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Ukrainische Katholiken erhalten katholische Kirche für 50 Jahre zurück

vor 3 Stunden in Weltkirche, keine Lesermeinung
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Große Freude unter katholischen Ukrainern: Sie erhalten frühere katholische Kirche für zunächst 50 Jahre zur kostenlosen Nutzung zurück – Die Geschichte der St. Nikolaus-Kirche spiegelt die jüngere ukrainische Geschichte wider


Kyiv (kath.net/pl) Die St. Nikolaus-Kirche in Kyiv zählt zu den nationalen kulturellen Wahrzeichen der Hauptstadt der Ukraine. Nach Jahrzehnten mit Rechtsstreitigkeiten, Verzögerungen und konkurrierenden Ansprüchen hat die römisch-katholische Gemeinschaft der Ukraine nun das Recht erhalten, die historische Kirche für die nächsten 50 Jahre im Rahmen eines mit dem Staat unterzeichneten Abkommens zu nutzen. Die Kirche bleibt zwar im Besitz des Staates – ein Faktum, das durch die Beschlagnahmung in der Sowjetzeit geschaffen worden war –, sie wird nun aber hauptsächlich als Pfarrkirche genutzt werden. Die Kirche hätte sich zwar gewünscht, dass die neogotische Kirche nun ganz in ihren Besitz übergeht, das hat sich allerdings vorläufig zerschlagen. Dennoch weist die Pfarrei darauf hin, dass dieser aktuelle Schritt "erst der Anfang" sei.


Am 6. Januar, dem Epiphaniefest, wurde in der überfüllten Nikolauskirche die Übergabe an die Katholiken mit einer Messfeier begangen, der Apostolische Nuntius in Kyiv, Erzbischof Visvaldas Kulbokas, hielt die Predigt.

Die Kirche hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Mit dem Bau im Zentrum Kyivs wurde 1899 begonnen, sie wurde 1909 geweiht. Der erste Pfarrer der Kirche war Józef-Jan Żmigrodzki aus Niemirów in Podole. Er wurde 1930 von den Russen zu sieben Jahren Arbeitslager verurteilt wurde und starb 1935 auf den Solovetsky-Inseln. Die Kirche konnte bis 1938 von den Katholiken genutzt werden, dann wurde sie von den sowjetischen Behörden geschlossen, die Gebäudlichkeiten wurden wirtschaftlich genutzt. 1978 spendete der Ministerrat der UDSSR das Kirchengebäude für musikalische Zwecke, seither konnten darin Orgelkonzerte stattfinden. Die Bemühungen der Katholiken, das Gebäude nach dem Fall der Mauer zurückzuerhalten, blieben auch nach dem Ende des Sowjetreiches fast drei Jahrzehnte erfolglos. Immerhin konnten Messfeiern in Ukrainisch, Polnisch und Latein darin abgehalten werden. 

Mit der Jahrtausendwende geriet nach und nach die Bausubstanz in Gefahr. Das Grundwasser sowie die Erschütterungen durch eine darunter erbaute U-Bahnlinie setzten dem Kirchengebäude zu, eine Renovierung war wegen der Besitzerfrage nicht möglich. Erst im Jahr 202o lenkte die Regierung ein. Dann wurde aber die Kirche 2021 durch ein großes Feuer und 2024 ihre Fenster durch den Einschlag einer russischen Rakete in der Nachbarschaft zerstört. Am 8. Januar 2026 wurde die Kirche dann endlich für 50 Jahre kostenlose Nutzung an die katholische Kirche übergeben.

 


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