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Bartholomaios I.: Moskauer Patriarch soll sich Putin widersetzen

26. Mai 2022 in Aktuelles, 5 Lesermeinungen
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Ehrenoberhaupt der Weltorthodoxie: Russischer Patriarch Kyrill I. hätte für Einsatz gegen Krieg "seinen Thron opfern" sollen


Athen/Wien  (kath.net/KAP) Der Ökumenische Patriarch von Konstantinopel, Bartholomaios I., hat seinen Unmut über die Unterstützung des orthodoxen Moskauer Patriarchen Kyrill I. für Russlands Krieg gegen die Ukraine Luft gemacht. In einem Interview des griechischen TV-Senders ERT sagte das Ehrenoberhaupt der Weltorthodoxie am Dienstagabend, er hätte erwartet, dass Kyrill den russischen Einmarsch in die Ukraine verurteilt.


Der russische Patriarch hätte "seinen Thron opfern" und zu Wladimir Putin sagen sollen: "Herr Präsident, ich kann Ihnen nicht zustimmen. Ich trete zurück, ich gehe", so Bartholomaios laut Nachrichtenagentur KNA. Vielleicht wäre Kyrill I. dafür ins Gefängnis gekommen. Er wisse nicht, was Präsident Putin tun würde, wenn sich das russische Kirchenoberhaupt seinen Plänen widersetzen würde, so der Patriarch von Konstantinopel. Aber so eine Haltung wünschten sich andere orthodoxe Kirchenführer von Kyrill I. Es sei undenkbar gewesen, dass eine Kirche nicht gegen Krieg sei.

Er wisse nicht, wie sich der Moskauer Patriarch vor seinem eigenen Gewissen rechtfertigen könne, erklärte Bartholomaios. Kyrills Äußerungen zu Russlands Angriffskrieg auf Linie des Kreml-Chefs Wladimir Putin sorgen international seit Wochen für Empörung. Der Patriarch rechtfertigte den Militäreinsatz als "metaphysischen Kampf" des Guten gegen das Böse aus dem Westen. Seit Jahren propagiert er eine "russische Welt", zu der auch die Ukraine gehöre.

 

Copyright 2022 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich


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