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Maria ist unsere Mutter

2. Jänner 2005 in Spirituelles, keine Lesermeinung
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Julian Porteous, Weihbischof von Sydney, sprach über die Mutterschaft Mariens


Vatikan (www.kath.net) Am 1. Jänner 2005 feierte die Kirche das Hochfest der Gottesmutter Maria. Über die „Mutterschaft Mariens“ sprach der Weihbischof von Sydney, Julian Porteous, kurz vor Weihnachten in einer Videokonferenz der vatikanischen Kleruskongregation. Wir veröffentlichen den Vortrag im Wortlaut:

„Die Mutterschaft Mariens“

“Die selige Jungfrau hat beim Werk des Erlösers in durchaus einzigartiger Weise in Gehorsam, Glaube, Hoffnung und brennender Liebe mitgewirkt zur Wiederherstellung des übernatürlichen Lebens der Seelen. Deshalb ist sie uns in der Ordnung der Gnade Mutter“ (LG 61). Das achte Kapitel von „Lumen Gentium“ über Maria „im Mysterium Christi und der Kirche“ vergleicht bedacht zwei grundlegende Aspekte der Mariologie.

Einerseits ist Maria in einzigartiger Weise mit Christus, dem Erlöser, verbunden. Er ist ihr eigener Sohn. Sie ist wahrhaftig seine Mutter (vgl. LG 52-59 sowie KKK 484-511). Als Mutter des Gottessohnes ist sie auch Mutter seines Leibes, der Kirche. Sie ist also mit der Kirche und allen Erlösten sehr stark verbunden.

Durch ihre unbefleckte Empfängnis ist sie ein schon erlöstes Mitglied der Kirche. Mehr noch, sie ist „Mutter“ und „Vorbild“ der Kirche. Selbst heute vereint sie in ihrer Person die eschatologische Realität der Kirche. Maria ist die zweite Eva. Als solche wiederum ist sie das Maß der ersten Eva, genauso wie Christus, der zweite Adam, das Maß des ersten ist. Theologisch gesehen, beginnen wir mit Maria, nicht mit Eva, ebenso wie wir mit Christus beginnen und nicht mit Adam. Vor allem durch ihren Glauben wird Maria zur „Mutter aller Lebewesen“.

Andererseits ist Maria der erste Jünger Jesu. Sie folgt ihrem Sohn in Ergebenheit, seine Worte in ihrem Herzen tragend (Lk 2,19 und 51). Sie ist zum Zeitpunkt der Erlösung mit ihm (Joh 19,25). Die Heiligen Schriften beschreiben sie als Paradigma des gläubigen Jüngers (Joh 19,26-27; Lk 2,35). Grund ihrer Verherrlichung ist ihre vollkommene Demut und ihr tiefer Glaube. Von Gott dazu erkoren die Mutter seines Sohnes zu sein, ermöglichten ihr die Gnadengaben, die sie liebenden Herzens aufnahm, sich ganz in den Dienst Gottes zu stellen, so dass er durch sie seinen Heilsplan verwirklichen konnte (Lk 1,38 und 46-55; Gal 4,4).

Maria als Mutter der Kirche

Als die Dogmatische Konstitution über die Kirche „Lumen Gentium“ im Rahmen des Abschlusses des Zweiten Vatikanischen Konzils, am 21. November 1964, approbiert wurde, erklärte Papst Paul VI. Maria feierlich zur „Mutter der Kirche“.

Die Kirche besteht nicht nur aus ihrer hierarchischen Ordnung, ihrer heiligen Liturgie, ihren Sakramenten und den Strukturen ihrer Institutionen: Ihre wahren Eigenschaften und die vorrangige Quelle ihrer Wirksamkeit, durch die sie das Menschengeschlecht heiligt, finden wir in ihrer mystischen Einheit in Christus. Und dieser mystischen Einheit können wir nicht gedenken, ohne Maria auch als Mutter des menschgewordenen Wortes zu achten, die Christus zu unserer Erlösung in seinen heilbringenden Auftrag hinein genommen hat. Daraufhin erklärte der Papst Maria zur „Mutter der Kirche“ und sprach von ihren mütterlichen Aufgaben, den „munus maternum“:

“Im Rahmen dieses feierlichen Anlasses erachten wir es als besonders angemessen, jenes, das im Lauf der letzten Sitzung von uns als Wunsch ausgesprochen worden war, zur Erfüllung zu bringen (…). Zum Ruhme der Heiligen Jungfrau Maria und zu unserem Troste erklären wir die heiligste aller Mütter zur Mutter der Kirche, des gesamten Volkes Christi also, der Gläubigen ebenso wie der Hirten: Alle mögen sich an sie wenden, wie an die liebevollste aller Mütter.“

Maria erfüllt ihre mütterliche Fürsorge für uns vor allem in zwei grundlegenden Formen.

Erstens ist sie durch den Lauf ihres irdischen Lebens unser Vorbild im Glauben. Durch ihren Glauben und ihr Vertrauen in Gott und durch den Gehorsam gegenüber seinem Wort ist sie mit Jesus Christus und seinen Werken in enger und unauflöslicher Verbindung geeint. Dadurch ist sie der vollkommene Jünger ihres Sohnes. Zweitens spendet Maria nach ihrer Himmelfahrt, wie Jesus nach der Auferstehung, der Kirche ihre mütterliche Liebe. Sie ist die Königin der Apostel: So schenkt sie uns fortwährend ihr Gebet und ihre Fürbitte bei Gott und ihrem Sohn, für das Wohl der Kirche.



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