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Beobachtungsstelle: Christenfeindliche Hasskriminalität hält an

24. Juli 2025 in Österreich, 2 Lesermeinungen
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Österreich: Innenministerium registrierte 63 religiös motivierte Sachbeschädigungen an Sakralbauten im Vorjahr, darunter 50 an Kirchen, sowie körperliche Angriffe und Drohungen gegen Christen


Wien (kath.net/KAP) Die Wiener Beobachtungsstelle OIDAC Europe hat angesichts der jüngst veröffentlichten Zahlen zu Hasskriminalität in Österreich mehr Schutz für christliche Gemeinden gefordert. Besonders der anhaltende Vandalismus gegen Kirchen und körperliche Angriffe auf Christen gäben Anlass zur Sorge, erklärte die Organisation in einer Stellungnahme.

Laut dem aktuellen Hate-Crime-Lagebericht des Innenministeriums wurden im Jahr 2024 insgesamt 63 religiös motivierte Sachbeschädigungen an Sakralbauten registriert, davon 50 an christlichen Einrichtungen. Zudem zählte die Polizei 12 körperliche Angriffe sowie 8 gefährliche Drohungen mit christenfeindlichem Hintergrund. Damit zählt die Religion nach Weltanschauung und ethnischer Herkunft weiterhin zu den häufigsten Motiven vorurteilsmotivierter Straftaten in Österreich.

Vandalismus bereitet Sorge

"Obwohl die Anzeigen wegen Kirchenvandalismus zurückgegangen sind, bleibt Kirchenvandalismus weiterhin ein ernstzunehmendes Problem", sagte OIDAC-Direktorin Anja Hoffmann. Als Beispiel nannte sie einen Vorfall aus Oberösterreich, bei dem jede einzelne Seite des Altarbuchs zerrissen wurde. Auch Fälle von Hassparolen an Kirchenwänden oder Fäkalien in Weihwasserbecken würden regelmäßig gemeldet. "Solche Vorfälle lösen bei vielen Gläubigen Besorgnis aus", so Hoffmann weiter.


In mehreren europäischen Ländern würden infolge zunehmender Sachbeschädigungen und versuchter Brandstiftungen mittlerweile Kirchen außerhalb der Gottesdienste geschlossen. "Doch geschlossene Gotteshäuser können keine nachhaltige Antwort auf Vandalismus sein", betont Hoffmann. Wichtig sei vielmehr ein strukturiertes Sicherheitskonzept und gezielte Unterstützung lokaler Kirchengemeinden.

Schutz vor Übergriffen nötig

Besonders alarmierend sei laut OIDAC auch die Zahl körperlicher Übergriffe. Im europäischen Vergleich liege Österreich hier im oberen Bereich, bezogen auf die Bevölkerungszahl. Die Organisation fordert daher gezielte Präventionsmaßnahmen, vor allem zum Schutz von Konvertiten aus muslimischem Hintergrund, deren Taufen häufig im Verborgenen stattfinden müssten. "Dass dies notwendig ist, zeigt Lücken in der Deradikalisierungsarbeit, insbesondere auch im schulischen Bereich", so Hoffmann.

Positiv bewertet OIDAC - das Kürzel steht für "Wiener Beobachtungsstelle für Intoleranz und Diskriminierung gegen Christen in Europa" - die fortschreitende Erfassung christenfeindlicher Vorfälle und lobte die zivilgesellschaftliche Meldestelle christenschutz.at. Über diese können seit Kurzem auch in Österreich niederschwellig christenfeindliche Vorfälle gemeldet werden.

Religiöses Motiv an dritter Stelle

Der am Dienstag veröffentlichte vollständige Bericht zur Hasskriminalität 2024 ist auf der Website des Innenministeriums abrufbar. Demnach verzeichnete die Polizei im Jahr 2024 insgesamt 6.786 vorurteilsmotivierte Straftaten - ein Anstieg von rund 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das häufigste Tatmotiv war erneut die Weltanschauung mit 3.935 Fällen, gefolgt von nationaler oder ethnischer Herkunft (1.581) und Religion (763).

Die meisten der registrierten Vorfälle in Zusammenhang mit Religion betrafen antisemitische Straftaten (347) und antimuslimischen Rassismus (246), wobei es sich bei vielen dieser Fälle um Hasspostings im Internet sowie um Verstöße gegen das Verbotsgesetz handelt. Antisemitische Straftaten nahmen im Vergleich zum Vorjahr um 32 Prozent zu.

Die häufigsten Delikte im Zusammenhang mit Hate Crimes insgesamt waren Verstöße gegen das Verbotsgesetz (2.952), Sachbeschädigungen (1.396), Körperverletzungen (661), Verhetzungen (599) und gefährliche Drohungen (506). Rund ein Viertel aller erfassten Vorurteilsmotive betrafen Straftaten im Internet, insbesondere antisemitische oder rassistische Hasspostings.

Bei den Tatverdächtigen handelte es sich laut Innenministerium überwiegend um Männer (86 Prozent), wobei Minderjährige überproportional häufig vertreten waren. Der Anteil ausländischer Tatverdächtiger lag bei 26 Prozent - deutlich unter dem Durchschnitt der Gesamtkriminalität. Die höchste Dichte an Hate Crimes wurde in Salzburg, Wien und Kärnten verzeichnet.

Link zum Bericht: https://www.bmi.gv.at/408/Projekt/files/160_2025_Hate_Crime_Bericht_2024_V20250721_1130_webBF.pdf

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