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DANKE JESUS!

2. April 2022 in Jugend, 2 Lesermeinungen
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Es braucht Glauben und Vertrauen, um auch in widrigen Situationen ehrlich und aufrichtig „Danke“ zu sagen - Die Jugendkolumne von kath.net - Von Lucia Zimmermann


Salzburg (kath.net)

Heute ist ein strahlend schöner Tag draußen, aber ich sitze in meiner Wohnung und schau zum Fenster hinaus. Hier drinnen ist es kühl und lang nicht so hell wie draußen und das Zwitschern der Vögel höre ich nur gedämpft durchs geschlossene Fenster.

Irgendwie scheint mir das ein Bild für mein momentanes Inneres zu sein. Ich hab mich in meine Traurigkeit eingemummelt und komme nicht so richtig aus meinem Schneckenhaus.

Draußen wartet Leben und herrliche Frühlingsfreude und ich müsste nur die Tür öffnen und einen Schritt hinaus machen oder wenigstens ein Fenster öffnen und ein bisschen Glück hereinlassen, aber ich schaff es nicht, über meinen inneren Schatten zu springen.

Grundsätzlich bin ich ein lebensfroher und hoffnungsvoller Mensch, aber diese Tage gibt es eben auch. Tage, wo ich so eine Schwere herumschleppe und mich nichts trösten und nur selten etwas herausreißen kann. Meine Gedanken sagen: „Keine Lust auf irgendwas. Ist sowieso alles sinnlos. Was für ein blöder Tag. Wir sind wirklich arm dran.“


Vielleicht kennt das ja jemand. Für derartige Gemütszustände muss man nicht zwangsweise depressiv sein. Es genügen schon eine Prise Corona und ein Schwung Hormone und Schmerzen und die „Selbstmitleidssuppe“ ist servierfertig. 

Da spielt es auch keine Rolle, dass es vielen anderswo auf der Welt gerade viel schlechter geht.

Mit Vernunft allein komme ich da nicht weit. 

Hilfreich ist da meine Mama. Sie ist eine eiserne Verfechterin der „Danke-Jesus-Methode“. Im Sinne von „Jesus, wir danken dir für alles — für das Gute und auch für das vermeintlich Schlechte. Danke, dass du den besten Plan hast. Danke, dass du sorgst. Danke, dass du alles im Griff hast - wir nämlich nicht.“

Seit ich klein bin höre ich also „Danke Jesus“ in allen möglichen und unmöglichen Situationen: in den falschen Zug gestiegen - „Danke Jesus“, schlechte Prüfung - „Danke Jesus“, von zu Hause ausgesperrt - „Danke Jesus“, lange Schlange an der Supermarktkasse - „Danke Jesus“, finanzielle Sorgen - „Danke Jesus“, Papa im Krankenhaus - „Danke Jesus“, Wohnungsnot - „Danke Jesus“, Jobsuche - „Danke Jesus“…

Es ist quasi, als würden wir Jesus einen kleinen Vertrauensvorschuss geben, indem wir schon Danke sagen, obwohl wir noch ganz und gar nicht sehen oder es uns auch nur vorstellen können, wie er das jetzt wieder retten oder dem Ganzen zumindest einen Sinn geben will. Aber er tut es und wir könnten mittlerweile Bücher füllen, mit all den Geschichten über seine Treue in unserem Leben.

Es braucht aber Glauben und Vertrauen, um auch in widrigen Situationen ehrlich und aufrichtig „Danke“ zu sagen. Und das ist manchmal eine riesige Überwindung - zumindest für mich und gerade heute. Aber ich nehme mir meine Mama zum Vorbild und öffne Gott mit meinem „Danke Jesus“ die Tür. „Du weißt, wie schwer sich das heute anfühlt, aber ich danke dir. Von ganzem Herzen danke ich dir für diese Zeit und diese Situation. Bei dir, in deiner Hand, bekommt alles einen Sinn.“ 

„Dankt für alles; denn das ist der Wille Gottes für euch in Christus Jesus“ 1 Thes 5,18


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