Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Papst Leo XIV. geht auf Distanz zu Kardinal Marx und seinen geplanten Homo-Segnungen
  2. Marx ärgert sich über die "Reaktionären" und "Stimmungsmache"
  3. Kardinal Marx und das öffentlich gewordene Geheimdekret
  4. US-Moderator Sean Hannity hat die katholische Kirche verlassen.
  5. Kardinal Marx unter Druck: Zwischen grober Fahrlässigkeit und dem Vorwurf der Vertuschung
  6. Diplomatischer Coup: US-Präsident Trump verhindert Hinrichtung von acht Frauen im Iran
  7. „Gott und sein Gesetz sind wichtiger als menschliche Vereinbarungen und Macht“
  8. Bischof der Herzen – Walter Mixa wurde 85
  9. ‚Augustiner für den Frieden‘ – Der spätere Leo XIV. bei einer Friedensdemonstration in Rom 1983
  10. Trotz Konflikt mit dem Papst - Trump genießt jetzt Rekordzustimmung bei US-Katholiken
  11. Goldenstein-Nonnen doch in Rom? Propst in Sorge
  12. Die Messe in der außerordentlichen Form kehrt nach Santa Maria Maggiore/Rom zurück
  13. „Theologische Katastrophe“: Massive Kritik am Erprobungsband des neuen evangelischen Gesangbuchs
  14. Jesus ist lebendige Gegenwart
  15. Erst Gerichtssaal, dann Preisverleihung: Weronika Krawczyk erhält Opoka-Preis „Auf Fels gebaut“

Wo war Gott am Tag der Tsunami-Katastrophe?

14. Jänner 2005 in Aktuelles, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Ist die Flutwelle eine Strafe Gottes? Der Erzbischof von Sydney, Kardinal George Pell, zur philosophischen Debatte nach der Tragödie in Südostasien.


Sydney (www.kath.net / Fidesdienst) Weshalb musste die Tsunami-Katatrophe geschehen? Wie kann Gott so viel Tod und Leid zulassen? Weshalb muss die Welt solchen Schmerz ertragen? Antworten auf diese Fragen sucht der Erzbischof von Sydney, Kardinal George Pell, nach der Tsunami-Katastrophe. Zu der weltweiten philosophischen Debatte über die Gründe der Tragöde und die Gegenwart Gottes äußert sich der Kardinal in einem Beitrag, den der Fidesdienst übersetzte und veröffentlichte:

„Als sich vor der Insel Sumatra die Erdplatten anhoben, kam es zu einer heftigen Erschütterung in jedem Sinn. Die Erde schwabbelte leicht um ihre eigene Achse und einige Inseln in der Nähe wurden um 20 Meter verschoben. Die Informationen zur Zahl der Toten wurden nur nach und nach bekannt, doch insgesamt starben über 150.000 Menschen und rund 5 Millionen wurden obdachlos, Vor uns liegen viele Jahre des Wiederaufbaus.Da fragen wir uns: Wenn Gott gut ist, die Menschen liebt und allmächtig ist, wo ist er nun, angesichts dieses Leides und all seiner Folgen?

Juden und Christen glauben trotz zahlreiche humaner Tragödien und Naturkatastrophen in der Geschichte über dreitausend Jahre lang an den einen und wahren Gott. Die Juden erinnern Noah und die Sintflut, die Zerstörung von Sodom und Gomorra. Ein Psalmist prophezeite, dass der Herr stets unsere Zuflucht und unsere Stärke, unsere Burg sein wird. „Darum fürchten wir uns nicht, wenn die Erde auch wankt, wenn Berge stürzen in die Tiefe des Meeres, wenn seine Wasserwogen tosen und schäumen und vor seinem Ungestüm die Berge erzittern. Der Herr der Heerscharen ist mit uns, der Gott Jakobs ist unsere Burg“ (Psalm 46).

Die Christen betrachten das Bild des leidenden Dieners beim jüdischen Propheten Jesaja als Bild für den heilbringenden Tod Jesu und dessen Auferstehung. Den Christen wirft man sogar vor, dass sie dem Leiden Christi, dessen Tod am Kreuz und dem Kreuz als Symbol zu viel Bedeutung beimessen. Gott ist allmächtig, doch in der Krippe von Bethlehem und am Kreuz ist der Sohn Gottes machtlos. Die Christen glauben, dass die Menschen vor allem durch die Art und Weise das Heil erlangen, in der sie auf das Leid reagieren. Im Matthäus-Evangelium heißt es sogar: „Selig die Trauernden, denn sie werden getröstet werden.

Vor dreißig Jahren traf ich einen Wissenschaftler, der einer anderen christlichen Konfession angehörte und der eine Liste mit den großen Katastrophen der Geschichte besaß, die für ihn ein Beweis für die Existenz Gottes waren. Damit war ich nie einverstanden, denn für die Gläubigen sind diese Übel ein Problem, ein Teil, der sich nur schwer in das Gesamtbild einfügen lässt. Das Universum ist nicht vollkommen, es gibt kosmische Defekte, doch es ist auf dem Weg zu Vollkommenheit. Gott hat seinen Geschöpfen die Freiheit geschenkt, die zu bösen Zwecken genutzt werden kann, während sich die Natur nach festen Regeln entwickelt und verwandelt.

Es ist nicht richtig, wenn man sagt, der Tsunami sei ein Werk Gottes, denn es war nicht Gott, der diese Katastrophe bewirkt hat. Doch wir können uns fragen, weshalb Gott nicht eine vollkommenere Welt geschaffen hat, weshalb er so viel Leid zulässt. Wir wissen es nicht. Das Übel bleibt ein Geheimnis, doch wir sind berufen, es zu überwinden und das Übel ist nur ein Teil unserer Geschichte.

Es ist auch nicht richtig, wenn man den Tsunami mit dem Jüngsten Gericht Gottes vergleicht, weil der Tsunami auf willkürliche Weise und unterschiedslos getötet hat.Beim Jüngsten Gericht Gottes wird Gerechtigkeit und Barmherzigkeit herrschen und es werden nur die reuelosen Bösen bestraft werden.

Für Atheisten gibt es keine Erklärung. Für sie ist das Leben ein reiner Zufall, ohne jegliches Ziel. Nur ein guter Gott verlangt und schenkt den Sinn für die universale Liebe und kann das menschliche Leid im nächsten Leben kompensieren.Unsere Aufgabe besteht nun darin, diese Liebe, zu der wir uns bekennen umzusetzen, und den Überlebenden unsere Hilfe anzubieten.“



Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Unglück

  1. Bischof von Córdoba: Nach dem Zugunglück wurden Priester nicht zu Schwerverletzten durchgelassen
  2. Papst trauert um Opfer der Brandkatastrophe in der Schweiz
  3. Schweiz: Bischöfe beten für Opfer der Brandkatastrophe in Skiort
  4. Unwetter in Tschechien: Bischof von Brünn besuchte Katastrophenregion
  5. Salzburg: Auto rast in Kirchgänger, Kind tot
  6. Steiermark: Trauer um tödlich verunglückten Pfarrer
  7. Flugzeugabsturz: Unter den Opfern auch kirchliche Mitarbeiter
  8. Kirche lädt zum Gebet für Opfer des Brückeneinsturzes in Genua
  9. Orkan „Friederike“ beschädigt Kirchtürme und Dächer
  10. Mann in Kirche von Stein erschlagen: Ermittlung in Florenz läuft







Top-15

meist-gelesen

  1. Große SIZILIEN-Rundreise mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  2. Papst Leo XIV. geht auf Distanz zu Kardinal Marx und seinen geplanten Homo-Segnungen
  3. Kardinal Marx und das öffentlich gewordene Geheimdekret
  4. Marx ärgert sich über die "Reaktionären" und "Stimmungsmache"
  5. Keine Bistums-Erlaubnis für Afrika-Madonna in der Gebetsstätte Marienfried
  6. Diplomatischer Coup: US-Präsident Trump verhindert Hinrichtung von acht Frauen im Iran
  7. Kardinal Marx unter Druck: Zwischen grober Fahrlässigkeit und dem Vorwurf der Vertuschung
  8. "Einfach viel unverschämter vom persönlichen Glauben erzählen"
  9. US-Moderator Sean Hannity hat die katholische Kirche verlassen.
  10. Bischof der Herzen – Walter Mixa wurde 85
  11. Das Vermächtnis eines Sterbenden
  12. Trotz Konflikt mit dem Papst - Trump genießt jetzt Rekordzustimmung bei US-Katholiken
  13. ‚Augustiner für den Frieden‘ – Der spätere Leo XIV. bei einer Friedensdemonstration in Rom 1983
  14. Was Kardinal Marx meint und was das Zweite Vatikanische Konzil lehrt
  15. Back to the future: Durch den Traditionalismus zur Gendergerechtigkeit

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz