Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Papst warnt vor eigenmächtigen Änderungen bei der Messe
  2. Das Gratis-Christentum des Hendrik Wüst
  3. Vatikan reagiert auf LGBT-Sexualkonzept für katholische Schulen in Hamburg!
  4. „Trägt der synodale Prozess dazu bei, die Seelen Christus und dem ewigen Heil näherzubringen?“
  5. Ablehnung ökumenischer Konzile ist modernistisch
  6. Tragisches Ende einer Medjugorje-Wallfahrt: Zwölf polnische Pilger sterben bei Busunglück in Ungarn
  7. Der Bischof und der Denunziant
  8. Warum der Teufel das Braune Skapulier so sehr hasst!
  9. Der integre Leib der Gottesmutter und ihr unbeflecktes Herz
  10. Der Glaube, der Gott nicht loslässt
  11. SPÖ-Ministerinnen fordern ‚Schutzzonen‘ um Abtreibungskliniken
  12. Die denkwürdige Wandlung des Tucker Carlson
  13. Nach Lebensschutzdemonstration: Zwölf Polizisten von Linksradikalen verletzt
  14. Schwuler Aktivist übt scharfe Kritik an Jens Spahn: „Es gibt kein Grundrecht auf ein Kind!“
  15. Papst Leo XIV. nimmt Rücktrittsgesuch von Bischof Wiesemann an

Suizidbeihilfe: Klare Mehrheit erwartet Gesetzesmissbrauch

23. Juni 2021 in Prolife, 3 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Aktuelle Studie über Einstellung der Österreicher zur Sterbehilfe belegt Skepsis, ob Vorgabe des Verfassungsgerichtshofes, nach Freigabe des assistierten Selbstmordes Missbrauch zu verhindern, erfolgreich umgesetzt werden kann


Wien (kath.net/KAP) Laut einer aktuellen Studie über die Einstellung der Österreicher zu verschiedenen Arten der Sterbehilfe ist eine deutliche Mehrheit äußerst skeptisch gegenüber der Beihilfe zum Suizid: Knapp drei Viertel von 2.000 repräsentativ ausgewählten Befragten antworteten demnach mit "Ja" auf die Frage: "Denken Sie, dass trotz gesetzlichen Regelungen zum Suizid Missbrauch geschehen wird?" 27 Prozent der Österreicher über 15 Jahre erwarten dies laut der am Dienstag in Wien vom "Focus"-Institut vorgestellten Studie nicht.

Das Thema ist politisch hochbrisant: Der Verfassungsgerichtshof (VfGH) hatte im Dezember 2020 die Regelung gekippt, wonach Beihilfe zum Suizid strafbar ist, und die Legislative mit der Neuformulierung des entsprechenden Gesetzes bis spätestens Jahresende 2021 beauftragt. Der Straftatbestand der "Hilfeleistung zum Selbstmord" verstoße gegen das Recht auf Selbstbestimmung, argumentierten die Richter damals. Es sei verfassungswidrig, jede Art der Hilfe zur Selbsttötung ausnahmslos zu verbieten. Tötung auf Verlangen bleibt dagegen weiterhin strafbar. Dem Gesetzgeber wurde empfohlen, Maßnahmen zu treffen, um Missbrauch zu verhindern.


Dass dies gelingen kann, bezweifelt eine klare Mehrheit der Österreicher offenbar - am meisten die Unter-30-Jährigen mit 82 Prozent und auch die Über-50-Jährigen sind zu 70 Prozent misstrauisch. Weniger Unterschiede gibt es zwischen den Gruppen "Angehörige einer Religionsgemeinschaft" - von denen 75 Prozent mit Missbrauch rechnen - und Nichtreligiöse (68 Prozent). Auch bei der Parteipräferenz lassen sich kaum Differenzen ausmachen, nur NEOS-Anhänger bilden hier mit 64 Prozent eine Ausnahme.

Sollte aktive Sterbehilfe bzw. Beihilfe zum Suizid gesetzlich erlaubt sein? Auf diese Frage antworteten mehr 69 bzw. 65 Prozent mit Nein, jeweils rund ein Drittel befürwortet beides. Auch hier am "liberalsten" bezüglich aktiver Sterbehilfe: die NEOS mit 38 Prozent Zustimmung, gefolgt von FPÖ; am meisten ablehnend ÖVP- und SPÖ-Anhänger.

Bei der Information über den Sachverhalt ist der Plafond in Österreich offenbar noch nicht erreicht: 11 Prozent der Befragten fühlen sich "sehr gut", weitere 23 Prozent "gut" über Sterbehilfe informiert - deutlich weniger als dies beim Thema Corona-Schutzimpfung der Fall ist, wie "Focus"-Geschäftsführer Josef Leitner darlegte. Wichtigste Informationsquelle sind mit Abstand die klassischen Medien Zeitungen und TV.

Keine nur individuelle Entscheidung

 Prof. Theo Boer, Medizinethiker an der Protestantischen Universität in Groningen (NL), teilte beim Pressegespräch mit, in den Niederlanden - seit 2001 das weltweit erste Land, das die aktive Sterbehilfe zulässt - seien die auf diese Weise Gestorbene seit dem "Euthanasiegesetz" markant von 2.000 auf zuletzt 7.000 Fälle angestiegen. Der Experte hielt fest, aktive Sterbehilfe sei keine nur individuelle Entscheidung, sondern beeinflusse das gesellschaftliche Klima und die Kultur im Umgang mit den Themen Sterben und Tod. Zum ursprünglichen Anliegen, ein "schreckliches Sterben" zu verhindern, sei nunmehr als "zweites Narrativ" hinzugekommen, ein "schreckliches Leben" beenden zu können, so Boer.

Missbrauch der Legalisierung sieht der Medizinethiker in seinem Heimatland als "Ausnahme", in seinem neuen Buch "Leben mit Euthanasie" seien unter den 43 geschilderten Fällen jedoch auch solche, wo die Angehörigen Druck in Richtung Suizid ausüben. Und einige der Hinterbliebenen würden ihren Verstorbenen gleichsam nachrufen: "Warum hast du das gemacht?!"

Copyright 2021 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
 Alle Rechte vorbehalten


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu







Top-15

meist-gelesen

  1. EILT - Sommerspende für kath.net - Bitte helfen SIE uns JETZT!
  2. „Trägt der synodale Prozess dazu bei, die Seelen Christus und dem ewigen Heil näherzubringen?“
  3. "... der Sieg, der die Welt besiegt hat, ist unser Glaube” (1 Joh 5,4)"
  4. "Mit Leib und Seele bei Gott – unsere Berufung zur Vollendung"
  5. Schwuler Aktivist übt scharfe Kritik an Jens Spahn: „Es gibt kein Grundrecht auf ein Kind!“
  6. Iranischer Christ warnt vor Ausbreitung des Islam im Westen
  7. Britischer Millionär finanziert Rechtskosten für Christen, die wegen Straßenpredigten angeklagt sind
  8. Papst warnt vor eigenmächtigen Änderungen bei der Messe
  9. "Für kein Geld der Welt"
  10. Bartholomaios kritisiert Moskauer und Belgrader Patriarchen
  11. FEST MARIA KÖNIGIN - Einladung zur Gebets-Novene zur Muttergottes - 13. bis 21. August
  12. Warum der Teufel das Braune Skapulier so sehr hasst!
  13. In Zell am Ziller eröffnet ein Museum über den Heiligen Engelbert Kolland
  14. Das Ziel, für das der Mensch bestimmt ist. Die Aufnahme Mariens als Verheißung des ewigen Lebens
  15. Gott hingegen vergeht nie! Wir existieren, weil er uns liebt!

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz