Login




oder neu registrieren?



Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Tohuwabohu im Bistum Chur: Liturgiemissbrauch und Messsimulationen durch Gemeindeleiterin
  2. "Der Modernismus ist mehr oder weniger bis in höchste Kreise in die Kirche eingedrungen"
  3. 'Weihe ist Signal gegen die Gottvergessenheit'
  4. Australien: Anglikanische Kirche zerbricht an der sogenannten „Homo-Ehe“
  5. US-Theologe kritisiert jüngste Buchveröffentlichung der Päpstlichen Akademie für das Leben
  6. Potsdam: Vergünstigte Sondertarife für Katholiken und Protestanten bei Strom und Gas
  7. Maria 1.0: „Schreiben aus dem Sekretariat der Bischofskonferenz beantwortet „Offenen Brief“ NICHT
  8. Der synodale Irrweg
  9. FAZ: „Die Sprachgemeinschaft erziehen zu wollen ist eine Anmaßung der öffentlich-rechtlichen Sender“
  10. Das Feuer der Liebe Gottes
  11. Nein, Doch, Oooooh!
  12. Deutsche Ärzte wehren sich gegen mögliche Maskenpflicht in Schulen ab Oktober
  13. Ist Irme Stetter-Karp eine nahe Verwandte von Onkel Screwtape?
  14. 'Aussetzen der Kirchenbeiträge wäre ein Zeichen aktiver christlicher Nächstenliebe'
  15. Sumela: Patriarch Bartholomaios gedenkt der ukrainischen Kriegsopfer

Der Abtreibungskontinent

25. Jänner 2022 in Prolife, 5 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


„Der Kampf für die Abtreibung ist ein Teil des aktuellen Kulturkampfes, den Linke und Liberale seit geraumer Zeit gegen Kirche und Christentum in Europa führen.“ Kommentar von Jürgen Henkel


Berlin-München (kath.net) Abtreibung als „Menschenrecht“: Der schlimmste Tiefpunkt der menschlichen Zivilisation seit dem Holocaust ist erreicht – von den Adepten dieser menschenverachtenden Ideologie, die in der EU politisches Ziel und Rechtsgut zu werden droht, als Phänomen des Fortschritts und als Ausdruck der Selbstbestimmung der Frau gefeiert und gepriesen. Wohl auch als Reaktion auf die Wahl der abtreibungskritischen neuen EU-Parlamentspräsidentin Roberta Metsola hat jüngst der französische Präsident Emmanuel Macron vor dem EU-Parlament dafür geworben, die Abtreibung als „Menschenrecht“ in der EU rechtsverbindlich festzuschreiben.

Dass bei Macrons kinderfeindlichem Statement primitivste und billigste wahltaktische Überlegungen im Blick auf die Stimmen der Frauen angesichts der nahen Präsidentschaftswahlen in Frankreich eine Rolle spielen, liegt auf der Hand. Seine Schaufensterrede im Europaparlament richtete sich in erster Linie wohl an die Wählerinnen in Frankreich. Der 44-Jährige hat selbst keine Kinder. Vaterfreuden sind ihm fremd. Er war bekanntlich seit dem 15. Lebensjahr in seine 25 Jahre ältere Französisch-Lehrerin verliebt, die er später auch geheiratet hat. Macrons Frau hat ihren vorherigen Mann verlassen, mit dem sie drei Kinder hatte.

Doch es geht hier um wesentlich mehr als die Wahl in Frankreich und die persönliche Lebensführung Macrons, auch wenn das seine politisch erzliberalen Haltungen durchaus prägen mag. Denn die politischen und auch juristischen Konsequenzen seiner Forderung, die Linke, Liberale und Grüne wollüstig teilen, sind klar: Ziel ist die Freigabe der Abtreibung ohne jede Einschränkung bis zur Geburt als einklagbares „Rechtsgut“ in der EU. Dazu braucht es ein EU-weites flächendeckendes Angebot an Abtreibungspraxen und –kliniken bis in den letzten Winkel des ehemals christlichen Kontinents, die das millionenschwere Geschäft mit der Tötung ungeborener Kinder betreiben, wobei dies mit allen rhetorischen Begleitfanfaren als Verwirklichung der „Selbstbestimmung der Frau“ und stinknormale medizinische Dienstleistung verkauft wird.

Deutschland weiß der französische Präsident bei seinem Kreuzzug gegen die ungeborenen Kinder im Mutterleib nach dem Regierungswechsel auf seiner Seite. Im Bundestagswahlkampf war die AfD leider die einzige Partei, die sich bei der Frage des Lebensschutzes klar gegen Abtreibungen positioniert hat. Die „C“-Parteien CDU und CSU kamen nicht auf die Idee, das Lebensrecht ungeborener Kinder in ihren Wahlprogrammen gegen die Attacken von linker, grüner und liberaler Seite zu verteidigen. Es ist schade und ein großer Fehler, dass die Union dieses Thema zunehmend der AfD überlässt. CDU und CSU kommen – trotz ihres desaströsen Wahlergebnisses – auch nach der historischen Wahlniederlage nicht auf die Idee, selbstkritisch zu hinterfragen, ob vielleicht genau diese fünf bis zehn Prozent an Stimmen wertkonservativer und überzeugt christlicher Wählerinnen und Wähler im Herbst zum Wahlsieg gefehlt haben.

Doch es geht um noch viel mehr als um Tagespolitik und den Blick auf die letzten und nächsten Wahlen. Der Kampf für die Abtreibung ist ein Teil des aktuellen Kulturkampfes, den Linke und Liberale seit geraumer Zeit gegen Kirche und Christentum in Europa führen. Es ist ein destruktiver Kampf zur Dekonstruktion aller Werte und theologisch teilweise sogar naturrechtlich fassbarer Ordnungen. Alle Lebensformen und Lebensbezüge sollen aufgelöst, inhaltsleer und frei verhandelbar werden. Per se vorhandene und geprägte Identität gibt es nicht mehr, sie wird zur Verhandlungs- und Verfügungsmasse: Mann und Frau, Volk, Nation und Heimat, Familie, Mutter- und Elternschaft, Sprache und Kultur, Glaube, Tradition und Religion – alles wird für obsolet und individuell bestimmbar und definierbar erklärt. Ziel dieser Dekonstruktion ganz im Sinne von Herbert Marcuse ist die Erschaffung des „neuen Menschen“, der keine Identität mehr hat und in jede gewünschte Richtung formbar ist: heute Mann, morgen Frau, übermorgen divers. Genau dafür handeln heute linke und liberale Politiker in Deutschland und der gesamten EU. Da war das Geschwafel kommunistischer Diktatoren von der „Erschaffung des neuen Menschen“ noch harmlos dagegen.

Ein Phänomen und Schlachtfeld dieses Kulturkampfes ist die Frage der Abtreibung. Das Kind ist hier nicht mehr Gabe Gottes und Geschenk mit eigener intrinsischer Würde, sondern verkommt in dieser Lesart zum kontingenten Objekt freier Wahl, es wird zur „choice“ – wie die Frage, ob man oder „frau“ heute eben gerade zufällig Mann oder Frau ist. Die politische linksgrüne Szene, die Medien von Regionalzeitungen bis zu Staatssendern wie ARD und ZDF und das Europaparlament selbst unterstützen loyal und willig diese sich neu formierende und justierende Koalition des Todes in Europa. Die EU ist dabei, von einem ehemals christlich geprägten Kontinent zum Abtreibungskontinent zu werden.

Die neue Regierung in Deutschland erweist sich schon kurz nach Amtsantritt als „Herodes-Koalition“. Die Bienen-, Blühwiesen- und Kükenfreund*_Innen_den, die Deutschland seit Dezember regieren, haben sich ja die möglichst flächendeckend angebotene Kindstötung im Mutterleib als medizinische Dienstleistung zu einem ihrer politischen Hauptziele erkoren, einschließlich der Freigabe der Werbung für die Abtreibung. Deutschland und Europa gehen auf finstere Zeiten zu. Papst Johannes Paul II. warnte einstmals vor einer „Kultur des Todes“ in Europa. Wir sind heute genau dort angelangt. Christen, Gemeinden und Kirchen sind aufgerufen zur Gegenwehr.

Pfarrer Prof. h. c. Dr. Jürgen Henkel aus Selb ist Gemeindepfarrer der Evang.-Luth Kirche in Bayern und Professor honoris causa der Babeş-Bolyai-Universität Klausenburg/Cluj-Napoca (Rumänien). Er ist Gründer, Herausgeber und Schriftleiter der Zeitschrift „Auftrag und Wahrheit. Ökumenische Quartalsschrift für Predigt, Liturgie und Theologie“.

 

VIDEO-TIPP: Die Freude am Herrn ist unsere Stärke! - Von Margarete Strauss

https://rumble.com/vt8reo-freude.html


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

 Mainländer 30. Jänner 2022 
 

100% Chance der Hölle zu entgehen

Zum Glück kommen Abgetriebende nicht mehr in den Limbus. Also eine 100% Chance auf den Himmel. Das wünscht man doch jedem.


0
 
 si enim fallor, sum 25. Jänner 2022 
 

Die Vergötterung der Politik hat perverse Folgen.

So zerstören die von den Mainstream-Medien zunehmend verehrten Politiker alle Werte in einem Machtkampf, der von den Medien bejubelt wird (die Idee der Narrative als grundlegendes Element der Politik, die die realen Folgen für die Wähler und Bürger, auf eine zweite Ebene herabstuft, ist Ausdruck dieser Vergötzung).

Meiner Meinung nach ist die Idee eines Grundrechts auf Abtreibung aus den Widersprüchen entstanden, die durch die linken Identitätspolitiken hervorgerufen werden.
Die Abtreibung als Grundrecht ist also ein politisches Manöver, das notwendig wäre, um einen Teil des radikalen Feminismus zu besänftigen, der sehr empört ist über die Auslöschung der Frau durch die Trans-Ideologie und ihre Folgen, wie z.B. die Anwesenheit von Männern, die sich als Frauen definieren, in Frauengefängnissen, auf Frauentoiletten, im Frauensport usw., und natürlich, um die Quoten der positiven Diskriminierung zugunsten der Frauen zu nutzen.


2
 
 Chris2 25. Jänner 2022 
 

Korrektur: Die CDU ist selbst eine linke Partei.

Sie hat in den letzten Jahre praktisch alle illusorischen linken Kernforderungen umgesetzt (außer im sozialen Bereich): z.B. Multikulti (Merkel noch ca. 2010: "Multikulti ist total gescheitert"), Atomausstieg (nachts bei Windstille "Dunkelflaute"), de-facto-Demilitarisierung (um 2018 alle U-Boote und Fregatten im Dock, nur 10 von etwa 130 Eurofightern einsatzbereit und sogar nur für 4 Munition für internationale Einsätze, also dem Ernstfall), Zerstörung der Wirtschaft und inneren Sicherheit (seit 2016 tägl. > 1 Tötungsdelikt durch Asylzuwanderer und vergleichbare Gruppen, Clan-No-go-Areas à la schwedische Utsatta Omraden), mit Kitas die "Lufthoheit über die Kinderbetten erobern" (Scholz-Blaupause), Gender-Ideologie usw.
Aber vor allem hat die CDU-geführte Regierung Konservativismus und sogar die Mitte für "rächz" erklärt, Zensurgesetze erlassen und sogar Wahlen rückgängig machen lassen. Wo waren da all die CDU-Mitglieder, die jetzt Merz gewählt haben? Mitgehangen, mitgefangen...

www.focus.de/kultur/gesellschaft/entwicklung-seit-2016-straftaten-durch-zuwanderer-bka-bericht-listet-knapp-2000-toetungsdelikte-seit-2016-auf_id_1344


2
 
 Chris2 25. Jänner 2022 
 

Offenbar haben wir zu viele Ärzte.

Denn wenn das einklagbare Rechtsgut vorgeburtliche Kindstötung (bei niederen Beweggründen auch Kindsmord) kommt, wird ein Teil der Ärzte und deren Mitarbeiter ihren Beruf nicht mehr ausüben können*. Das ganze ist eine ähnlich unfassbare Perversion wie die Streichung von Kontingenten für Hebammen an Hebammenschulen, die sich weigern, an vorgeburtlichen Kindstötungen teilzunehmen (z.B. Hebammenschule Zürich 1995). So sieht offenbar die Dekadenz im Endstadium einer untergehenden Hochkultur aus.
* analog zur Impfpflicht für medizinisches und Pflegepersonal, die ebenfalls zu Praxisschließungen führen wird


2
 
 Stefan Fleischer 25. Jänner 2022 

Der schlimmste Tiefpunkt der menschlichen Zivilisation

kommt vermutlich erst noch, wenn dann konsequenterweise die Pflicht zur Abtreibung gesetzlich geregelt wird.


3
 

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu








Top-15

meist-gelesen

  1. Tohuwabohu im Bistum Chur: Liturgiemissbrauch und Messsimulationen durch Gemeindeleiterin
  2. 'Weihe ist Signal gegen die Gottvergessenheit'
  3. BITTE um Ihre Sommerspende für kath.net - DANKE!
  4. Merz als Cancel-Kandidat
  5. Woelki wehrt sich gegen Anschuldigungen von Kirchenrechtler Schüller
  6. "Der Modernismus ist mehr oder weniger bis in höchste Kreise in die Kirche eingedrungen"
  7. LGBTQ-Anbiederung – Ralf Schuler hat genug und verläßt „Bild“
  8. Maria 1.0: „Schreiben aus dem Sekretariat der Bischofskonferenz beantwortet „Offenen Brief“ NICHT
  9. Malteser aus aller Welt appellieren an Papst wegen Ordensreform
  10. Nein, Doch, Oooooh!
  11. Der synodale Irrweg
  12. Potsdam: Vergünstigte Sondertarife für Katholiken und Protestanten bei Strom und Gas
  13. So wünsche ICH MIR MEINE Kirche'
  14. ‚Vater, Sohn, Heiliger Geist’: Model löst mit Bikinifoto heftige Gegenreaktion aus
  15. FAZ: „Die Sprachgemeinschaft erziehen zu wollen ist eine Anmaßung der öffentlich-rechtlichen Sender“

© 2022 kath.net | Impressum | Datenschutz