Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Vertrauenskrise in der Kirche
  2. Vatikan korrigiert argentinische Bischöfe: Gläubige dürfen kniend und auf die Zunge kommunizieren
  3. „Puff für alle“: Entsetztes Kopfschütteln über Sexualkunde-Aufgabe an katholisch geprägtem Gymnasium
  4. „Ut unum sint“ - Wahrheit, Tradition und sichtbare Communio
  5. 'Gut' gebrüllt, Löwe?
  6. Kardinal Eijk: Synodenbericht der Arbeitsgruppe 9 muss zurückgewiesen werden
  7. Sacrosanctum Concilium: Die Liturgie und das Geheimnis Christi
  8. „Leo macht Schluss mit ‚Doppelstandards‘: Warum der deutsche Synodale Weg ins Stocken gerät“
  9. Rom und die orientalisch-orthodoxen Kirchen seit Fiducia supplicans
  10. MAGNIFICA HUMANITAS
  11. Vatikan veröffentlicht die Leitlinien für den Umsetzungsweg der Synode über die Synodalität
  12. Nach Gipfelkreuzschändung: 18-Jähriger stellt neues selbstgebautes Kreuz auf
  13. US-Diözese Wichita hat seit Jahren viele Priesterberufungen
  14. Trend unter jungen New Yorkern: Gemeinsam zur Sonntagsmesse gehen
  15. Synodenbericht der Arbeitsgruppe 9 ‚beunruhigend‘ und ‚verblüffend‘

„Kardinal Marx 'verbessert' die Kirche?“

3. Februar 2022 in Kommentar, 12 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


„In jedem Fall wäre es besser, wenn wir Hirten hätten, die den katholischen Glauben und die (eigene) Lebensform nicht beständig infrage stellen, sondern verteidigen und den Menschen vermitteln würden!“ Gastbeitrag von Joachim Heimerl


München-Wien (kath.net) „Es wäre besser für alle“ – mit diesen knappen Worten fordert Kardinal Marx in der Süddeutschen Zeitung das Ende des sogenannten „Pflichtzölibats“. Ausgerechnet am „Tag des geweihten Lebens“ meint Marx, das wäre besser für die Gläubigen und für die Priester wäre es das sowieso, nicht nur aus „sexuellen“ Gründen, sondern auch, damit sie nicht „einsam“ seien.

Dem könnte man viel entgegen, angefangen damit, dass Marx die Ehe hier offensichtlich ebenso überhöht, wie man das neuerdings – verächtlich – dem Priesterbild unterstellt. Doch eine verkehrte Welt ist nach Marx eben immer die bessere Welt, und in dieser verkehrten Welt zählt es nicht, dass die Einsamkeit ja gerade Teil der priesterlicher Berufung ist: In der Einsamkeit seines Lebens soll der Priester nämlich Christus begegnen, dem er sakramental enger verbunden ist. So sagt es freilich nicht Kardinal Marx, sondern das das römische „Direktorium für Dienst und Leben der Priester“.


Kardinal Marx aber weiß es demgegenüber besser, was „für alle“ besser ist – doch was heißt das schon: „besser“?

Ist „besser“ wirklich ein christliches oder gar ein katholisches Kriterium, wenn es um die Lebensform Jesu und damit um die einzige Lebensform geht, die dem Priestertum angemessen ist?

Kann es wirklich „besser“ sein, auf den Zeitgeist zu schielen, um nicht nur mit einer Tradition zu brechen, sondern mit einem ganz wesentlichen Merkmal des Katholischen überhaupt?

Kann es wirklich „besser“ sein, auf das wesentlichste Mittel zur Heiligung des Priesterstandes zu verzichten, um daraus einen „Beruf“ wie jeden anderen zu machen?

Kann es wirklich „besser“ sein, sich von der engeren Nachfolge Jesu zu verabschieden, um Funktionären aus dem ZDK und aus anderen Gremien die Heiligen Weihen zu ermöglichen?

Kann es wirklich besser sein, wenn ausgerechnet derjenige auf das Lebensopfer des Zölibats verzichtet, dessen Aufgabe es ist, täglich das Opfer Christi darzubringen?

Kann das wirklich „besser“ und – vor allem – glaubhafter sein? Oder heißt „besser“ im Grunde hier nicht einfach nur noch „protestantisch“?

Offensichtlich hat Kardinal Marx den Wahlspruch des Seligen Karl Leisner vergessen, über den er einmal zum Gedächtnis der Priesterweihe Leisners im KZ Dachau gepredigt hat: „Sacerdotem opportet offere“, „dem Priester geziemt es, zu opfern“. Doch in Zeiten des „Synodalen (Irr-)Weges“ verschwendet man an das Opfer freilich keinen Gedanken mehr, erst recht nicht an das Opfer in der Heiligen Messe! Wer aber den Zölibat nicht von diesem Standpunkt aus sieht, der wird ihn nie verstehen, und der wird am Wesentlichen des katholischen Priestertums insgesamt vorbeigehen.

Was also wäre besser? In jedem Fall wäre es besser, wenn wir Hirten hätten, die den katholischen Glauben und die (eigene) Lebensform nicht beständig infrage stellen, sondern verteidigen und den Menschen vermitteln würden! „Verbesserungsvorschläge“ à la Kardinal Marx helfen jedoch sicher nicht weiter – und am wenigsten uns Priestern! Es wäre besser, Kardinal Marx würde daraus Konsequenzen ziehen.

Der Autor Dr. Joachim Heimerl (siehe Link) ist Priester der Erzdiözese Wien und Oberstudienrat.

Archivfoto (c) Joachim Heimerl


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu







Top-15

meist-gelesen

  1. „Leo macht Schluss mit ‚Doppelstandards‘: Warum der deutsche Synodale Weg ins Stocken gerät“
  2. „Puff für alle“: Entsetztes Kopfschütteln über Sexualkunde-Aufgabe an katholisch geprägtem Gymnasium
  3. Vertrauenskrise in der Kirche
  4. Vatikan korrigiert argentinische Bischöfe: Gläubige dürfen kniend und auf die Zunge kommunizieren
  5. MAGNIFICA HUMANITAS
  6. Kardinal Eijk: Synodenbericht der Arbeitsgruppe 9 muss zurückgewiesen werden
  7. 'Gut' gebrüllt, Löwe?
  8. Komm, o Geist der Heiligkeit! Aus des Himmels Herrlichkeit!
  9. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  10. 'Ich denke, dass Gott der Größte ist! Er kann alle Türen für uns öffnen'
  11. Rom und die orientalisch-orthodoxen Kirchen seit Fiducia supplicans
  12. Nach Gipfelkreuzschändung: 18-Jähriger stellt neues selbstgebautes Kreuz auf
  13. „Die Genderideologie ist zutiefst reaktionär“
  14. Trend unter jungen New Yorkern: Gemeinsam zur Sonntagsmesse gehen
  15. „Synodenbericht präsentiert einen toxischen ‚Paradigmenwechsel‘“

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz