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Äthiopien: Berichte über Massaker an Flüchtlingen vor Kirche

14. Jänner 2021 in Aktuelles, 2 Lesermeinungen
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Unbestätigten Angaben zufolge sollen bereits Mitte Dezember 750 in die Mariam Zion-Kirche in Aksum geflüchtete Menschen erschossen worden sein


Addis Abeba (kath.net/KAP) Eines der wichtigsten orthodoxen Heiligtümer Äthiopiens, die Mariam Zion-Kirche in Aksum, soll im Zuge der Auseinandersetzungen zwischen der Bundesarmee und den Einheiten der Tigray-Befreiungsarmee TPLF Schauplatz eines Massakers geworden sein. 750 Menschen, die in der Kirche aus dem 4. Jahrhundert Zuflucht genommen hätten, sollen dort am 15. Dezember von Soldaten der Bundestruppen und Amhara-Milizen ins Freie getrieben und erschossen worden sein, berichtete das unabhängige Portal "The Asian Herald" am Mittwoch.

Bislang gibt es keine offizielle Bestätigung für das berichtete Ereignis; in der Tigray-Region sind keine unabhängigen Journalisten zugelassen. Der in Menschenrechtsfragen engagierte Lord David Alton machte die Schilderungen am Montag zum Thema einer parlamentarischen Anfrage an die britische Regierung hinsichtlich einer Einschätzung und berichtete darüber auf seiner Homepage www.davidalton.net.


Laut den Angaben hätten äthiopische Truppen die Kirche angegriffen, da man sie für ein Versteck der tigrayanischen Truppen hielt. Zu diesem Zeitpunkt hätten sich laut den Quellen an die 1.000 Flüchtlinge in dem Gotteshaus befunden, deren Kapelle laut äthiopischer Tradition Aufbewahrungsort der biblischen Bundeslade mit den Zehn Geboten ist. Die Menschen seien von den Soldaten aufgefordert worden, herauszukommen und sich in einer Reihe aufzustellen, worauf man das Feuer auf sie eröffnet habe. Nachrichten über das Massaker seien unterbunden worden, doch hätten Überlebende zu Fuß die rund 200 Kilometer entfernten Regionalhauptstadt Mekelle erreicht und von ihren Erlebnissen berichtet, hieß es.

Der Krieg im Tigray hat neben einer großen Anzahl von Toten auch die Vertreibung von mindestens 950.000 Binnenflüchtlingen verursacht. Weitere 60.000 Äthiopier sind in den benachbarten Sudan geflohen. Satellitenbilder deuteten zuletzt auf Angriffe und große Feuer in den Flüchtlingslagern.

Auf die entsetzliche Situation der Flüchtlinge war der äthiopisch-katholische Erzbischof von Addis Abeba, Kardinal Berhaneyesus Demerew Souraphiel, in seiner Botschaft zum in Äthiopien am 6./7. Jänner gefeierten Weihnachtsfest eingegangen, wie der Pro Oriente-Informationsdienst berichtet. Die Regierung müsse "das Recht der Menschen auf Leben, die Achtung der Verfassung und die Gewährleistung des Friedens" garantieren, forderte er. Solidarität mit Flüchtlingen und Vertriebenen sei dringend nötig, zudem müssten das unsägliche Leid der Vertreibungen und Ermordungen ein rasches Ende finden und die Äthiopier "als Brüder und Schwestern zusammenleben, unabhängig von der ethnischen Vielfalt, der Vielfalt der Hautfarbe, des Geschlechts und des Alters, und uns als eine Familie gegenseitig unterstützen und helfen und vereint bleiben".


Copyright 2021 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten

 


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Lesermeinungen

 Chris2 15. Jänner 2021 
 

Ach, sind ja nur Christen.

Die veröffentlichte Meinung in Deutschland sorgt sich mehr um Dschihadisten, Mörder , Vergewaltiger und Kriminelle, denen die Abschiebung aus dem vom Schlepper gelobten Land "droht", als um deren (frühere oder künftige) Opfer...


0
 
 SalvatoreMio 14. Jänner 2021 
 

BETEN - BETEN - BETEN

für alle Leidenden und Sterbenden und für die Verbrecher, deren Ewigkeit düster werden dürfte!


3
 

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