Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Vatikan exkommuniziert sechs Bischöfe der Piusbruderschaft!
  2. Papst an Piusbrüder: 'Kehren Sie um!
  3. Bevorstehende „illegale Bischofsweihen für die Piusbruderschaft“ „ein schwerer schismatischer Akt“
  4. Konsistorium: Kardinäle benennen aktuelle Probleme, z.b. Meinung, das Leben habe keinen Sinn
  5. Papst: „Ich brauche Ihre Unterstützung – eine starke, ausdrückliche und öffentliche Unterstützung“
  6. GRÜN-Politikerin möchte das Töten von zwölf ungeborenen Kindern finanzieren
  7. Papst ernennt Sr. Alessandra Smerilli zur Präfektin des Entwicklungsdikasteriums
  8. „Man kann die priesterlichen Vollmachten nicht beliebig aufteilen und funktionalistisch outsourcen“
  9. "Ohne Einheit mit dem Papst keine volle Gemeinschaft mit der Kirche"
  10. Mehr Klarheit mit jeder Absage aus Rom
  11. Petrus und Paulus: Die Einheit der Kirche wächst aus der Verschiedenheit
  12. Nach Feier mit Erzbischof Lackner werden Karabiner von Schützenkompanien beschlagnahmt
  13. Leo XIV: „Die Autorität des Primats liegt bei demjenigen, der zuhört und nur deshalb führt“
  14. Vatikan hofft weiterhin auf Dialog mit der Piusbruderschaft
  15. Vorläufige Dialogpause zwischen der „Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa“ und dem Vatikan

Gottes unbedingte und unentgeltliche Liebe. Aus dem Käfig des Kalküls ausbrechen

24. September 2023 in Aktuelles, 5 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Franziskus: die Arbeiter der letzten Stunde werden wie die der ersten Stunde bezahlt, weil Gott in Wirklichkeit eine höhere Gerechtigkeit walten lässt. Von Armin Schwibach


Rom (kath.net/as) Angelus mit Papst Franziskus auf dem Petersplatz am fünfundzwanzigsten Sonntag im Jahreskreis: „Hast du nicht einen Denar mit mir vereinbart? Nimm dein Geld und geh! Ich will dem Letzten ebenso viel geben wie dir. Darf ich mit dem, was mir gehört, nicht tun, was ich will? Oder ist dein Auge böse, weil ich gut bin? So werden die Letzten Erste sein und die Ersten Letzte“.

Das Evangelium unterbreite uns ein überraschendes Gleichnis. Der Besitzer eines Weinbergs gehe von der Morgendämmerung bis zum Abend aus, um einige Arbeiter zu holen, aber am Ende bezahlteer alle gleich, auch diejenigen, die nur eine Stunde gearbeitet haben (vgl. Mt 20,1-16). Es scheine dies eine Ungerechtigkeit zu sein, aber das Gleichnis sei nicht nach Kriterien des Lohnes zu lesen. Es wolle die Kriterien Gottes zeigen, der nicht unsere Verdienste berechne, sondern uns als Kinder liebe.

Zwei göttliche Handlungen betrachtete der Papst, die aus dieser Geschichte hervorgehen. Erstens: „Gott kommt zu jeder Zeit, um uns zu rufen. Zweitens: Er belohnt alle mit der gleichen ‚Münze’“.

Zunächst einmal sei Gott derjenige, der zu jeder Zeit hinausgehe, um uns zu rufen. Im Gleichnis heiße es: „Denn mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Gutsbesitzer, der früh am Morgen hinausging, um Arbeiter für seinen Weinberg anzuwerben“ (V. 1), dann aber zu verschiedenen Tageszeiten bis zum Sonnenuntergang hinausgehe, um diejenigen zu suchen, die noch niemand zur Arbeit geholt habe.


„Wir verstehen also“, so der Papst, „dass es sich bei den Arbeitern in diesem Gleichnis nicht nur um Menschen, sondern vor allem um Gott handelt, der den ganzen Tag unterwegs ist, ohne müde zu werden“. So sei Gott: „Er wartet nicht auf unsere Bemühungen, um zu uns zu kommen, er prüft nicht unsere Verdienste, bevor er uns sucht, er gibt nicht auf, wenn wir zu spät auf ihn reagieren. Im Gegenteil, er hat selbst die Initiative ergriffen und ist in Jesus zu uns ‚hinausgegangen‘, um uns seine Liebe zu zeigen“.

Er suche uns zu allen Tageszeiten, die, wie der heilige Gregor der Große sage, die verschiedenen Phasen und Jahreszeiten unseres Lebens bis ins hohe Alter darstellten. Denn für sein Herz sei es nie zu spät, er suche uns immer und warte auf uns.

Zum Zweiten: Gerade weil er so großherzig sei, vergüte Gott alle mit der gleichen „Münze“, nämlich seiner Liebe. Das sei der letzte Sinn des Gleichnisses: „Die Arbeiter der letzten Stunde werden wie die der ersten Stunde bezahlt, weil Gott in Wirklichkeit eine höhere Gerechtigkeit walten lässt“.

Die menschliche Gerechtigkeit sage: „Jedem das Seine, wie er es verdient“, während die Gerechtigkeit Gottes die Liebe nicht an unseren Erträgen, unseren Leistungen oder unserem Versagen bemesse. Gott liebe uns einfach, er liebe uns, weil wir Kinder seien, und er tue dies mit einer unbedingten und unentgeltlichen Liebe.

Manchmal liefen wir Gefahr, eine „geschäftsmäßige“ Beziehung zu Gott zu haben und uns mehr auf unsere eigenen Fähigkeiten zu verlassen als auf die Großherzigkeit seiner Gnade. Manchmal fühlten wir uns sogar als Kirche, anstatt zu jeder Tageszeit hinauszugehen und unsere Arme nach allen auszustrecken, wie die Ersten in unserer Klasse, und urteilten über andere, die weit weg seien, ohne daran zu denken, dass Gott auch sie mit der gleichen Liebe liebe wie uns.

Selbst in unseren Beziehungen, die das Gefüge der Gesellschaft bildeten, gelinge es der von uns praktizierten Gerechtigkeit manchmal nicht, aus dem Käfig des Kalküls auszubrechen, und wir beschränkten uns darauf, entsprechend dem, was wir erielten, zu geben, ohne es zu wagen, über das Ziel hinauszuschießen, ohne auf die Wirksamkeit des unentgeltlich geleisteten Guten und der mit weitem Herzen gezeigten Liebe zu setzen.

„Fragen wir uns“, so Franziskus abschließend wie üblich: „Weiß ich, ich Christ, wie ich auf andere zugehen soll? Und bin ich großherzig gegenüber allen, weiß ich, wie ich dieses ‚Mehr‘ an Verständnis und Vergebung geben kann, wie Jesus es mit mir macht? Möge die Gottesmutter uns helfen, uns zum Maß Gottes zu bekehren, zu jenem einer Liebe ohne Maß“.

Nach dem Angelus erinnerte der Papst an den heutigen 109. Welttag des Migranten und Flüchtlings 2023 unter dem Thema: "Frei in der Entscheidung auszuwandern oder zu bleiben" sowie an seine 44. Apostolische Auslandsreise nach Marseille (22.-23.9.).

Foto (c) Vatican Media

 


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu







Top-15

meist-gelesen

  1. EINMALIGE SIZILIEN-Rundreise mit Kaplan Johannes Maria Schwarz - REISE AUSGEBUCHT
  2. Vatikan exkommuniziert sechs Bischöfe der Piusbruderschaft!
  3. „Man kann die priesterlichen Vollmachten nicht beliebig aufteilen und funktionalistisch outsourcen“
  4. Papst an Piusbrüder: 'Kehren Sie um!
  5. Bevorstehende „illegale Bischofsweihen für die Piusbruderschaft“ „ein schwerer schismatischer Akt“
  6. Mehr Klarheit mit jeder Absage aus Rom
  7. Papst: „Ich brauche Ihre Unterstützung – eine starke, ausdrückliche und öffentliche Unterstützung“
  8. Haben Sie das Apostolische Mandat? – „Nein. Sie wussten, dass sie es nicht hatten“
  9. Vorläufige Dialogpause zwischen der „Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa“ und dem Vatikan
  10. Ehemalige Äbtissin wehrt sich gerichtlich gegen Rauswurf
  11. GRÜN-Politikerin möchte das Töten von zwölf ungeborenen Kindern finanzieren
  12. Konsistorium: Kardinäle benennen aktuelle Probleme, z.b. Meinung, das Leben habe keinen Sinn
  13. Nach Feier mit Erzbischof Lackner werden Karabiner von Schützenkompanien beschlagnahmt
  14. Dokumentation zeigt die Islamisierung Birminghams
  15. Das Konsistorium war „eine gute Erfahrung der Kollegialität der Kardinäle mit dem Heiligen Vater“

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz