschaftler verwies darauf, dass es beispielsweise in Großbritannien und Belgien einen hohen Anteil von Christen unter den Migranten gebe. In den Vorstädten von Paris seien in den vergangenen Jahren rund 250 neue protestantische Kirchenbauten entstanden. In London sei heutzutage die Mehrheit der Kirchgänger schwarz, führte Joas als Beispiele an.
Dieses intensive protestantische Christentum habe durchaus Rückwirkungen auf die katholische Kirche. So bemühe sich diese bewusst um eine "Re-Charismatisierung".


Joas betonte, die europäische Säkularisierung sei "nicht unumkehrbar". So zeige sich eine Revitalisierung des Glaubens in Teilen des postkommunistischen Europas sowie eine Wiederentdeckung religiös durchsetzter kultureller Wurzeln gerade in gebildeten Schichten. Heute redeten zwar alle über das Schrumpfen der konfessionellen Milieus in Europa, zugleich gebe es aber Anzeichen "für die Herausbildung eines überkonfessionellen christlichen Milieus". So sei nachweisbar, dass Christen nach wie vor überwiegend Christen heirateten, dabei dominiere aber nicht mehr die Orientierung an der Konfession, so Joas.

"Koran bedroht deutschen Rechtsstaat nicht"

Der Menschenrechtsexperte Heiner Bielefeldt warnte davor, in der Zuwanderungsdebatte den Akzent zu sehr auf den Islam zu legen; dieser sei nicht das Schlüsselthema. Neben Kultur und Religion seien auch andere Faktoren wie Bildung und wirtschaftliche Lage maßgeblich für die Integration. Vorschläge wie ein Burka-Verbot gingen in die falsche Richtung. Man sollte nicht mit strafrechtlicher Symbolpolitik Ghettos aufbauen, erklärte der Sonderberichterstatter des UN-Menschenrechtsrates für Religions- und Glaubensfreiheit. Von verpflichtenden Integrationskursen sei der größte Erfolg zu erwarten..

Im Koran sieht der Erlanger Menschenrechtsforscher keine Bedrohung für den deutschen Rechtsstaat: "Das ist natürlich kein Buch, das die Prinzipien des Grundgesetzes widerspiegelt", räumte er ein. "Einige Stellen widersprechen ihm sogar". Islamisches Recht gebiete es den Gläubigen aber, sich in einem fremden Land anzupassen und das dort geltende Recht zu achten. Wesentlich sei, wie muslimische Einwanderer den Koran interpretierten.

Bielefeldt wies daraufhin, dass der westliche Alltag das religiöse Bewusstsein von Muslimen verändern könne. Seiner Beobachtung nach hätten sich viele Migranten an die deutsche Gesellschaft "gewöhnt". Dies sei besonders deutlich bei denjenigen zu erkennen, die hierzulande aufgewachsen seien, deren Familien jedoch aus islamischen Ländern stammten, so Bielefeldt.



Copyright 2010 Katholische Presseagentur, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Ausländer

  1. Hirtenbrief zur Ehe bei Antidiskriminierungsbehörde angezeigt
  2. Schönborn besucht Flüchtlinge in Votivkirche
  3. Jesus hat als Kind persönlich die Erfahrung der Migration durchlebt
  4. Ausländer putzen auch zu nächtlicher Stunde die U-Bahnsteige
  5. 'Alles, was nach Menschenverachtung riecht, ist abzustellen'
  6. ‚In der Kirche gibt es keine Einheimischen und Ausländer’
  7. Soll man 'Nackt-Tests' zur Einreisebedingung machen?
  8. 'Integration fördern – Zusammenleben gestalten'
  9. Papst-Botschaft zum 'Welttag der Migranten und Flüchtlinge'
  10. Ablehnung der Asylinitiative: Schweizer Bischöfe sind erleichtert







Top-15

meist-gelesen

  1. ISLAND im SOMMER - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  2. Oktober 2026 - Wunderbares SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  3. Deutsche Bischofskonferenz beschließt: Man will in Rom um Erlaubnis für Laienpredigt bitten
  4. "Alle Iraner feiern. Die schlimmsten Menschen der Welt weinen"
  5. Die Wahl von Bischof Heiner Wilmer zum DBK-Vorsitzenden „ist ein echtes Hoffnungszeichen“
  6. Toni Faber und der Zölibat - Beschwerdewelle gegen Wiener Dompfarrer
  7. "Europa hat die Gefahr der islamischen Republik Iran noch immer nicht begriffen"
  8. "Deutsche Kirchen" ersetzen spirituelle Dimension der Fastenzeit durch weltanschauliche Agitation
  9. "Mit Hitler hat es keinen vernünftigen, authentischen und verantwortungsvollen Dialog gegeben!"
  10. Um Gottes willen: „die Waffen nieder“ – Kardinal Brandmüllers Ruf zur liturgischen Vernunft
  11. Bischof Erik Varden bei Fastenexerzitien im Vatikan: „Tausende fallen“
  12. Ist die Zeit der Barmherzigkeit bald vorbei? Stehen wir kurz vor der Zeit des Gerichts?
  13. Möge die Versöhnung der Kirche in Deutschland gelingen
  14. Mexiko in Angst: Priester spenden auf einem Dach eucharistischen Segen
  15. 'Ein Katholizismus ohne Beichte ist wie ein Krankenhaus ohne Medikamente'

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz