Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Kardinal Woelki: Kirche ohne Priester wäre "nicht mehr katholisch"
  2. „Genau das, was wir heute in Deutschland beim Synodalen Weg erleben, dieselben Themen, Ansichten“
  3. Besser keine Laienpredigt
  4. US-Regierung kündigt nach Tod von Noelia Untersuchung gegen Spanien an
  5. Ehemaliger Bischof verteidigt Papst Leo XIV. gegen Vorwürfe im Zusammenhang mit Pachamama
  6. Norwegen: Bischof Hansen bittet, dass jeder Gläubige des Bistums Oslo zur Beichte geht
  7. IOC klärt: Künftig nehmen keine Transfrauen mehr an Frauenwettbewerben bei Olympischen Spielen teil!
  8. König Charles - Eine Botschaft zum Ramadan - Schweigen zum Osterfest der Christen!
  9. „Einheit heilen, ohne Wahrheit zu verdunkeln“
  10. Papst sprach mit Familie eines Opfers des Amoklaufs an Grazer Schule
  11. Missio-Nationaldirektor P. Wallner sieht Renaissance des Glaubens
  12. Demokratischer Politiker aus Texas behauptet, die Bibel unterstützt Abtreibung
  13. Das „Ur-Datum“ des Heils: Warum der 25. März als Tag der Kreuzigung gilt
  14. „Kein bloßer Verein“: Kardinal Woelki betont die Kirche als „Leib Christi“
  15. Besuch des syrischen Präsidenten - „Kirche in Not“ fordert Bundeskanzler Merz zum Handeln auf

Suizidbeihilfe: Klare Mehrheit erwartet Gesetzesmissbrauch

23. Juni 2021 in Prolife, 3 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Aktuelle Studie über Einstellung der Österreicher zur Sterbehilfe belegt Skepsis, ob Vorgabe des Verfassungsgerichtshofes, nach Freigabe des assistierten Selbstmordes Missbrauch zu verhindern, erfolgreich umgesetzt werden kann


Wien (kath.net/KAP) Laut einer aktuellen Studie über die Einstellung der Österreicher zu verschiedenen Arten der Sterbehilfe ist eine deutliche Mehrheit äußerst skeptisch gegenüber der Beihilfe zum Suizid: Knapp drei Viertel von 2.000 repräsentativ ausgewählten Befragten antworteten demnach mit "Ja" auf die Frage: "Denken Sie, dass trotz gesetzlichen Regelungen zum Suizid Missbrauch geschehen wird?" 27 Prozent der Österreicher über 15 Jahre erwarten dies laut der am Dienstag in Wien vom "Focus"-Institut vorgestellten Studie nicht.

Das Thema ist politisch hochbrisant: Der Verfassungsgerichtshof (VfGH) hatte im Dezember 2020 die Regelung gekippt, wonach Beihilfe zum Suizid strafbar ist, und die Legislative mit der Neuformulierung des entsprechenden Gesetzes bis spätestens Jahresende 2021 beauftragt. Der Straftatbestand der "Hilfeleistung zum Selbstmord" verstoße gegen das Recht auf Selbstbestimmung, argumentierten die Richter damals. Es sei verfassungswidrig, jede Art der Hilfe zur Selbsttötung ausnahmslos zu verbieten. Tötung auf Verlangen bleibt dagegen weiterhin strafbar. Dem Gesetzgeber wurde empfohlen, Maßnahmen zu treffen, um Missbrauch zu verhindern.


Dass dies gelingen kann, bezweifelt eine klare Mehrheit der Österreicher offenbar - am meisten die Unter-30-Jährigen mit 82 Prozent und auch die Über-50-Jährigen sind zu 70 Prozent misstrauisch. Weniger Unterschiede gibt es zwischen den Gruppen "Angehörige einer Religionsgemeinschaft" - von denen 75 Prozent mit Missbrauch rechnen - und Nichtreligiöse (68 Prozent). Auch bei der Parteipräferenz lassen sich kaum Differenzen ausmachen, nur NEOS-Anhänger bilden hier mit 64 Prozent eine Ausnahme.

Sollte aktive Sterbehilfe bzw. Beihilfe zum Suizid gesetzlich erlaubt sein? Auf diese Frage antworteten mehr 69 bzw. 65 Prozent mit Nein, jeweils rund ein Drittel befürwortet beides. Auch hier am "liberalsten" bezüglich aktiver Sterbehilfe: die NEOS mit 38 Prozent Zustimmung, gefolgt von FPÖ; am meisten ablehnend ÖVP- und SPÖ-Anhänger.

Bei der Information über den Sachverhalt ist der Plafond in Österreich offenbar noch nicht erreicht: 11 Prozent der Befragten fühlen sich "sehr gut", weitere 23 Prozent "gut" über Sterbehilfe informiert - deutlich weniger als dies beim Thema Corona-Schutzimpfung der Fall ist, wie "Focus"-Geschäftsführer Josef Leitner darlegte. Wichtigste Informationsquelle sind mit Abstand die klassischen Medien Zeitungen und TV.

Keine nur individuelle Entscheidung

 Prof. Theo Boer, Medizinethiker an der Protestantischen Universität in Groningen (NL), teilte beim Pressegespräch mit, in den Niederlanden - seit 2001 das weltweit erste Land, das die aktive Sterbehilfe zulässt - seien die auf diese Weise Gestorbene seit dem "Euthanasiegesetz" markant von 2.000 auf zuletzt 7.000 Fälle angestiegen. Der Experte hielt fest, aktive Sterbehilfe sei keine nur individuelle Entscheidung, sondern beeinflusse das gesellschaftliche Klima und die Kultur im Umgang mit den Themen Sterben und Tod. Zum ursprünglichen Anliegen, ein "schreckliches Sterben" zu verhindern, sei nunmehr als "zweites Narrativ" hinzugekommen, ein "schreckliches Leben" beenden zu können, so Boer.

Missbrauch der Legalisierung sieht der Medizinethiker in seinem Heimatland als "Ausnahme", in seinem neuen Buch "Leben mit Euthanasie" seien unter den 43 geschilderten Fällen jedoch auch solche, wo die Angehörigen Druck in Richtung Suizid ausüben. Und einige der Hinterbliebenen würden ihren Verstorbenen gleichsam nachrufen: "Warum hast du das gemacht?!"

Copyright 2021 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
 Alle Rechte vorbehalten


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu








Top-15

meist-gelesen

  1. Große SIZILIEN-Rundreise mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  2. Eine große BITTE an Ihre Großzügigkeit! - FASTENSPENDE für kath.net!
  3. „Genau das, was wir heute in Deutschland beim Synodalen Weg erleben, dieselben Themen, Ansichten“
  4. Norwegen: Bischof Hansen bittet, dass jeder Gläubige des Bistums Oslo zur Beichte geht
  5. Besser keine Laienpredigt
  6. Kardinal Woelki: Kirche ohne Priester wäre "nicht mehr katholisch"
  7. Kanada: 84-Jährige wegen Rückenschmerzen in Notaufnahme, bekommt als Erstes Sterbehilfe angeboten!
  8. US-Regierung kündigt nach Tod von Noelia Untersuchung gegen Spanien an
  9. Blutiger Palmsonntag in Nigeria: Dschihadisten massakrieren über 40 Christen in Jos
  10. „Der heißeste Club der Stadt“: Warum New Yorks Jugend plötzlich die Kirchen stürmt
  11. Ehemaliger Bischof verteidigt Papst Leo XIV. gegen Vorwürfe im Zusammenhang mit Pachamama
  12. Neuer Präfekt des Päpstlichen Hauses, Erzbischof Rajič, betont kirchliche Lehre zur Homosexualität
  13. König Charles - Eine Botschaft zum Ramadan - Schweigen zum Osterfest der Christen!
  14. Das „Ur-Datum“ des Heils: Warum der 25. März als Tag der Kreuzigung gilt
  15. Der Kreuzweg mit Papst Leo

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz