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„Kardinal Marx 'verbessert' die Kirche?“

3. Februar 2022 in Kommentar, 12 Lesermeinungen
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„In jedem Fall wäre es besser, wenn wir Hirten hätten, die den katholischen Glauben und die (eigene) Lebensform nicht beständig infrage stellen, sondern verteidigen und den Menschen vermitteln würden!“ Gastbeitrag von Joachim Heimerl


München-Wien (kath.net) „Es wäre besser für alle“ – mit diesen knappen Worten fordert Kardinal Marx in der Süddeutschen Zeitung das Ende des sogenannten „Pflichtzölibats“. Ausgerechnet am „Tag des geweihten Lebens“ meint Marx, das wäre besser für die Gläubigen und für die Priester wäre es das sowieso, nicht nur aus „sexuellen“ Gründen, sondern auch, damit sie nicht „einsam“ seien.

Dem könnte man viel entgegen, angefangen damit, dass Marx die Ehe hier offensichtlich ebenso überhöht, wie man das neuerdings – verächtlich – dem Priesterbild unterstellt. Doch eine verkehrte Welt ist nach Marx eben immer die bessere Welt, und in dieser verkehrten Welt zählt es nicht, dass die Einsamkeit ja gerade Teil der priesterlicher Berufung ist: In der Einsamkeit seines Lebens soll der Priester nämlich Christus begegnen, dem er sakramental enger verbunden ist. So sagt es freilich nicht Kardinal Marx, sondern das das römische „Direktorium für Dienst und Leben der Priester“.


Kardinal Marx aber weiß es demgegenüber besser, was „für alle“ besser ist – doch was heißt das schon: „besser“?

Ist „besser“ wirklich ein christliches oder gar ein katholisches Kriterium, wenn es um die Lebensform Jesu und damit um die einzige Lebensform geht, die dem Priestertum angemessen ist?

Kann es wirklich „besser“ sein, auf den Zeitgeist zu schielen, um nicht nur mit einer Tradition zu brechen, sondern mit einem ganz wesentlichen Merkmal des Katholischen überhaupt?

Kann es wirklich „besser“ sein, auf das wesentlichste Mittel zur Heiligung des Priesterstandes zu verzichten, um daraus einen „Beruf“ wie jeden anderen zu machen?

Kann es wirklich „besser“ sein, sich von der engeren Nachfolge Jesu zu verabschieden, um Funktionären aus dem ZDK und aus anderen Gremien die Heiligen Weihen zu ermöglichen?

Kann es wirklich besser sein, wenn ausgerechnet derjenige auf das Lebensopfer des Zölibats verzichtet, dessen Aufgabe es ist, täglich das Opfer Christi darzubringen?

Kann das wirklich „besser“ und – vor allem – glaubhafter sein? Oder heißt „besser“ im Grunde hier nicht einfach nur noch „protestantisch“?

Offensichtlich hat Kardinal Marx den Wahlspruch des Seligen Karl Leisner vergessen, über den er einmal zum Gedächtnis der Priesterweihe Leisners im KZ Dachau gepredigt hat: „Sacerdotem opportet offere“, „dem Priester geziemt es, zu opfern“. Doch in Zeiten des „Synodalen (Irr-)Weges“ verschwendet man an das Opfer freilich keinen Gedanken mehr, erst recht nicht an das Opfer in der Heiligen Messe! Wer aber den Zölibat nicht von diesem Standpunkt aus sieht, der wird ihn nie verstehen, und der wird am Wesentlichen des katholischen Priestertums insgesamt vorbeigehen.

Was also wäre besser? In jedem Fall wäre es besser, wenn wir Hirten hätten, die den katholischen Glauben und die (eigene) Lebensform nicht beständig infrage stellen, sondern verteidigen und den Menschen vermitteln würden! „Verbesserungsvorschläge“ à la Kardinal Marx helfen jedoch sicher nicht weiter – und am wenigsten uns Priestern! Es wäre besser, Kardinal Marx würde daraus Konsequenzen ziehen.

Der Autor Dr. Joachim Heimerl (siehe Link) ist Priester der Erzdiözese Wien und Oberstudienrat.

Archivfoto (c) Joachim Heimerl


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