
'Erzieherischer Unterton': Harald Schmidt rechnet mit Tagesthemen und Heute Journal ab23. März 2026 in Deutschland, 12 Lesermeinungen Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden
Der Entertainer und „Late-Night“-Pionier Harald Schmidt hat in einem aktuellen Interview scharfe Kritik an der Berichterstattung der großen öffentlich-rechtlichen Nachrichtenmagazine geübt
Köln (kath.net/gem/rn) Der Entertainer und „Late-Night“-Pionier Harald Schmidt hat in einem aktuellen Interview scharfe Kritik an der Berichterstattung der großen öffentlich-rechtlichen Nachrichtenmagazine geübt. Laut Schmidt neigen Formate wie die Tagesthemen (ARD) und das Heute Journal (ZDF) zunehmend zu einer tendenziösen und belehrenden Darstellung der Weltlage.
Schmidt, der für seine präzise Beobachtung der Medienlandschaft bekannt ist, bemängelt vor allem den Verlust an journalistischer Distanz. In dem Gespräch, auf das sich das Portal NIUS bezieht, führt der 68-Jährige aus, dass die Grenze zwischen sachlicher Information und persönlicher Meinung der Redaktionen immer weiter verschwimme.
Besonders stört sich Schmidt an dem, was er als „betreutes Denken“ bezeichnet. Er nehme bei den Moderatoren und Redakteuren einen „erzieherischen Unterton“ wahr, der dem Zuschauer suggeriere, wie er bestimmte politische Ereignisse einzuordnen habe. 
Tendenziöse Auswahl: Themen würden oft unter einem moralisierenden Aspekt präsentiert, anstatt die Fakten für sich sprechen zu lassen.
Filterblase: Schmidt kritisiert, dass sich die Macher der Sendungen in einer Art Berliner oder Hamburger Blase befänden, die den Bezug zur Lebensrealität vieler Bürger verloren habe.
Der Entertainer gab offen zu, dass er bei allzu offensichtlicher Belehrung inzwischen konsequent reagiere: Er schalte ab oder um. Sein Informationsbedürfnis stille er lieber durch das Studium verschiedener Quellen, die weniger auf „Haltung“ und mehr auf Analyse setzen.
Für die öffentlich-rechtlichen Sender ist Schmidts Kritik besonders schmerzhaft, da er jahrzehntelang eines ihrer profiliertesten Gesichter war und bis heute als einer der schärfsten Analysten der Branche gilt.
© Foto: wikipedia/Kandschwar
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