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Das Wesen der Nachfolge Jesu

22. Jänner 2023 in Aktuelles, 2 Lesermeinungen
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Franziskus: wenn man nicht den Mut findet, sich auf den Weg zu machen, besteht die Gefahr, Zuschauer der eigenen Existenz zu bleiben und seinen Glauben nur halbherzig zu leben. Von Armin Schwibach


Rom (kath.net) Angelus am dritten Sonntag im Jahreskreis mit Papst Franziskus auf dem Petersplatz: „das Volk, das im Dunkel saß, hat ein helles Licht gesehen; denen, die im Schattenreich des Todes wohnten, ist ein Licht erschienen“.

Das Evangelium der heutigen Liturgie (Mt 4,12-23) berichte von der Berufung der ersten Jünger, die am See Genezareth alles verließen, um Jesus zu folgen. Einige von ihnen seien ihm dank Johannes dem Täufer bereits begegnet, und Gott habe in sie den Samen des Glaubens gesät .

Jetzt komme er zurück, um sie dort zu suchen, wo sie lebten und arbeiteten. Dieses Mal richte er einen direkten Aufruf an sie: „Folgt mir nach“. Und sie „verließen sogleich die Netze und folgten ihm nach“ (vglV. 20).

„Halten wir bei dieser Szene inne“, so der Papst: „es ist der Moment der entscheidenden Begegnung mit Jesus, an den sie sich für den Rest ihres Lebens erinnern werden und der in das Evangelium eingeht. Sie folgen Jesus, und um ihm zu folgen, verlassen sie alles“.


Bei Jesus sei es immer so: „man könne seine Faszination irgendwie nachempfinden, vielleicht dank der anderen. Dann kann das Wissen persönlicher werden und ein Licht im eigenen Herzen entzünden“. Es werde zu etwas Schönem, das man mit anderen teilen kann: „Weißt du, dieser Abschnitt aus dem Evangelium hat mich beeindruckt, diese Erfahrung des Dienens hat mich berührt“.

Das müssten auch die ersten Jünger getan haben. Aber früher oder später komme der Moment, in dem man gehen müsse, um ihm zu folgen. Und da müsse eine Entscheidung getroffen werden: „verlasse ich einige Gewissheiten und breche zu einem neuen Abenteuer auf, oder bleibe ich, wo ich bin? Es ist ein entscheidender Moment für jeden Christen, denn hier steht die Bedeutung von allem anderen auf dem Spiel. Wenn man nicht den Mut findet, sich auf den Weg zu machen, besteht die Gefahr, Zuschauer der eigenen Existenz zu bleiben und seinen Glauben nur halbherzig zu leben“.

Das Zusammensein mit Jesus erfordere also den Mut zum Aufbruch. Wie? Gewiss, unsere Laster und Sünden, die wie Anker seien, die uns am Ufer festhielt und uns daran hinderten, aufs Meer hinauszufahren. Aber wir müssten auch das hinter uns lassen, was uns davon abhalte, ein Leben in Fülle zu führen, wie Ängste, egoistische Berechnungen, Garantien, um sicher zu sein, indem wir auf Sparflamme lebten. Man müsse auch die Zeit aufgeben, die mit so vielen nutzlosen Dingen verschwendet werde. Wie schön sei es, all dies hinter sich zu lassen, um zum Beispiel das anstrengende, aber erfüllende Risiko des Dienstes zu erleben oder sich dem Gebet zu widmen, um in der Freundschaft mit dem Herrn zu wachsen.

„Ich denke auch an eine junge Familie“, so Franziskus, „die das ruhige Leben hinter sich lässt, um sich auf das unvorhersehbare und schöne Abenteuer der Mutter- und Vaterschaft einzulassen. Es ist ein Opfer, aber ein Blick auf die Kinder genügt, um zu verstehen, dass es richtig war, gewisse Rhythmen und Bequemlichkeiten hinter sich zu lassen. Ich denke an bestimmte Berufe, zum Beispiel an einen Arzt oder ein den, der im Gensheitswesen tätig ist, die auf so viel Freizeit verzichtet haben, um zu studieren und sich vorzubereiten, und nun Gutes tun, indem sie viele Stunden des Tages und der Nacht, viel körperliche und geistige Energie den Kranken widmen. Kurz gesagt, um das Leben zu erfüllen, muss man die Herausforderung annehmen und gehen. Dazu lädt Jesus heute jeden einzelnen von uns ein“.

„Dazu möchte ich euch wie üblich einige Fragen stellen“, so der Papst abschließend: „uunächst einmal: erinnere ich mich an einen ‚starken Moment’, als ich Jesus bereits begegnet bin? Und gibt es etwas Schönes und Bedeutendes, das in meinem Leben passiert ist, so dass ich andere, weniger wichtige Dinge hinter mir gelassen habe? Und heute: gibt es etwas, das Jesus von mir verlangt, aufzugeben? Welche materiellen Dinge, Denkweisen und Gewohnheiten muss ich hinter mir lassen, um wirklich ‚Ja’ zu Jesus zu sagen?“.

 


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