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„Wir halten das für einen offenkundigen Bruch mit der universalen Lehre der Katholischen Kirche“

25. Juli 2025 in Prolife, 20 Lesermeinungen
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„Initiative Neuer Anfang“ schreibt zündenden Brief an DBK-Vorsitzenden Bischof Bätzing wegen seines Haltung in der Frage der Wahl der stark abtreibungsbefürwortenden Prof. Brosius-Gersdorf als Richterin ans Bundesverfassungsgericht.


Bonn-Berlin (kath.net) „Den drohenden Entzug des grundrechtlichen Schutzes auf der Basis der Menschenwürde für die Schwächsten lassen Sie ohne Kommentar? Es ist für uns in keiner Weise nachvollziehbar, wie ein katholischer Bischof sich hier seiner Verantwortung entziehen kann. Wir halten das für eine grobe Pflichtverletzung und für einen offenkundigen Bruch mit der universalen Lehre und Praxis der Katholischen Kirche. Tun Sie, was ein katholischer Bischof tun muss: Korrigieren Sie Ihre Fehlhaltung! Zeigen Sie Flagge! Kämpfen Sie!“ Dies steht im offenen Brief, mit dem die Initiative Neuer Anfang sich gestern an den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing, gewandt hat. 

In dem Schreiben kritisiert der Neue Anfang die Äußerungen des Bischofs im Zusammenhang mit der abgesagten Wahl von Frau Prof. Brosius-Gersdorf zur Bundesverfassungsrichterin. Bischof Bätzing hatte in einer Stellungnahme erklärt, sich nicht dazu äußern zu wollen. Dies sei Sache der Politik. Der Neue Anfang ist hingegen der Auffassung, dass ein Bischof als sakramental ermächtigter und gesendeter öffentlicher Zeuge des Evangeliums das öffentliche Wort dazu nicht verweigern dürfe, erläutert die Initiative in einer Presseaussendung.


Die Initiative zählt in dem veröffentlichten Schreiben vier Punkte auf, zu denen ein Bischof der katholischen Kirche Stellung beziehen müsste. Darin zeigen die Verfasser des Briefes auf, inwiefern die Rechtsauffassung der Kandidatin in erheblicher Spannung zur Lehre der Kirche, bezüglich des Lebensrechts und der Menschenwürde, stehen. Diese Sichtweise auf Leben und Würde entsprach in der Vergangenheit der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts. Der säkulare Staat kann sich Voraussetzungen, von denen er lebt, nicht selber geben, sagte einst der Verfassungsrechtler Ernst-Wolfgang Böckenförde. Auf diesen, wie auch auf Papst Benedikt XVI., der auf Natur und Vernunft als Quellen des Rechts verwiesen hat, bezieht sich der Brief an den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz. Die Verfasser mahnen den Bischof, sich seiner Pflicht nicht zu entziehen. 

Wo die unbedingte Geltung der Menschenwürde für alle Menschen in allen Stadien ihres Lebens strittig wird, dort müsse gestritten werden, so das Schreiben an Bätzing. Zwei Deutsche Bischöfe hatten in dieser Frage deutlich bekannt: „Es darf in Deutschland nie wieder Menschen zweiter Klasse geben!“ Durch seine Äußerung, so der Vorwurf an den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, sei er seinen Mitbrüdern im Bischofsamt in den Rücken gefallen. Der Schutz und die Verteidigung der Würde des Menschen zu jeder Zeit seines Lebens vom Augenblick der Zeugung bis zu seinem natürlichen Ende, so die Initiative in ihrem Schreiben, sei eine Kernaufgabe der Kirche zu allen Zeiten und in allen gesellschaftlichen Kontexten. Die Initiatoren der Initiative Neuer Anfang, Bernhard Meuser und Martin Brüske, fordern Bischof Bätzing auf, zu tun, was ein katholischer Bischof tun müsse: Flagge für Lebensschutz und Menschenwürde zeigen.

Archivfoto Bischof Bätzing (c) DBK/Marko Orlovic
Link zum Brief in voller Länge auf der Website der Initiative Neuer Anfang


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