Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Die Alte Messe braucht die Piusbruderschaft nicht
  2. ZDF hasst Katholiken
  3. Eduard Habsburg: Alte Messe ist ‚absolute Antithese zur heutigen Welt‘
  4. Erzbistum Washington entlässt Exorzisten wegen Äußerungen zu UFOs und Dämonen
  5. Kurienerzbischof Pozzo: „Die beiden Formen des Römischen Ritus nicht gegeneinander ausspielen“
  6. Christus bleibt nicht im Tempel! Fronleichnam: Einladung für die Gegenwart
  7. Das Beichtgeheimnis: Festgeschrieben für die Ewigkeit?
  8. Bischof Algermissen: kfd-Positionspapier zu § 218 StGB ist nicht katholisch
  9. "Gesegneten Frohnleichnahm" - eine CSU-Blamage zu Fronleichnam
  10. Es gibt keine zweite Chance mehr
  11. Kardinal Woelki: In der Eucharistie schenkt sich Christus selbst
  12. Die Menschenwürde hat keinen Reisepass
  13. Besorgniserregende antidemokratische und gewaltaffine Haltungen bei jungen Muslimen
  14. ‚Jedes Knie soll sich beugen‘: Erzbischof Fisher ruft zum Knien vor der Eucharistie auf
  15. Papst: „Ich bin zutiefst berührt, dass Sie darüber sprechen können“

Ein Sakrament stirbt...

2. November 2022 in Kommentar, 45 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Der neue Mainzer „‚Sterbesegen‘ hat keinerlei liturgische Approbation, ist theologisch absolut defizient und geht letztlich vor das Zweite Vatikanische Konzil zurück.“ Gastkommentar von Msgr. Joachim Schroedel, Kairo


Mainz (kath.net) Passend am Allerheiligentag, nachdem ich von einer wundervollen Firmung im Auftrag des Erzbischofs von Freiburg in meine Heimat Rheinhessen zurückkam, fand ich in meiner Post ein (leider undatiertes) Schreiben des „Dezernats Seelsorge“ des Bischöflichen Ordinariats Mainz. Das Schreiben, dem ein Faltblatt „Sterbesegen“ bei lag, zitierte meinen Bischof Peter Kohlgraf.

Er „begrüßt es sehr, dass der Sterbesegen im Bistum Mainz bekannter wird, und er empfiehlt seine Verwendung allen, die Menschen am Lebensende begleiten“.

Nun war ich schon sehr interessiert, denn das Wort „Sterbesegen“ war mir bis dato nicht wirklich bekannt. Wie oft schon durfte ich als Priester die „ultima unctio“ spenden. Heute eher unter dem Namen „Krankensalbung“ bekannt, sah ich es immer als die wundervolle Weise der Verkündigung, dass der Herr bis in die letzte Stunde durch den Dienst der Priester präsent ist. Es ist eben nicht die „Letzte Ölung“, sondern das Gebet für den Sterbenden um Aufrichtung und Heilung – immer, natürlich, nach dem Willen des Herrn.

Nun lese ich von meinem Bischof: „Rituale... können gerade in herausfordernden Situationen eine große Hilfe sein. Der Sterbesegen ist ein ‚Geländer’, an dem Seelsorger und Angehörige sich festhalten können...“. Segen, zur Festigung der Seelsorger und Angehörigen? Ich wurde etwas unruhig.


Ein Segen gilt einem Menschen, und ist kein „Geländer“ für den Segnenden, also quasi: ein Trost. Aber nach wenigen Worten wurde mir gesagt: „Jeder Mensch kann segnen! Daher ist der Sterbesegen nicht nur für hauptamtliche Seelsorgerinnen und Seelsorger gedacht.“.

Im Folgenden wird mit keinem Wort erwähnt, dass es das „Sakrament der Krankensalbung“ gibt, das nicht nur ein „Trost“ ist, sondern selbst sündenvergebend wirkt.

Und ich dachte an das, was ich vom Zweiten Vatikanischen Konzil lernen durfte: „Durch die heilige Krankensalbung und das Gebet des Priesters empfiehlt die ganze Kirche die Kranken dem leidenden und verherrlichten Herrn, dass er sie aufrichte und rette (vgl. Jak 5,14–15 EU), ja sie ermahnt sie, sich aus freien Stücken mit dem Leiden und dem Tode Christi zu vereinigen (vgl. Röm 8,17 EU; Kol 1,24 EU; 2 Tim 2,11–12 EU; 1 Petr 4,13 EU) und so zum Wohle des Gottesvolkes beizutragen.“ (Lumen gentium , Nr. 11)

Sterbesegen? Welche Vergewaltigung des Zweiten Vatikanischen Konzils. Welche Rückkehr in die vorkonziliare Haltung der „ultima Unctio“, der „Letzten Ölung“!

Im beigefügten Handzettel wird mit keinem Wort die Hoffnung auf Heilung formuliert. Der „Sterbesegen“ (an sich ein „Unwort“!) hat keinerlei liturgische Approbation, ist theologisch absolut defizient und geht letztlich vor das Zweite Vatikanische Konzil zurück.

Ich hätte nie gedacht, dass in meinem Bistum einmal ein seltsamer Doppelschritt geschehen wird.

Zum Einen: Ein Heiliges Sakrament wird mit keinem Wort erwähnt, vielmehr wird so getan, als ob man mit so herzlicher Verbundenheit den Trauernden zu Gute kommen würde.

Zum Andern: Der „Sterbesegen“ (von dem der Bischof sagt, jeder könne ihn spenden, ja: jeder könne überhaupt segnen) geht vor die Reformation des Ritus der Krankensalbung hinweg und zeigt letztlich keinerlei Hoffnung auf Heilung. „Er richte Dich wieder auf“ fehlt in diesen Texten.

Das Zweite Vatikanische Konzil hat uns, auch im Tode, die Perspektive des „Überlebens“ eröffnet. Nicht mehr „Letzte Ölung“, sondern „Krankensalbung“ heißt im Deutschen dieses Sakrament.

Nun sind Bistümer (Mainz sagt Dank dem Bistum Speyer für die Texte!) bereit, einen „Sterbesegen“(!) zu spenden. Natürlich von Laien, denn „Jeder Mensch kann segnen“ (Bischof Kohlgraf in diesem undatierten Schreiben). Eine „Sterbesegnung“ wäre aber nichts anderes als eine unliturgisch-profanisierte „letzte Ölung“.

Diese Entwicklungen verunsichern mich zutiefst. Dem Sakrament der Krankensalbung wird Lebewohl gesagt (vielleicht im Hinblick auf die Zukunft, in der es ohnedies kaum mehr Priester geben wird), es wird ein „Sterbesegen“ geschaffen, der ohne jede Tradition ist (und natürlich auch „von allen“ gespendet werden kann), und man geht vor die Neuformulierung der Krankensalbung der Liturgie nach den Zweiten Vatikanischen Konzils zurück, indem man jede Hoffnungsperspektive in diesem „Segen“ streicht.

Die Krankensalbung, eines der Sieben Sakramente der Kirche, wird mit keinem Wort erwähnt. Das ist wohl das Schlimmste, das man feststellen muss. Das Sakrament wird gestrichen. Priester, die dieses Sakrament spenden, sind infolge auch nicht wirklich nötig.

Wem will man dabei dienen? Ich sehe nur eine Antwort: Nach dieser „bischöflichen Entscheidung“ können (endlich!) alle, Männer wie Frauen (!) Segen spenden und Seelsorger*innen sein! Priestertum? Das scheint so oder so bald zuende. Und um Priesternachwuchs zu beten? Das ist ja wohl mehr als „konservativ“ (das Schimpfwort aller modernen „neuen Wege“).

Foto (c) Bistum Mainz/Homepage/Screenshot


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu







Top-15

meist-gelesen

  1. SIZILIEN-Rundreise mit Kaplan Johannes Maria Schwarz - ANMELDUNG nur noch bis 22. JUNI!!!
  2. ZDF hasst Katholiken
  3. Das Beichtgeheimnis: Festgeschrieben für die Ewigkeit?
  4. "Gesegneten Frohnleichnahm" - eine CSU-Blamage zu Fronleichnam
  5. Erzbistum Washington entlässt Exorzisten wegen Äußerungen zu UFOs und Dämonen
  6. Östereichische Bischofskonferenz: Lackner bleibt Vorsitzender, Scheuer wieder Vize
  7. Kardinal Woelki: In der Eucharistie schenkt sich Christus selbst
  8. Polen: Fußballer Bartosz Sobczyk gab seine Karriere auf, um Priester zu werden
  9. Die Alte Messe braucht die Piusbruderschaft nicht
  10. Aus der Liebe geboren, zur Einheit berufen - Ein Leib, ein Geist, eine Sendung
  11. Papst: „Ich bin zutiefst berührt, dass Sie darüber sprechen können“
  12. Das Maß vor dem Gesetz. Würde, Recht und die Grenzen der Macht
  13. Es gibt keine zweite Chance mehr
  14. Papst reagiert bestürzt auf Ermordung von Bischof Afonso/Mosambik
  15. Eduard Habsburg: Alte Messe ist ‚absolute Antithese zur heutigen Welt‘

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz