Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Papst warnt erneut die Piusbrüder! Geste wäre "ein schismatischer Akt"
  2. Piusbruderschaft erklärt dem Papst den Glauben
  3. 'Der Bischof des Niedergangs ist Herr Feige'
  4. Die nächste Reform ist immer die beste aller Zeiten
  5. Bischöfe und ZdK wollen die AfD ausgrenzen, der Papst empfängt einen AfD-Bundestagsabgeordneten
  6. ‚Ist das Synodenbüro des Vatikan die PR-Abteilung von P. James Martin SJ geworden?‘
  7. Homosexuellenapostolat Courage International kritisiert Synodenbericht
  8. Vom Benehmen mit Majestäten
  9. Vatikanisches Synodenbüro distanziert sich vom umstrittenen Gruppe 9-Abschlussbericht
  10. „Kann der Westen ohne das Christentum überleben?“
  11. „So wie Volker Beck geht es mir auch mit ganz vielen Predigten und kirchlichen Verlautbarungen“
  12. Ach FRIEDRICH - Eklat beim Katholikentag und Kanzler Merz mittendrin
  13. Niederländischer Weihbischof Mutsaerts bei Unfall schwer verletzt
  14. Wuppertaler stellv. Stadtdechant: „Lebendige Bindung an die Weltkirche“ statt „deutsche Sonderwege“
  15. Klimakatastrophe völlig 'unplausibel': IPCC-Autoren korrigieren Szenarien

Christi Himmelfahrt: Gott vollendet den Menschen in seiner Würde

3. Mai 2024 in Kommentar, 5 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Menschen strampeln sich ab, um Anerkennung zu bekommen und sich wertvoll zu fühlen. Dabei ist das gar nicht nötig. Das bevorstehende Fest „Christi Himmelfahrt“ zeigt, warum - Benedicta am Freitag von Dorothea Schmidt


Regensburg (kath.net)

Würde Jesus heute leben und kurz vor seiner Himmelfahrt stehen, wären seine Jünger neulich wohl aufgebracht zu ihm gerannt und hätten ihm Fotos von der Segensfeier von 13 Frauen gezeigt, die sich zu Diakoninnen haben ausbilden und vom Essener Weihbischof Ludger Schepers segnen lassen — ganz offiziell mit den bischöflichen Insignen Mitra und Bischofsstab, womit der Weihbischof den Segen zur offiziellen Amtshandlung erhob. Wie sollen sie mit solchen Situationen umgehen, wenn Jesus bald nimmer da ist und sie ihn nicht fragen können?

Dem Streben nach dem Amt liegt das Prinzip „tun-haben-sein“ zugrunde: Man tut etwas (Forderungen stellen), um etwas zu bekommen (das Weiheamt), um dann wer zu sein (endlich gleichberechtigt mit den Männern, was das ministerielle Amt betrifft). Es scheint, als wüssten Christen nicht mehr, wer sie in Christus und für ihn sind, welche Würde sie von Gott persönlich erhalten haben, dass Er jedem Einzelnen eine Identität als Kind Gottes und Erbe Christi zuspricht. Das jüngste vatikanische Dokument „Dignitas infinita“ hat es noch einmal wunderbar entfaltet. Darin lesen wir, dass jedem Menschen ontologisch eine unendliche Würde eingeschrieben ist, weil er von Gott gewollt, geschaffen und geliebt ist. Diese Würde gilt immer und, „unabhängig von körperlichen, psychologischen, sozialen oder sogar moralischen Mängeln“, unabhängig von Erfolg und Misserfolg, unabhängig von unseren Aufgaben, unabhängig vom Geschlecht und davon, ob die Frau geweiht ist oder nicht.


Gott hat jedem die unauslöschlichen Züge seines Ebenbildes eingeprägt. Das ist die tiefste Identität des Menschen. Und sie immer tiefer zu verstehen, zu erfahren durch die Liebe anderer Menschen und durch Gottes Liebe.

Christen sind Erben Christi, das heißt eines Gottmenschen, der sich zu einem Niemand hat degradieren lassen, in Armut gelebt hat, bespuckt und physisch wie psychisch gefoltert worden ist, ohne dass er jemals auch nur im Ansatz an seiner Sohnschaft und Würde gezweifelt hat. George Bernanos sagte einmal: „Als unser Herr die Armut ehelichte, hat er den Armen zu solcher Würde erhoben, dass man ihn nie wieder von seinem hohen Sockel wird herunterholen können.“

Jesus hat nicht nur vorgelebt, wie man auch in tiefsten Widrigkeiten als Gottes Kind lebt, das um seine Würde weiß; er ist den Weg der Erniedrigung gehorsam gegangen, um zum wahren Leben erweckt zu werden und in der Himmelfahrt den Menschen zu erhöhen, wie es im Tagesgebet zu Christi Himmelfahrt heißt. Was bedeutet das? Gott hat den Menschen in seiner Würde, die ihm in der Schöpfung geschenkt wurde, vollendet!

Würde Jesus also die Fotos der Jünger von der Segensfeier betrachten, würde er nicht eine Debatte darüber lostreten, was zu tun wäre, damit diesem atemlosen Treiben nach Prestige, Anerkennung und Gleichberechtigung (die besteht sei Jesus ohnehin) kirchenpolitisch beizukommen wäre oder wie man die Damen und den Bischof von solchen Segnungen abhalten könnte. Vielmehr würde er die Fotos mit unendlich großer Liebe betrachten, jeden Einzelnen, der er auf den Bildern sieht, in das Meer seiner grenzenlosen Liebe und Barmherzigkeit tauchen und seinen Vater bitten, jeder dieser Frauen diese Liebe erfahrbar zu machen, gemäß dem Vers aus Jesaja 43: „Weil du in meinen Augen teuer und wertvoll bist und weil ich dich liebe, gebe ich für dich ganze Länder und für dein Leben ganze Völker.“ Er würde seine Jünger lehren, den Blick nicht bloß auf Sorgen und Probleme zu richten— wodurch der Mensch (oder die Kirche) schnell um sich selbst kreist —, sondern auf Gott, unserem Papa im Himmel.

Und dann würde er seinen Jüngern Mut zusprechen. Ihnen war es sicher nicht ganz geheuer, bald ohne Meister zu sein. Aber er beruhigte sie: „Keep cool. Ich gehe nicht in Rente. Ich bleibe bei euch, nur anders.“ Er müsse in den Himmel auffahren, damit seine Botschaft nicht in Israel bleibt, sondern entgrenzt, ja universell wird und die jeden Menschen auf der Erde erreicht. „Es ist nicht das Ende mit euch und mir. Jetzt geht es erst richtig los!“ Helfen wird nun der Heilige Geist, dem nichts unmöglich ist: Durch ihn wurde eine Jungfrau schwanger, durch ihn kommt Jesu Botschaft in die ganze Welt, zu der auch das gehört, was in der Präfation zu Christis Himmelfahrt geschrieben steht: „Er kehrt zu dir heim, nicht um uns Menschen zu verlassen, er gibt den Gliedern seines Leibes die Hoffnung, ihm dorthin zu folgen, wohin er als erster vorausging.“ Und im Tagesgebet lesen wir: „Schenke uns das feste Vertrauen, dass auch wir zu der Herrlichkeit gerufen sind, in die Christus uns vorausgegangen ist, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.“

Es ist eine hoffnungsvolle Aussage über die Erlösung, zu der Gott jeden genauso ruft wie dazu, ein bisschen Paradies heute schon auf die Erde zu bringen. Jeder Christ ist eingeladen, Zeugnis zu geben von Gottes wunderbarem Wirken in seinem Leben, Jesu hoffnungs- und liebevolle Botschaft zu verkünden, seine Liebe und seine Barmherzigkeit zu verbreiten und jedem Menschen zu sagen: Du bist unendlich geliebt und wertvoll, ein Mensch voll Würde. Um wirklich glücklich zu sein, brauchen Menschen nicht bestimmte, prestigeträchtige Aufgaben, Frauen kein Weiheamt, das es so ohnehin nicht gibt. Oder um es mit der Religionsphilosophin Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz zu sagen: Ob oder in welcher Form der Dienst „in einer neuen Weise formuliert“ wird, ist nach wie vor unklar. Menschen brauchen nur eines: Jesus. Er ist bei uns „alle Tage bis zum Ende der Welt“.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

BeneDicta

  1. Beschließen ohne zu entscheiden?
  2. Die große Täuschung
  3. Hoffnung schlägt Optimismus
  4. Kirche zwischen Riss und Rückbindung
  5. Freu dich, Gott liebt dich
  6. 'Sommer ist, was in deinem Kopf passiert'
  7. Denn der Glaube ist kein Leistungssport
  8. Das Glück dieser Welt kauft man nicht mit Geld
  9. Herabsteigen in die „Tiefe unseres Seins“
  10. Lächle einen Menschen an, der dich nervt!






Top-15

meist-gelesen

  1. EINMALIGE CHANCE - SIZILIEN-Rundreise mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  2. Papst warnt erneut die Piusbrüder! Geste wäre "ein schismatischer Akt"
  3. 'Der Bischof des Niedergangs ist Herr Feige'
  4. „Kann der Westen ohne das Christentum überleben?“
  5. Piusbruderschaft erklärt dem Papst den Glauben
  6. Die Erzdiözese Wien hat ein Problem: Toni Faber, seine 'Freundin' und seine 100m2 Penthouse-Wohnung
  7. Klimakatastrophe völlig 'unplausibel': IPCC-Autoren korrigieren Szenarien
  8. Bischöfe und ZdK wollen die AfD ausgrenzen, der Papst empfängt einen AfD-Bundestagsabgeordneten
  9. Niederländischer Weihbischof Mutsaerts bei Unfall schwer verletzt
  10. Ach FRIEDRICH - Eklat beim Katholikentag und Kanzler Merz mittendrin
  11. Vatikanisches Synodenbüro distanziert sich vom umstrittenen Gruppe 9-Abschlussbericht
  12. „So wie Volker Beck geht es mir auch mit ganz vielen Predigten und kirchlichen Verlautbarungen“
  13. ‚Ist das Synodenbüro des Vatikan die PR-Abteilung von P. James Martin SJ geworden?‘
  14. Die nächste Reform ist immer die beste aller Zeiten
  15. Proteste gegen Auftritt von Kardinal Marx

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz