Login




oder neu registrieren?



Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:








Top-15

meist-diskutiert

  1. Papst Franziskus nimmt Rücktritt vom Erzbischof von Paris an!
  2. Hinkende Vergleiche mit tödlicher Wirkung
  3. Die Heerschau der Rosenkranzbeter hat begonnen!
  4. Kardinal Marx spricht sich für Impfpflicht aus - Glaubenskongregation dagegen!
  5. Erzbischof Gänswein übt scharfe Kritik am Synodalen Weg in Deutschland
  6. „Die Erscheinungen von Sievernich: Jesus spricht zur Kirche in Deutschland und zur ganzen Welt“
  7. Erzbistum Freiburg: 2G/3G-Gottesdienste nicht möglich wegen „Recht auf freie Religionsausübung“
  8. Jutta Ditfurth: „Bitte aber keine Lebensschützer-Begriffe verwenden, es war ein Fötus, kein Baby“
  9. Generalvikar: Corona-Trennung in „Geimpfte“ und „Nicht-Geimpfte“ darf keinen Einzug in Kirche halten
  10. Die 'Tagesschau' bejammert, dass zu wenige Ärzte ungeborene Kinder töten möchten
  11. Papst als „Häretiker“ beschimpft – Der Vorfall von Athen als ökumenisches Lehrstück?
  12. 'Gott steht auf unserer Seite! Man könne nicht Dauer gegen das Volk regieren!'
  13. Bei Flüchtlingen auf Lesbos
  14. Mediennetzwerk Pontifex fordert: Impfpflicht verhindern
  15. Angriff auf das Kreuz! - Schwerer Vandalismus in der Regensburger Pfarrkirche Heiliger Geist

Von der Wendung der Altäre ist im Konzilstext nicht die Rede

5. Juli 2007 in Spirituelles, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Gedanken von Josef Kardinal Ratzinger / Papst Benedikt XVI. über das Verschwinden der lateinischen Sprache und die Wendung der Altäre zum Volk hin


Linz (www.kath.net)
KATH.NET dokumentiert aus aktuellem Anlass das Vorwort von Josef Kardinal Ratzinger (Papst Benedikt XVI.) aus dem Buch „Conversi ad dominum“ von P. Uwe Michael Lang:

Zwei Dinge erscheinen für den normalen Kirchenbesucher als die greifbarsten Ereignisse der Liturgiereform des II. Vatikanischen Konzils: das Verschwinden der lateinischen Sprache und die Wendung der Altäre zum Volk hin. Wer die Texte des Konzils selber liest, wird mit Erstaunen feststellen, dass weder das eine noch das andere in dieser Form in den Konzilsbeschlüssen zu finden ist. Gewiss, der Volkssprache sollte- vor allem im Bereich des Wortgottesdienstes- nach dem Konzil Raum gegeben werden, aber die vorausgehende Generalregel des Konziltextes lautet: „Der Gebrauch der lateinischen Sprache soll in den lateinischen Riten erhalten bleiben, soweit nicht Sonderrecht entgegensteht“ (SC 36,1).

Von der Wendung der Altäre zum Volk hin ist im Konzilstext nicht die Rede; sie erscheint erst in nachkonziliaren Anweisungen, deren wichtigste sich in der Nummer 262 der „Institutio Generalis Missalis Romani“, der Allgemeinen Einführung in das neue Römische Messbuch von 1969 findet. Dort wird gesagt:“ Der Hauptaltar soll von der Wand getrennt gebaut werden, so dass er leicht umschritten werden und auf ihm die Zelebration versus populum (zum Volk hin) ausgeführt werden kann…“ Die Einführung in die Neuauflage des Missales vom Jahre 2002 hat diesen Text unverändert übernommen, aber am Schluss noch einen Nebensatz angefügt, der so lautet: „Dies sollte der Fall sein, wo immer es möglich ist.“

Diese Ergänzung wurde von vielen Seiten als eine Verschärfung des Textes von 1969 in dem Sinn aufgefasst, dass es nun eine allgemeine Verpflichtung gäbe, die Altäre „wo immer möglich“ zum Volk hin gewendet zu bauen. Die zuständige Kongregation für die göttliche Liturgie hat aber bereits am 25. September 2000 diese Auslegung abgewiesen und erklärt, das Wort „expedit“ (sollte der Fall sein) drücke keine Verpflichtung, sondern eine Empfehlung aus. Die physische Ausrichtung, so die Kongregation, müsse von der geistlichen unterschieden werden. Wenn der Priester „versus populum“ feiert, solle seine geistliche Ausrichtung doch immer „versus Deum per Iesum Christum“ (auf Gott hin, durch Jesus Christus) sein. Riten, Zeichen, Symbole, und Worte könnten den inneren Vorgang des Heilsgeheimnisses nie ausschöpfen, und daher müsse man einseitige verabsolutierende Positionen vermeiden.

Dies ist eine wichtige Klärung, weil sie das Relative der äußeren symbolischen Formen ins Licht setzt und sich damit Fanatismen entgegenstellt, die in den letzten vierzig Jahren im Streit um die Liturgie leider nicht selten gewesen sind. Zugleich wird die in den äußeren Formen nie vollständig auszudrückende innere Richtung des liturgischen Geschehens verdeutlicht, die für Priester wie für Volk gemeinsam ist: zum Herrn hin- zum Vater durch Christus im Heiligen Geist. Die Antwort der Kongregation sollte damit auch ein neues, entspannteres Klima der Diskussion schaffen, in dem ohne gegenseitige Verurteilungen um sorgsamen Hören auf die anderen, aber besonders auf die innere Weisung der Liturgie selbst nach den besten Weisen praktische Verwirklichung des Heilsgeschehens gesucht werden kann. Eilfertige Abstempelungen einzelner Positionen als „vorkonziliar“, als „reaktionär“, als „konservativ“ oder auch als „progressistisch“ oder „glaubensfremd“ sollten aus der Debatte verschwinden und einer neuen gemeinsamen Offenheit im Ringen um die beste Verwirklichung des Vermächtnisses Christi Platz machen. [(c) Papst Benedikt XVI.]

KATH.NET-Buchtipp: Conversi ad dominum

Coming next: kath.net-Interview mit P. Lang



Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Eucharistie

  1. Riesige Erstkommunion eröffnet kirchlichen Weltkongress in Budapest
  2. Protest lehramtstreuer Katholiken: ‚Das kann nicht die echte Ökumene sein’
  3. Kardinal Müller: Kardinäle Cupich und Tobin wie ‚Vertreter der Demokraten’
  4. Vor Brief an US-Bischöfe: Cupich und Tobin bei Ladaria
  5. Keine Eucharistie im Lockdown: Priester bittet Gläubige um Vergebung
  6. Erzbischof versetzt Priester, der Pro-Abtreibungs-Politikerin Kommunion verweigert hat
  7. Erzbischof von Dublin verbietet Kommunionspendung außerhalb der Messe
  8. ‚Widerspricht dem Kirchenrecht’: Kardinal Burke gegen Neuregelung der Einzelzelebration im Petersdom
  9. Vatikan unterbindet Privatmessen im Petersdom
  10. ‚Die Eucharistie ist sehr lebendig’







Top-15

meist-gelesen

  1. Die Heerschau der Rosenkranzbeter hat begonnen!
  2. Papst Franziskus nimmt Rücktritt vom Erzbischof von Paris an!
  3. Erzbischof Gänswein: Benedikt XVI. ist 'aus Überzeugung' geimpft
  4. Erzbistum Freiburg: 2G/3G-Gottesdienste nicht möglich wegen „Recht auf freie Religionsausübung“
  5. „Die Erscheinungen von Sievernich: Jesus spricht zur Kirche in Deutschland und zur ganzen Welt“
  6. Hinkende Vergleiche mit tödlicher Wirkung
  7. Erzbischof Gänswein übt scharfe Kritik am Synodalen Weg in Deutschland
  8. Kardinal Marx spricht sich für Impfpflicht aus - Glaubenskongregation dagegen!
  9. Mediennetzwerk Pontifex fordert: Impfpflicht verhindern
  10. Vorfall in Athen: Orthodoxer Priester beschimpft Papst als "Häretiker"
  11. Die 'Tagesschau' bejammert, dass zu wenige Ärzte ungeborene Kinder töten möchten
  12. Ein entscheidender Beitrag zur Bekämpfung der Pandemie wäre: Aufrufe zur Umkehr, Gebet und Buße!
  13. Weihnachtsspende für kath.net - Wir brauchen JETZT Ihre DRINGENDE Hilfe!
  14. Jutta Ditfurth: „Bitte aber keine Lebensschützer-Begriffe verwenden, es war ein Fötus, kein Baby“
  15. Kardinal Müller: Bischöfe und Priester dürfen keine Höflinge der Herrschenden sein

© 2021 kath.net | Impressum | Datenschutz