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Kanada: Spendenplattform GoFundMe friert Konto demonstrierender LKW-Fahrer ein

10. Februar 2022 in Chronik, 4 Lesermeinungen
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Die Protestkundgebung des Freedom Convoy sei zu einer Besetzung geworden und widerspreche damit den Geschäftsbedingungen, sagte GoFundMe. Kritiker wenden ein, dass dies bei der Besetzung von Seattle letztes Jahr nicht gegolten hat.


Ottawa (kath.net/jg)

Kanadische Lastwagenfahrer demonstrieren mit einem „Freedom Convoy“ gegen die Covid-19-Maßnahmen, insbesondere gegen die Impfpflicht beim Grenzübertritt aus den USA. Sie haben bei der Spendenplattform GoFundMe ein Konto eingerichtet, auf welches ungefähr 10 Millionen kanadische Dollar (umgerechnet ca. 6,9 Millionen Euro) eingegangen sind, berichtet Fox News.

Am 4. Februar hat GoFundMe bekannt gegeben, dass sie das Konto des „Freedom Convoy“ eingefroren hätten. Die Plattform begründete diesen Schritt damit, dass es bei der Protestaktion zu Gewalttätigkeiten gekommen und die Demonstration zu einer Besetzung geworden sei. Dies sei aktuellen Polizeiberichten zu entnehmen. Das widerspreche den Geschäftsbedingungen, ist in einer Stellungnahme von GoFundMe zu lesen.


Nachdem der Freedom Convoy die kanadische Hauptstadt Ottawa erreicht hat, ist er zu einer stationären Protestkundgebung geworden. Kritiker wenden ein, dass GoFundMe im Jahr 2020 bei der Besetzung eines Teiles der Stadt Seattle (US-Bundesstaat Oregon) nicht nur das Konto der linksgerichteten Demonstranten in Funktion belassen hat, sondern sogar einen Bauern, der mit den Besetzern zusammen gearbeitet hat, über die sozialen Medien unterstützt hat.

Eine Million kanadischer Dollar ist bereits für die Unterstützung des Protests der Lastwagenfahrer ausbezahlt worden. Zunächst hieß es, die restlichen neun Millionen Dollar sollten nur an jene Spender zurückgezahlt werden, die eine Refundierung beantragen. Den Rest wollte GoFundMe an Organisationen spenden, welche die Plattform selbst auswählen wollte.

Nachdem sich ein Sturm des Protests gegen diese Entscheidung erhoben hatte, ruderte GoFundMe innerhalb weniger Stunden zurück. Das gesammelte Geld würde an die Spender zurück überwiesen werden, gab die Plattform bekannt. Neben anderen hatte Ron DeSantis, der Gouverneur des US-Bundesstaates Florida, angekündigt, der Bundesstaat prüfe eine Klage gegen GoFundMe, da die Plattform über Geldmittel verfügen wolle, die nicht ihr zur Verfügung gestellt worden seien. Auch der Attorney General des Bundesstaates Texas kündigte an, eine Betrugsanzeige zu prüfen. Viele Texaner hätten den Freedom Convoy finanziell unterstützt. Es drohe eine Zweckentfremdung der Spenden, warnte er in einer Stellungnahme.

Mit einem Spendenaufkommen von zehn Millionen kanadischer Dollar erhielt der Freedom Convoy innerhalb weniger Wochen mehr Spendengelder als jede der maßgeblichen politischen Parteien Kanadas im letzten Quartal 2021. Die von der Regierung erlassenen Maßnahmen würden die Grundlage ihres Geschäftes und damit ihrer wirtschaftlichen Existenz bedrohen, argumentieren die Lastwagenfahrer.

 

Foto: Symbolbild

 


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