Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Was interessiert mich das Geschwätz von Rom...
  2. Wenn sich Gratismut in Angst verwandelt
  3. Katholiken fordern Exkommunikation der „katholischen“ US-Gouverneurin Maura Healey
  4. „Trägt der synodale Prozess dazu bei, die Seelen Christus und dem ewigen Heil näherzubringen?“
  5. Bußgeldverfahren gegen Schüler nach Weigerung an LGBT-Workshop teilzunehmen
  6. Papst warnt vor eigenmächtigen Änderungen bei der Messe
  7. 500 Euro für ein Sakrament oder was ist das wirkliche Problem?
  8. Katholische Beerdigung für italienischen Gitarristen wurde abgesagt, weil er Freimaurer war
  9. "Ich würde Kinderbetreuung nicht als Arbeit sehen, sage ich Ihnen ganz ehrlich"
  10. Das Kirchenjahr als Weg durch die Heilsgeschichte. Dem Gottesdienst soll nichts vorgezogen werden!
  11. Influencerin bezeichnet Trans-Politiker als Mann: zu zwei Jahren Hausarrest verurteilt
  12. ‚Waldbrände in der Kurie‘
  13. Schwuler Aktivist übt scharfe Kritik an Jens Spahn: „Es gibt kein Grundrecht auf ein Kind!“
  14. Edith Stein – Ave, Crux, spes unica
  15. "Satanisches Lachen" - US-Demokraten aus Massachusetts feiern Ermorden von Kindern bis zur Geburt!

Der Papst im Spital und das lange Schweigen des Vatikans

7. Juni 2023 in Kommentar, 3 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Papst Franziskus und seine Gesundheit: Kaum ein Thema im Vatikan weckt größere Aufmerksamkeit Grund dafür sind mitunter wilde Spekulationen der Medien, aber auch die Kommunikation aus dem Vatikan - Von Kathpress-Korrespondentin Severina Bartonitschek


Vatikanstadt/Rom (kath.net/KAP) Der Papst war am Dienstag im Krankenhaus. Schon wieder. Das berichtete zuerst die italienische Nachrichtenagentur "Ansa" unter Berufung auf "zuverlässige Quellen". Demnach soll er um 10.40 Uhr in die Abteilung für Altersmedizin der römischen Gemelli-Klinik eingeliefert worden sein. Der Grund: Kontrolluntersuchungen. Vor 12 Uhr soll er das Spital dann wieder verlassen haben. Aufgrund von Journalistenanfragen bestätigte der Vatikan den Spitalsaufenthalt am Nachmittag.

Obwohl diesmal alles zusammenzupassen scheint, weckt der Grund des Aufenthalts im Krankenhaus negative Erinnerungen. Ende März verbrachte Franziskus schon einmal drei Tage in der Gemelli-Klinik. Als damals seine Einlieferung bekannt wurde, sprach der Vatikan zunächst von "geplanten Untersuchungen". Italienische Medien berichteten hingegen von einer Krankenwagenfahrt Richtung kardiologische Abteilung, gar von einem Herzinfarkt war die Rede.


Vatikansprecher Matteo Bruni korrigierte daraufhin seine erste Mitteilung. Franziskus habe eine Atemwegsinfektion, "die einige Tage lang eine angemessene medizinische Behandlung im Krankenhaus erfordern wird". Es solle sich weder um eine Lungenentzündung noch um eine Coronainfektion handeln.

Obwohl Bruni diese Informationen vermutlich auf Anweisung herausgegeben hatte, ließ ihn sein oberster Chef kurze Zeit später auflaufen. Vor versammelter Journalistenschar erzählte Franziskus freimütig von einer Lungenentzündung. Er habe sich schlecht gefühlt und hohes Fieber bekommen und sei dann in das Krankenhaus eingeliefert worden, berichtete der Papst auf seiner Rückreise aus Ungarn. Also doch keine Bronchitis?

"Vaticanisti" vermissen offizielle Informationen

Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht, lautet ein bekanntes Sprichwort. Das beschreibt derzeit treffend die Beziehung zwischen Journalisten und Vatikan-Presseamt. Alteingesessene "Vaticanisti" erinnern sich wehmütig an die Zeiten von Papstsprecher Joaquin Navarro-Valls: Knapp zwei Jahrzehnte lang begleitete der Spanier Papst Johannes Paul II. - bis zu dessen Tod 2005.

Der polnische Papst verbrachte zum Ende seines Lebens viel Zeit in der Gemelli-Klinik. Wegen seiner häufigen Aufenthalte dort bezeichnete er das Krankenhaus einmal scherzhaft als eine Art Nebenvatikan. Navarro-Valls begleitete seinen Chef in den eigenen Papsttrakt des Spitals. Und er versorgte Medienvertreter mit Informationen. Regelmäßig klärte der Pressesprecher, selbst Mediziner, Journalisten über den Zustand des Papstes auf - proaktiv.

Stundenlanges Warten auf Erklärungen

Die Kommunikationsstrategie des Vatikans heute ist das exakte Gegenteil. Statt mögliche Spekulationen im Voraus zu vermeiden und offen über Vorgänge zu kommunizieren, passiert erst einmal nichts. Getrieben von zahlreichen Medienanfragen folgt erst Stunden später eine kurze Mitteilung. Deklariert ist sie als Erklärung von Pressedirektor Bruni. Zuvor dürfte sie wohl schon durch viele Hände innerhalb der Kommunikationsbehörde und mitunter des Staatssekretariats gegangen sein. Das könnte die lange Reaktionszeit erklären.

Das Alter des Papstes, sein schon angeschlagener Gesundheitszustand, der Kontakt mit vielen Menschen und das enorme Arbeitspensum bedingen Erkrankungen. Für den auch als Sturkopf bekannten Franziskus ist "Kürzer treten" offenbar keine Option, weitere Gesundheitsprobleme werden sich kaum vermeiden lassen. Nach dem kürzlichen Kommunikationsdesaster war die Hoffnung auf eine geänderte vatikanische Medienstrategie bei diesem Thema groß - aktuell lässt sie noch auf sich warten.

Copyright 2023 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu







Top-15

meist-gelesen

  1. Sommerspende für kath.net - Bitte helfen SIE uns jetzt JETZT!
  2. Edith Stein – Ave, Crux, spes unica
  3. "Mit Leib und Seele bei Gott – unsere Berufung zur Vollendung"
  4. "... der Sieg, der die Welt besiegt hat, ist unser Glaube” (1 Joh 5,4)"
  5. Grösse
  6. Deutschland: Katholische Kirche verzeichnet mehr Erwachsenentaufen trotz Mitgliederrückgang
  7. „Nicht der Sturm hat das letzte Wort – Christus hat das letzte Wort. Amen.“
  8. Was Papst Leo XIV. in Südamerika erwartet
  9. Wenn der Sturm den Glauben prüft - Der Friede Christi mitten im Gegenwind
  10. Ein Fall für den Staatsfunk: Wie Georg Restle Verschwörungsmythen als „Haltung“ verkauft
  11. Wenn sich Gratismut in Angst verwandelt
  12. Bußgeldverfahren gegen Schüler nach Weigerung an LGBT-Workshop teilzunehmen
  13. Bischof Hansen/Oslo kündigt Diözesansynode an – Keine Abstimmung über die kirchliche Lehre
  14. "Ich würde Kinderbetreuung nicht als Arbeit sehen, sage ich Ihnen ganz ehrlich"
  15. Präfekt des Dikasteriums für die Gesetzestexte: Kirchenrecht soll dem Heil der Seelen dienen

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz