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Demo in Warschau: Teilnehmer fordern nichtgegängelten Religionsunterricht an Schulen

22. August 2024 in Aktuelles, 2 Lesermeinungen
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„1990 kehrte der Religionsunterricht nach dem Fall des Kommunismus in Polen, der ihn zuvor fast 30 Jahre lang entfernt hatte, in die Schulen zurück. Wir hatten nicht erwartet, dass wir nach 34 Jahren im freien Polen ihn wieder fordern müssen“


Warschau (kath.net/pl) „Wir treffen uns hier, um friedlich unsere Ablehnung der Diskriminierung und der Einschränkung der Religionsunterricht in der Schule durch die derzeitigen Bildungsbehörden zum Ausdruck zu bringen. 1990 kehrte die Religion nach dem Fall des Kommunismus in Polen, der ihn zuvor fast 30 Jahre lang entfernt hatte, in die Schulen zurück. Wir hatten nicht erwartet, dass wir nach 34 Jahren im freien Polen ihn wieder fordern müssten!“ Dies sagte Dariusz Kwiecień, ein Sprecher der Vereinigung der Laienkatecheten, bei der großen Demonstration auf dem Warschauer Schlossplatz am Mittwochnachmittag. Hunderte Menschen waren den kirchlichen Aufrufen zur Demonstration gefolgt, vorwiegend Lehrer, aber auch andere Laien sowie Kleriker. Viele der Demonstranten trugen Plakate mit Aufschriften wie „Stoppt die Diskriminierung von Katholiken“. Darüber informierte das katholische Portal „Opoka“, das von einer Stiftung der Polnischen Bischofskonferenz (KEP) finanziert und geleitet wird und im Gegensatz zu manchen offiziellen Kirchenseiten im deutschsprachigen Raum tatsächlich lehramtstreue Positionen vertritt.

Kwiecień wies darauf hin, dass die christliche Religion eine wichtige Rolle „bei der Schaffung unserer einzigartigen Zivilisation gespielt hat“ und dass sie diese Rolle „weiterhin in der Ausbildung der jungen Generation“ spiele. „Unsere polnische Kultur, auf die wir alle stolz sind, wäre nicht ohne die katholische Kirche, die für uns immer ein Zuhause war, aber auch ein Zufluchtsort in der Zeit der Gefangenschaft.“


Bei einem Anspiel schilderte Barbara, eine Katechetin aus Środa Wielkopolska mit 36 Jahren Berufserfahrung, dass sie ihre Arbeit als Berufung verstehe und wenn sie nochmals ihren Beruf wählen müsse, dann würde sie wieder die Katechese wählen. Auch sie habe nicht erwartet, dass sie nach so vielen Jahren Arbeit nun mit diesen Problemen konfrontiert sein würde. Seit den Ankündigungen der Regierung lebe sie im Burnout und mit Zukunftsängsten. Den behinderten Kindern, mit denen sie arbeitet, helfe der Glaube beeindruckend, „sich der Welt und anderen zu öffnen“.

Piotr Janowicz, Vorsitzender eines Verbandes von Laienkatecheten, äußerte seine Hoffnung, dass Vertreter von Kirchen und religiösen Vereinigungen, einschließlich der römisch-katholischen Kirche, die Verordnung des Ministeriums vor dem Verfassungsgericht anfechten werden. Denn bei den Anordnungen des Bildungsministeriums handle es sich um „die verschleierte Entfernung von Religion und Ethik aus den Schulen durch die Hintertür mittels sanfter Methoden“.

Janowicz erinnerte daran, dass der Religionsunterricht im öffentlichen Bildungssystem in 23 EU-Ländern (zb. in Österreich, Griechenland, Zypern, Malta, Dänemark, Schweden, Finnland und den meisten deutschen Staaten präsent ist. In Polen besuchen 80 Prozent der Schüler den Religionsunterricht. Er fragte: „Warum kann in den meisten europäischen Ländern die Religion in der öffentlichen Schule normal und eine Manifestation der Religionsfreiheit sein, und in Polen wird sie als Perversion behandelt?“

Janowicz vertrat weiter: „Wir sagen ‚Ja‘ zur religiösen Toleranz. Wir sagen ‚Nein‘ zur Diskriminierung von Religionslehrern und zur Abwertung des Unterrichts in diesem Fach. Wir wenden uns gegen das falsche Narrativ, dass Schüler in Polen zur Religion gezwungen würden, dass es nur den römisch-katholischen Glauben gebe und dass der Unterricht in den Schulen ausschließlich von Geistlichen durchgeführt werde. Wir sind Befürworter eines Staates, der den Bürgern das Recht auf Religionsunterricht im Einklang mit ihrem Glauben einräumt.“

Die Verordnung der Bildungsministerin Barbara Nowacka über den Religionsunterricht ordnet an, dass ab dem 1. September 2025 in öffentlichen Schulen das Fach Religion nur eine Stunde pro Woche unterrichtet wird. Darüber hinaus wird dies die erste oder letzte Unterrichtseinheit des Schultages sein. Es soll künftig auch möglich sein, sich zu einer Gruppe von Kindern aus verschiedenen Jahren zu kombinieren: Klassen 1-3, 4-6 und 7-8.

Zuvor hatte der Lehrerbeauftragte der Polnischen Bischofskonferenz, Bischof Piotr Turzyński, zur Teilnahme an dieser Demonstration zur Verteidigung der Katechese aufgerufen, kath.net hatte berichtet.


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