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Bistum Hildesheim spricht ab jetzt in ‚geschlechtersensibler Sprache’!

17. Juni 2021 in Deutschland, 84 Lesermeinungen
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Statt ‚Gott unser Vater’ heißt es ‚Guter Gott, der du uns Vater und Mutter bist’. Jesus Christus ist auch nicht mehr ‚Herr’, sondern Bruder. Eine Handreichung des Bistums gibt 19 Hinweise für eine Sprache, die ‚niemanden ausschließt’.


Hildesheim (kath.net/jg)

Das bischöfliche Generalvikariat des katholischen Bistums Hildesheim verfügt über ein eigenes Stabsreferat Gleichstellung. Dieses hat eine 17-seitige Handreichung „Geschlechtersensible Sprache“ erstellt und an die Pfarreien und Einrichtungen des Bistums verschickt.

In der Einleitung verweisen die Verfasser auf „wissenschaftliche Untersuchungen der letzten 30 Jahre“, die gezeigt hätten, dass die Verwendung des generischen Maskulinums dazu führe, dass Frauen „in den Vorstellungen nicht vorkommen.“ Im Bistum Hildesheim gilt deshalb ab jetzt: „mit-ansprechen statt mitmeinen!“

Auf den nächsten Seiten folgen insgesamt 19 Hinweise für eine „inklusive Sprache“, mit deren Hilfe es „mit Übung und Bewusstheit“ gelingt, „alle anzusprechen und niemanden auszuschließen.“ Mit Doppelnennungen sollen Frauen und Männer direkt angesprochen werden, also „die Seelsorgerinnen und Seelsorger“, statt „die Seelsorger“. Substantivierte Partizipien dürfen auch nicht fehlen. Statt „die Leiter “ sollte lieber „die Leitenden“ verwendet werden. Interessant ist der Vorschlag, Funktion oder Amt statt der Person zu benennen, also „das Präsidium“ statt „der Präsident“. Eine andere Möglichkeit zur „geschlechtersensiblen Sprache“ sieht das Bistum Hildesheim darin, bei Aufzählungen abwechselnd die männliche und die weibliche Form zu verwenden. Dazu gibt es noch einen fett gedruckten Hinweis: „Die Geschlechtsstereotype können dabei auch bewusst durchbrochen werden.“


Da mittlerweile die männliche und die weibliche Form nicht mehr ausreichen, soll das Gender-Sternchen oder der Gender-Doppelpunkt verwendet werden, „denn“ so heißt es in der Handreichung wörtlich und etwas gouvernantenhaft, „niemand wird ausgeschlossen“. Auch die Gottesdienste sollen an die neue, geschlechtersensible Sprache angepasst werden. „Herr, Vater, König, Richter, Herrscher – Mutter, Trösterin, Heilige Geistkraft, Liebe – Welches Gottesbild hilft uns in unserem Glaubensleben und spricht die Menschen an, die da sind?“, ist in der Handreichung zu lesen. Liest man weiter, gewinnt man den Eindruck der Ausdruck „Herr“ sollte eher vermieden werden. Statt „Gott der Herr“ sollte man besser „Du, unser Gott“ sagen, und statt „Gott unser Vater“ soll es „Guter Gott, der du uns Vater und Mutter bist“ heißen. „Der Herr ist barmherzig“ passt auch nicht mehr in die neue Sprachregelung; statt dessen soll Gott direkt angesprochen werden: „Du, Gott, bist barmherzig“. Von „Herr Jesus Christus“ soll auch nicht mehr die Rede sein. Für das Bistum Hildesheim heißt es ab nun: „Christus, unser Bruder“.

Bei der Auswahl von Fotos und Bildern will das Bistum Hildesheim ebenfalls „geschlechtersensibel“ vorgehen. Hierarchien sollen vermieden werden, „die Mimik sollte ähnlich sein“. Die Handreichung weist darauf hin, dass Männer „auch mal freundlich oder emotional“ wirken, während Frauen auch „ernst schauen“ dürfen. Wichtig: „Verzichten Sie auf stereotype Darstellungen.“ Frauen sollen „nicht nur als passiv Zuhörende oder mit Kindern“ abgebildet werden, „Männer nicht nur in erklärenden Positionen“. Die Bilder sollen auch so ausgewählt werden, „dass Männer nicht häufiger abgebildet sind als andere Personen.“ In den Bildern soll „die Vielfalt der Menschen sichtbar“ werden.

 


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