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Klage gegen Twitter: Kinderpornographie nicht gelöscht

25. Jänner 2021 in Chronik, 1 Lesermeinung
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Das Unternehmen habe auf seine Beschwerde mit dem Hinweis reagiert, die Videos würden nicht gegen die Richtlinien verstoßen, wirft der Kläger dem Technologieriesen vor.


San Francisco (kath.net/jg)

Ein Jugendlicher und seine Mutter haben im US-Bundesstaat Kalifornien Klage gegen den Kurznachrichtendienst Twitter eingebracht. Sie werfen der Plattform vor, kinderpornographisches Material trotz mehrmaliger Aufforderung nicht gelöscht zu haben, weil dieses angeblich den Richtlinien nicht widersprochen hätte, berichtet die New York Post.

Twitter habe mit Videos, die den damals 13 Jahre alten Kläger bei sexuellen Handlungen zeigen, Geld verdient, wirft die Anklage dem Unternehmen vor. Der mittlerweile 17 Jahre alte Jugendliche war von Sexualstraftätern über Snapchat angesprochen worden. Sie gaben sich als eine 16jährige Schulkollegin aus. Laut der Anklageschrift tauschten sie Nacktfotos aus. Die Sexualstraftäter erpressten Doe mit den Bildern. Falls er ihnen nicht weitere, noch eindeutigere Fotos und Videos schicke, drohten sie, die bereits in ihrem Besitz befindlichen Bilder seinen Eltern, seinem Trainer und seinem Pastor zu zeigen.


Unter Druck willigte Doe zunächst ein und machte die gewünschten Videos, in denen laut Klageschrift auch eine weitere minderjährige Person zu sehen sein soll. Letztendlich sperrte er die Erpresser, die ihn dann auch nicht mehr belästigten.

2019 tauchten die Videos auf Twitter auf und zwar auf zwei einschlägigen Konten, über die Kinderpornographie getauscht wurde. In den nächsten Monaten sei Twitter mindestens drei Mal auf die Videos aufmerksam gemacht worden. Das Unternehmen habe aber nichts dagegen unternommen, bis sich ein Polizeibeamter der Sache annahm, werfen die Kläger dem Unternehmen vor.

Doe wurde im Januar 2020 auf die Videos aufmerksam und forderte Twitter auf, diese zu löschen. Ein Mitarbeiter von Twitter ersuchte ihn um einen Ausweis, um sicher zu stellen, dass es sich um den Betroffenen handle. Nachdem er dieser Bitte nachgekommen war, hörte er eine Woche lang nichts von Twitter.

Seine Mutter hatte sich in der Zwischenzeit zweimal bei Twitter beschwert. Auch sie erhielt eine Woche lang keine Antwort. Am 28. Januar teilte das Unternehmen Doe mit, die Videos nicht zu löschen, das sie nicht gegen die Richtlinien verstoßen würden.

Does Proteste gegen die Entscheidung hatten keine Wirkung. Um diese Zeit kam seine Mutter mit einem Mitarbeiter des Department of Homeland Security (Ministerium für innere Sicherheit) in Kontakt. Nach dessen Intervention löschte Twitter die Videos und verständigte die Behörden.

Auf eine Anfrage der New York Post antwortete Twitter ohne auf den konkreten Fall einzugehen mit einem allgemeinen Hinweis auf seine Null-Toleranz-Politik bei Kinderpornographie. Das Unternehmen bekämpfe sexuellen Missbrauch von Kindern und habe stark in Technologien und Werkzeuge investiert, um diese Politik durchzusetzen. Die Mitarbeiter würden alles tun, um Inhalte zu löschen, Untersuchungen einzuleiten und Minderjährige zu beschützen, schrieb ein Sprecher von Twitter in einer Stellungnahme.

 


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