Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. „Wir können nicht sagen, dass das, was 1.600 Jahre lang getan wurde, jetzt nicht mehr gültig sei“
  2. "Der Dämon liebt es, wenn sich die Katholiken über die Liturgie zerfleischen"
  3. Bischof Oster kritisiert Leihmutterschaft scharf und spricht von „Skandal“
  4. Denn sie wissen nicht, was sie fordern
  5. Scharfe Kritik an CDU: Birgit Kelle rechnet nach Leihmutterschafts-Fällen mit Partei ab
  6. "Zwei Bundestagsabgeordnete, also Mitglieder der Legislative, umgehen das deutsche Recht..."
  7. ALfA begrüßt den Rücktritt Jens Spahns
  8. "Menschenhandel bleibt Menschenhandel"
  9. Kard. Sarah: „Europa ändert die Bedeutung von Wörtern, um den Menschen und die Familie zu zerstören“
  10. US-Bischof warnt vor FSSPX-Messen – nahm selbst an interreligiöser Chanukka-Feier teil
  11. Zwei Formen - ein Ritus
  12. Vatikan: Neues Café auf Kuppel des Petersdoms öffnet im Herbst
  13. Sozialethiker Rhonheimer: Nicht der Kapitalismus verursacht Armut
  14. Glaube & Sex vs. Vernunft & Geld?
  15. "Angriffe auf Christen werden in Deutschland ignoriert"

‚Sag mir, wo die Kinder sind‘ – Abtreibung und Demographie: In Österreich fehlt jedes 3. Kind

19. Juli 2025 in Prolife, 8 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Jugend für das Leben begeht den Tabubruch und sagt klar: Abtreibung muss als ein Grund für die demographische Krise gesehen werden - Abtreibung entfernt kein Gewebe, sondern Menschen


Wien (kath.net/Jugend für das Leben) Unsere Gesellschaft ist immer stärker kinderlos. Die negativen Folgen sind vielfach. Jugend für das Leben begeht den Tabubruch: Abtreibung muss als ein Grund für die demographische Krise gesehen werden.

Statistik Austria hat die neuen Geburtenzahlen veröffentlicht. Sie sind wieder einmal alarmierend. Doch lassen wir uns davon überhaupt noch beeindrucken? 2024 betrug die durchschnittliche Kinderzahl pro Frau 1,31. Nötig wären 2,1, um eine Bevölkerung gerade so zu erhalten. Anfang 2025 sind die Zahlen weiterhin zurückgegangen. Die Bevölkerung Österreichs hält sich aktuell nur durch Immigration. Wo früher bei Krieg und Hunger die Geburtenzahlen sanken, tun sie es heute bei Wohlstand und Überfluss. Wo sind all die Kinder (hin)?

Christian Fiala, Österreichs wohl aktivster Abtreiber, kann sich in einem kürzlichen Statement zu den neuen Geburtenzahlen den Geburtenrückgang nicht erklären: Der Kinderwunsch sei seit Jahren unverändert stark, und an den oft genannten ökonomischen, soziologischen oder psychologischen Gründen könne der Geburtenrückgang nicht liegen. Warum nicht, wird nicht ausgeführt. Gleich darauf verweist Fiala allerdings auf eine von ihm selbst in Auftrag gegebene Studie, und siehe da: Zunehmend ausschlaggebend sei durchaus die Einkommenssituation und das soziale Umfeld, etwa das Gefühl der die Sicherheit in der Beziehung.


Seine Ergebnisse stehen im Einklang mit zahlreichen weiteren (nichtstaatlichen) Umfragen und Studien aus anderen Ländern. Dem Schwangerschaftskonfliktreport 2024 von profemina, die größte Erhebung unter Frauen in Konfliktschwangerschaften im deutschsprachigen Raum, ist zu entnehmen, dass für 26 % der Frauen Probleme in der Partnerschaft und Angst vor dem Verlassenwerden der primäre Grund für eine Abtreibung sind. Weitere 31 % befürchten eine Überlastung, was meist finanzielle Gründe miteinschließt. In der ELSA-Studie von 2024 geben 42 % der Frauen an, dass Probleme im sozialen Umfeld sie zur Tötung ihres Kindes bewegen, und weitere 47 %, dass sie sich das Kind nicht leisten können. Eine österreichische Umfrage von 2023 ergab zudem, dass die Hälfte aller Befragten Druck, abzutreiben, aus dem Umfeld auf ungeplant Schwangere in Richtung Abtreibung wahrnehmen. 

Keine ‚Tabus‘: Abtreibung entfernt kein Gewebe, sondern Menschen

Fiala forderte in seinem Statement, alle möglichen Faktoren und Ursachen des demographischen Wandels „ohne Tabus“ zu erforschen und benennt dabei auch das wachsende Problem der Unfruchtbarkeit. Dass uns aufgrund seiner täglichen Beschäftigung unsere Kinder verlorengehen, scheint ihn jedoch nicht weiter zu bekümmern. „Durch Abtreibung – die er an mehreren Standorten durchführt und die er gesetzlich noch viel liberaler gestaltet sehen möchte – gehen seinen eigenen Schätzungen zufolge in Österreich jedes Jahr mindestens 30.000 Kinder verloren", klärt Natalie Ehrenberger, Pressesprecherin der Jugend für das Leben, auf. „Das ist im europaweiten Vergleich sehr viel. 2024 gab es knapp 77.000 Geburten, im Vorjahr knapp 78.000. Auch wenn diese Zahlen nur Schätzungen sind, können wir also sagen, dass etwa ein Drittel aller Kinder aufgrund von Abtreibung fehlt. Abtreibung ist womöglich auch deswegen so ein ‚Tabuthema‘, weil es kein Gewebe entfernt, sondern junge Menschen.“ Die oben genannten Gründe kombiniert mit den horrenden Abtreibungszahlen schreien regelrecht nach genauen Studien und Motivforschungen unter Betroffenen – doch dieses ‚Tabu‘ möchte man nicht anrühren. Lieber lässt der Staat Frauen damit allein, unter dem Deckmantel der „freien Entscheidung“.

Ist eine familienfreundliche Gesellschaft möglich? Plädoyer für einen Gesinnungswandel

Die Annahme Fialas, der Kinderwunsch sei „unverändert stark“, macht stutzig: Eine Studie aus Schweden erhielt im März 2025 mediale Aufmerksamkeit, weil nur mehr 75 % der befragten Schwedinnen Kinder wollen – im Gegensatz zu 2011, wo der Wert noch bei 91 % lag. Eine Studie der Uni Wien von 2023 ergab, dass sich die Zahl der Frauen, die keine Kinder wollen, seit 2006 verdreifacht hat. Bei einem Wert von 65 % Kinderwunsch unter den 18- bis 29-Jährigen von „stark“ zu sprechen, ist leider illusorisch. Der Abtreibungsanbieter fordert eine Familienpolitik, die Paare mit Kinderwunsch stärkt. Gleichzeitig will er kostenlose Verhütungsmittel sowie die Legalisierung von Abtreibung. „Es sind Weltanschauungen wie diese, die uns den Kinderwunsch langsam, aber sicher austreiben", mahnt Leopold Stolberg, Vorsitzender der Jugend für das Leben. „Die Frau wird damit auf eine Gebärmaschine und der Mann auf einen Samenspender reduziert, das dem Menschen eigene, natürliche Familienbild wird zerrissen, fortgepflanzt wird nur noch aufgrund eines egoistischen ‚Wunsches‘. Solange ‚Kinderwunsch‘ für unsere Gesellschaft nicht wieder selbstverständlich ist, solange man sich vor Kindern 'schützen' zu müssen meint und Kinder nicht als Gabe und Aufgabe, sondern als Produkt, das man entweder will oder nicht will, angesehen werden, kann keine wirklich familienfreundliche Politik betrieben werden.“


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu







Top-15

meist-gelesen

  1. Kard. Sarah: „Europa ändert die Bedeutung von Wörtern, um den Menschen und die Familie zu zerstören“
  2. Sommerspende für kath.net - Bitte helfen SIE uns jetzt JETZT!
  3. „Wir können nicht sagen, dass das, was 1.600 Jahre lang getan wurde, jetzt nicht mehr gültig sei“
  4. Bischof Oster kritisiert Leihmutterschaft scharf und spricht von „Skandal“
  5. Scharfe Kritik an CDU: Birgit Kelle rechnet nach Leihmutterschafts-Fällen mit Partei ab
  6. Denn sie wissen nicht, was sie fordern
  7. "Der Dämon liebt es, wenn sich die Katholiken über die Liturgie zerfleischen"
  8. ALfA begrüßt den Rücktritt Jens Spahns
  9. Glaube & Sex vs. Vernunft & Geld?
  10. "Zwei Bundestagsabgeordnete, also Mitglieder der Legislative, umgehen das deutsche Recht..."
  11. US-Bischof warnt vor FSSPX-Messen – nahm selbst an interreligiöser Chanukka-Feier teil
  12. "Menschenhandel bleibt Menschenhandel"
  13. Pornografie, NoFap und die Rückkehr der Selbstbeherrschung
  14. Zwei Formen - ein Ritus
  15. Rubio rechnet mit Linken ab: „Sie wissen nicht, wie man etwas schafft, also zerstören sie es“

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz