Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Nach fast drei Wochen bricht die Diözese Rottenburg-Stuttgart das Schweigen
  2. „Mir sind konkrete Reaktionen von Kindern bekannt, die diese Darstellung als verstörend empfanden“
  3. US-Katholiken mehrheitlich für die Todesstrafe
  4. „Ich kann die Kommunion nicht empfangen. Ist es trotzdem sinnvoll, zur Messe zu gehen?“
  5. Viel Bla-Bla zum Neuen Jahr!
  6. Vertrauliche Vorlagen des vatikanischen Konsistoriums sind aufgetaucht
  7. Hongkongs Kardinal Zen äußerte beim Konstistorium Grundsatzkritik an der letzten Bischofssynode
  8. Wann enden die perspektivlosen Strukturdebatten?
  9. These: Die Wahrheit steht über der nachdrücklichen Forderung nach Einheit
  10. Regensburger Bischof Voderholzer beim Papst
  11. Papst Leo XIV. bestärkt Bischof Voderholzer auf dem Weg der Neuevangelisierung
  12. Griechisch-orthodoxe Bischöfe üben scharfe Kritik an EU-Plänen zu Abtreibungsfonds
  13. BILD-Chefin Marion Horn fordert jetzt: Daniel Günther muss das zurücknehmen oder zurücktreten
  14. Brigitte Bardot bedauerte den Verlust des Geheimnisvollen in der Neuen Messe
  15. Iran: Mindestens 12.000 Tote bei Protesten gegen das Regime

Botschafter vor Papstbesuch: "In Ungarn ist der Glaube sichtbar"

17. April 2023 in Weltkirche, 1 Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Diplomat Habsburg vertritt Budapest beim Heiligen Stuhl: "Wir leben bewusst Christentum seit 1.000 Jahren" - Ungarn ein Symbol für christliche Werte, für klassische Werte der Familie


Rom/Budapest  (kath.net/KAP) Papst Franziskus wird bei seinem Besuch in Ungarn Ende April in ein auch historisch stark christlich geprägtes Land kommen, in dem "der Glaube im öffentlichen Raum sichtbar ist". Das erklärte Budapests Botschafter beim Vatikan, Eduard Habsburg, in mehreren Interviews für verschiedene Sprachredaktionen des Onlineportals Vatican News. "Wir leben bewusst Christentum seit 1.000 Jahren", nahm Habsburg auf den heiliggesprochenen Staatsbegründer König Stephan (997-1038), aber auch die wechselvolle Geschichte Ungarns u.a. mit der Besetzung durch die Osmanen im 16. Jahrhundert oder dem kommunistischen Regime im 20. Jahrhundert Bezug. Es sei wichtig zu verstehen, "dass die Tatsache, dass wir heute ein religiöses Land haben, ein Land voller Christentum, ein Wunder ist", so der Diplomat.

"Wenn Sie heute nach Ungarn kommen, sehen Sie ein Land, in dem der christliche Glaube sichtbar ist", sagte der 56-jährige Botschafter, der Ungarn seit 2015 beim Heiligen Stuhl vertritt. Ungarn sei "stark christlich geprägt" und gelte in aller Welt als "Symbol für christliche Werte, für traditionelle Werte der Familie". Auch auf allen Ebenen der Regierung fänden sich von Ministerpräsident Viktor Orban und Staatspräsident Katalin Novak abwärts Menschen, denen der christliche Glaube wichtig sei. "Wir haben ein Land, das keine Angst davor hat, Religion und Glauben in der Öffentlichkeit zu zeigen", hielt Habsburg fest. "Wir haben eine klare Trennung zwischen Kirche und Staat, wie sie heutzutage immer üblich ist, aber Kirche und Staat arbeiten zusammen." Gleichzeitig würden auch andere Religionsgemeinschaften von der Regierung stark unterstützt. "Wir haben eine der blühendsten jüdischen Gemeinden Europas", so der Botschafter.


Warum Papst Franziskus nach September 2021 nun ein zweites Mal nach Budapest kommt, darüber wolle er nicht öffentlich spekulieren, sagte Habsburg. Bei dem damals nur siebenstündigen Besuch für die Abschlussmesse des Eucharistischen Weltkongresses habe der Papst aber "gespürt, dass die Ungarn ihn wirklich lieben, mit ihren Herzen ihm entgegenfliegen". Über den neuerlichen Besuch seien die Ungarn "unglaublich dankbar". Franziskus habe auch etliche persönliche Bezüge zum Land. Noch als Erzbischof von Buenos Aires besuchte Jorge Bergoglio etwa mehrfach ein Mary-Ward-Kloster in Platanos unweit der argentinischen Hauptstadt, in dem auch Ordensfrauen lebten, die 1956 nach der kommunistischen Machtübernahme aus Ungarn geflohen waren, erinnerte Habsburg.

In seinen Ansprachen werde Franziskus die Ungarn ermutigen, "ihren Glauben weiter zu leben", sagte Botschafter Habsburg zu den möglichen Themen der Papstreden. Vorstellbar sei auch, dass sich das Kirchenoberhaupt zum Einsatz Ungarns für Familien äußert und dazu ermutigt, sich für den Nächsten und Menschen am Rand der Gesellschaft einzusetzen. Mit Blick auf den Krieg im Nachbarland Ukraine werde der Papst zudem "sicher über Frieden sprechen", so der Botschafter weiter.

Krieg im Nachbarland

Habsburg verwies auf die rund 150.000 Menschen umfassende ungarische Minderheit in der Ukraine, die den Krieg hautnah miterlebe. "Vielleicht erklärt das auch ein bisschen, warum sich Ungarn konsequent von Anfang an eingesetzt hat für den Frieden hier und im Moment aktuell auch die Forderung hat: Waffenstillstand so schnell wie möglich und Friedensverhandlungen so schnell wie möglich." Ungarns Position sieht der Botschafter in diesem Punkt deckungsgleich mit Papst Franziskus, "Und das ist eine Stimme, die in Europa im Moment selten geworden ist."

Mit der Hilfe für Flüchtlinge aus der Ukraine laufe in Ungarn "die größte humanitäre Aktion in der Geschichte" des Landes, sagte Habsburg. Rund eine Million Vertriebe seien seit Kriegsbeginn versorgt worden und viele Ungarn seien bereit gewesen, zu helfen. Jene Ukrainer, die bleiben wollten, würden auch ganz aufgenommen. Habsburg nannte dazu die Zahl von derzeit rund 30.00 Menschen. Viele andere seien in an andere Länder gegangen: "Das war ihre Entscheidung."

Kritische Anfragen zur Asyl- und Migrationspolitik Ungarns wies Habsburg zurück. "Wir haben nur ein Problem mit der illegalen Migration und tun an allen anderen Fronten, was wir können." Der Botschafter verwies damit u.a. auf Initiativen wie die Aktion "Hungary helps" für bedrängte Christinnen und Christen im Orient. Ungarn versuche Menschen zu helfen, die in ihren Ländern bleiben wollen, "anstatt sie auf schreckliche Reisen zu schicken und sie dem Menschenhandel auszuliefern". Der Papst sei sich dessen bewusst, zeigte sich Habsburg überzeugt.

Zu politischen Spannungen mit anderen Staaten oder der Europäischen Union verwies der Diplomat auch auf die Historie Ungarns. Es sei eine Zeit lang Teil des Osmanischen Reiches, dann des Habsburgerreiches und später des Ostblocks gewesen. "Die Ungarn neigen dazu, aufgeregt zu werden, wenn Menschen von außerhalb versuchen, uns zu sagen, wie wir unsere Angelegenheiten zu regeln haben." Dies führe manchmal zu Spannungen auch mit Brüssel. Gleichzeitig gebe es in Ungarn eine große Begeisterung für die europäische Idee, sagte Habsburg. "Die Zukunft Europas liegt in der Europäischen Union, aber manchmal haben wir das Gefühl, dass es noch schöner wäre, wenn unsere Werte noch ein bisschen mehr respektiert würden."

Copyright 2023 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich

Alle Rechte vorbehalten

Archivfoto Eduard Habsburg (c) privat


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu







Top-15

meist-gelesen

  1. ISLAND-REISE - KOMMEN SIE MIT! - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  2. Nach fast drei Wochen bricht die Diözese Rottenburg-Stuttgart das Schweigen
  3. Viel Bla-Bla zum Neuen Jahr!
  4. Australischer Forscher Andrew Lowenthal analysiert Zensur in Deutschland
  5. Oktober 2026 - Kommen Sie mit nach SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  6. Hongkongs Kardinal Zen äußerte beim Konstistorium Grundsatzkritik an der letzten Bischofssynode
  7. „Mir sind konkrete Reaktionen von Kindern bekannt, die diese Darstellung als verstörend empfanden“
  8. Vertrauliche Vorlagen des vatikanischen Konsistoriums sind aufgetaucht
  9. Regensburger Bischof Voderholzer beim Papst
  10. „Ich kann die Kommunion nicht empfangen. Ist es trotzdem sinnvoll, zur Messe zu gehen?“
  11. MEHR hippe Missionare in Augsburg
  12. 'Exportweltmeister in Moral, ansonsten Beobachter an der Seitenlinie. Beschämend'
  13. BILD-Chefin Marion Horn fordert jetzt: Daniel Günther muss das zurücknehmen oder zurücktreten
  14. Große kath.net-Leserreise nach Rom - Ostern 2027 - Mit P. Johannes Maria Schwarz
  15. Wann enden die perspektivlosen Strukturdebatten?

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz