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„Dann kannst du Pubertäts-Blocker nehmen … kannst in Ruhe überlegen: Welcher Körper passt zu mir?“

14. Oktober 2022 in Deutschland, 22 Lesermeinungen
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Deutsches Familienministerium wendet sich (mit offiziellem Logo und mit offiziellen Geldern finanziert) an Kinder, die angeblich „merken: Ich bin gar kein Mädchen. Oder: Ich bin gar kein Junge“.


Berlin (kath.net) Heftige Social-Media-Diskussionen folgten, als bekannt wurde, dass das deutsche Familienministerium Kindern auf ihrem offiziellen Regenbogenportal wie folgt informiert: „Bist du noch sehr jung`? Und du bist noch nicht in der Pubertät? Dann kannst du Pubertäts-Blocker nehmen.“ Die „Bild“ kritisiert, dass hier „ohne Hinweis auf Risiken und Folgen“ informiert werde. Auch die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ nimmt daran Anstoß: „Von den Nebenwirkungen und möglichen Spätwirkungen eines Pubertätsblockers ist keine Rede. Auch wird Kindern und Jugendlichen nicht gesagt, dass ein Pubertätsblocker nur dann verschrieben wird, wenn mehrere Konsultationen mit einem Facharzt vorausgegangen sind und die Eltern und deren Kind umfassend über die Wirkungen des Medikaments informiert wurden.“ Der Text laufe, so die FAZ weiter, seit 2020 unter dem Logo des Familienministeriums und das Ministerium rede sich nun „mit einer dürren Erklärung über Information in einfacher Sprache“ heraus. Das Familienministerium wird aktuell von Ministerium Lisa Paus (Bündnis 90/Die Grünen) geleitet. Die Zielgruppe ist noch derart jung, dass das Ministerium beim  Kindern gegenüber üblichen „Du“ als Anrede bleibt statt auf das respektvollere  „Sie“ zu wechseln.

Die „B.Z.“ macht nun darauf aufmerksam, dass es seit gestern „vorsichtiger“ heiße: „„Bist du noch sehr jung? Und bist du noch nicht in der Pubertät? So kannst du deinen Arzt/deine Ärztin fragen, ob dir Pubertätsblocker vielleicht helfen könnten.“ Das Bundesfamilienministerium habe inzwischen mitgeteilt, dass „der Text inzwischen so von der Redaktion angepasst“ wurde, „so dass eindeutig klar wird, dass ausschließlich Ärztinnen und Ärzte über die Notwendigkeit der Einnahme von Pubertätsblockern entscheiden“.


Inzwischen haben sich neben starker Kritik durch Social-Media-Nutzer auch Politiker zu Wort gemeldet. Die Bundestagsabgeordnete und wirtschaftspolitische Sprecherin der CDU-Bundestagsfraktion Julia Klöckner twitterte spürbar empört: „Das ist doch irre – sollte das kein Fake sein: Bundesregierung empfiehlt sehr jungen, unsicheren Menschen Pubertäts-Blocker.“ Klöckner war immerhin bereits Bundeslandwirtschaftsministerin gewesen. Auch Landespolitiker reagierten, so vertrat etwa Manuel Hagel, CDU-Fraktionsvorsitzender im Landtag von Baden-Württemberg, auf Twitter: „In einer Entwicklungsphase, in der junge Menschen am unsichersten & verletzlichsten sind, empfiehlt ihnen die SPD-geführte Bundesregierung Pubertätsblocker. Offenbar egal, ob irreversible Schäden entstehen & wie sie sich Jahre später fühlen. Vollkommen verantwortungslos!“

Für die „Bild“ kommentierte Ralf Schuler: „Ausschank und Verkauf von Alkohol an Minderjährige wird zu Recht hart bestraft, während man zu Medikamenten mit womöglich irreversiblen Schäden an Seele und Körper liebevoll und unkritisch hinführt.“ Weiter schrieb er: „Das Indoktrinieren von Kindern geht nicht.“

„Welt“-Redakteurin Marie-Luise Goldmann machte in ihrem Kommentar darauf aufmerksam, dass hinter dem Beitrag des Regenbogenportals des Bundesministeriums „auch ein merkwürdiges Comeback alter Geschlechterklischees“ stecke. Dazu zitiert sie aus einer Info-Broschüre für Eltern, die noch die frühere Bundesfamilienministerin Franziska Giffey verantwortet hatte: „Ihr Mädchen ist ein echter Wildfang, spielt Fußball, klettert auf Bäume und kommt regelmäßig mit aufgeschlagenen Knien nach Hause?“ Goldmann weiter: „Die Lösung, die Giffey für die angebliche Ungewöhnlichkeit Fußball spielender Mädchen vorschlägt, ist dagegen kaum in einer anderen Zeit als der heutigen vorstellbar: ‚Vielleicht ist Ihr Kind transgeschlechtlich?‘“ In Giffeys Brief zeige sich „fast lehrbuchartig“, so die junge Redakteurin weiter, „warum der gegenwärtige Transaktivismus bei Feministinnen wie Alice Schwarzer und Chantal Louis Unbehagen auslöst“. Hier werde nämlich „vom sozialen Äußeren (Fußball)“ „aufs Innere (Junge) geschlossen und dieses Innere dann mit einem biologischen Äußeren (Testosteron) in Einklang gebracht“. Doch klinge dies „nur bedingt befreiend. Und dass auch in der Vergangenheit, etwa in der Vermarktung der Antibabypille, verheerende Nebenwirkungen womöglich zu sehr auf die leichte Schulter genommen wurden, kommt erst jetzt langsam ans Licht.“

Bild oben zur Dokumentation: Screenshot der alten Version der Info des Bundesfamilienministeriums (c) Bundesfamilienministerium


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