Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Endgültiger Bruch mit Rom droht: Priesterbruderschaft St. Pius X. kündigt Bischofsweihen an
  2. Der Vatikan ist in Kontakt mit der Bruderschaft St. Pius X., um eine Spaltung zu vermeiden
  3. Theologe Johannes Hartl: „Woher kommt dieses Konglomerat an Denken, das sich ‚liberal‘ nennt?“
  4. Bischöfe und Funktionäre im Paralleluniversum
  5. Kardinal Müller: „Von der ‚Kirche des Franziskus‘ zu sprechen“, „das ist für mich eine Häresie“
  6. Kard. Müller nach Gespräch mit Papst Leo: „Atmosphäre ist von wechselseitigem Vertrauen bestimmt“
  7. Öffentlich-rechtlicher Sender SWR konfrontiert Ordensfrau mit obszöner Frage
  8. Hunderte Einsprüche gegen Pfarrauflösung in der Diözese Linz - Keine Antworten aus Rom
  9. Bischof von Cordoba: Priester durften bei Zugsunglück Sterbesakramente nicht spenden
  10. Bischof Oster: „In der Sache selbst war ich ja in mehrfacher Hinsicht kritisch“
  11. „Weitergabe des Glaubens von Generation zu Generation scheiterte, Neuevangelisierung ist notwendig“
  12. Papst Leo XIV.: 'Abtreibung ist der größte Zerstörer des Friedens'
  13. Medienkrise verschärft sich: Dramatische Auflagenverluste für Tageszeitungen in Deutschland
  14. Massive Medienvorwürfe gegen den Priester Wolfgang Rothe als Mitglied des Betroffenenbeirats
  15. Schwere Zensur-Vorwürfe aus den USA: EU unterdrückt die Meinungsfreiheit

Nigerianischer Bischof: Religion nicht instrumentalisieren

2. Juni 2010 in Weltkirche, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Bischof Onaiyekan: Um die vorkommenden Kämpfe zwischen Christen und Muslimen einzudämmen, bedürfe es eines interreligiösen Dialogs des gegenseitigen Respekts. Prälat Obiora Ike: Religion meist nicht Ursache für Streit


Abuja (kath.net/KIN) Mit Blick auf die wiederholt auftretenden gewalttätigen Konflikte zwischen Christen und Muslimen in seinem Land hat der Erzbischof der zentralnigerianischen Stadt Abuja, John Onaiyekan, vor einer Instrumentalisierung der Religion gewarnt. Bei einer Veranstaltung des weltweiten katholischen Hilfswerks „Kirche in Not“ in der Akademie Klausenhof in Hamminkeln-Dingden (Kreis Wesel) sagte er, dass das bürgerliche Strafrecht für alle Nigerianer gleich gelte und darüber hinaus in bestimmten Regionen des Landes kein weiteres bestehen sollte.

Nach Angaben von „Kirche in Not“ ist in zwölf Bundesstaaten im Norden Nigerias die Scharia, das religiös begründete Gesetz des Islam, eingeführt worden. Der Bischof sagte, dass die nigerianische Bischofskonferenz die Einführung der Scharia zwar als Gewohnheitsrecht respektiere, aber als eine allgemeingültige Gesetzgebung für alle Einwohner Nigerias ablehne.


Der Anteil der christlichen und muslimischen Gläubigen in dem afrikanischen Land ist laut „Kirche in Not“ mit jeweils 70 Millionen ähnlich groß. Aufgrund der hohen Geburtenrate im Land wachsen sowohl das Christentum als auch der Islam.

Während der vergleichsweise wohlhabende Süden Nigerias mehrheitlich christlich geprägt ist, leben Muslime vor allem im Norden des Landes. In Zukunft müsse man daher an einem starken, gemeinsamen Nigeria arbeiten, betonte Erzbischof Onaiyekan. Er verglich die Situation mit siamesischen Zwillingen: Wenn man sie gewaltsam voneinander trenne, stürben beide.

Um die immer wieder vorkommenden teilweise gewalttätigen Kämpfe zwischen beiden Religionsgruppen einzudämmen, bedürfe es eines interreligiösen Dialogs des gegenseitigen Respekts. Erzbischof Onaiyekan berichtete, dass dieser höchste Priorität in Nigeria habe, da es in keinem anderen Land der Welt eine ähnliche Situation mit fast gleich großen christlichen und muslimischen Bevölkerungsanteilen gebe. In der Ausbildung von Priestern und Katecheten werde daher besonders auf die Information über die anderen Religionen geachtet. Seit neun Jahren gebe es auch einen interreligiösen Rat, in dem Christen und Muslime über gemeinsame Ziele diskutierten.

Auch wenn man bereits vieles erreicht habe, sei man weiterhin auf die Hilfe der internationalen Gesellschaft und Hilfswerke angewiesen, betonte Prälat Prof. Obiora Ike aus der südnigerianischen Stadt Enugu. Trotz des Erdölreichtums im Land gebe es viele arme Menschen. Man brauche weiterhin die Unterstützung vor allem beim Aufbau der Entwicklungshilfe und Infrastruktur sowie bei Gesprächen zur sozialen Gerechtigkeit.

Prälat Ike kritisierte die teilweise nicht korrekt wiedergegebene Berichterstattung der westlichen Medien über das Verhältnis von Muslimen und Christen in Nigeria. Ein oft aus privaten Gründen entstandener Streit zwischen Gläubigen beider Religionen werde zu einem Religionskonflikt hochstilisiert. In Wirklichkeit sei das Verhältnis der Gläubigen beider Weltreligionen im Alltag überwiegend friedlich. "Es geht nicht um eine religiöse Identität, sondern um die Menschen insgesamt", sagte Ike. Schließlich sei auch dem Islam die Achtung des Menschen und der Gerechtigkeit sowie der Respekt für die Schöpfung wichtig.

In den vergangenen Monaten kam es wiederholt zu heftigen, oft blutigen Konflikten zwischen Christen und Muslimen, vor allem rund um die zentralnigerianische Stadt Jos. Dabei kamen bereits mehrere hundert Menschen ums Leben.

Nigeria ist mit 150 Millionen Einwohnern das bevölkerungsreichste Land Afrikas. Christen und Muslime bilden etwa gleich große Bevölkerungsgruppen. Etwa vierzig Prozent der 70 Millionen Christen sind katholisch.

Foto: (c) Kirche in Not


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Afrika

  1. 'Wir sind bereit, willens und fähig, unsere große christliche Bevölkerung weltweit zu schützen!'
  2. Papst im Kongo eingetroffen
  3. 20 Tote bei islamistischem Terror-Angriff auf christliches Dorf in Nigeria
  4. Terrorismus breitet sich im Norden Mosambiks aus
  5. Kein Ende im orthodoxen Kirchenstreit um Afrika
  6. Äthiopien: Kämpfe um Tigray eskalieren
  7. Mosambik: Katechet rettet „Schatz“ seiner Pfarrei vor einem Terroranschlag
  8. Afrikanischer Kardinal: Christen sollen gegen ‚Homo-Ehe’ rebellieren
  9. Nigeria: 17-Jährige seit drei Jahren verschleppt
  10. Demokratische Republik Kongo: „Massaker folgt auf Massaker“






Top-15

meist-gelesen

  1. ISLAND-REISE - KOMMEN SIE MIT! - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  2. Endgültiger Bruch mit Rom droht: Priesterbruderschaft St. Pius X. kündigt Bischofsweihen an
  3. Oktober 2026 - Kommen Sie mit nach SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  4. Große kath.net-Leserreise nach Rom - Ostern 2027 - Mit P. Johannes Maria Schwarz
  5. Theologe Johannes Hartl: „Woher kommt dieses Konglomerat an Denken, das sich ‚liberal‘ nennt?“
  6. Kard. Müller nach Gespräch mit Papst Leo: „Atmosphäre ist von wechselseitigem Vertrauen bestimmt“
  7. Nach „Wort zum Sonntag“: Staatsanwaltschaft ermittelt weiter gegen Pastorin Behnken
  8. Kardinal Müller: „Von der ‚Kirche des Franziskus‘ zu sprechen“, „das ist für mich eine Häresie“
  9. Öffentlich-rechtlicher Sender SWR konfrontiert Ordensfrau mit obszöner Frage
  10. Papst Leo XIV.: 'Abtreibung ist der größte Zerstörer des Friedens'
  11. Bischöfe und Funktionäre im Paralleluniversum
  12. Bischof von Cordoba: Priester durften bei Zugsunglück Sterbesakramente nicht spenden
  13. Der Vatikan ist in Kontakt mit der Bruderschaft St. Pius X., um eine Spaltung zu vermeiden
  14. Berichte über neue Wunder des Hl. Charbel in den USA und im Libanon
  15. Massive Medienvorwürfe gegen den Priester Wolfgang Rothe als Mitglied des Betroffenenbeirats

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz