Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Fünf weibliche Opfer von Pater Marko Ivan Rupnik schreiben offenen Brief an Papst Leo XIV.
  2. „Der Wahlausgang in Berlin im September 2026 gibt vielen Bevölkerungsgruppen Anlass zur Sorge“
  3. Niederländischer Weihbischof Mutsaerts: „Kirche in der Krise – und wie wir sie nicht retten sollten“
  4. "Marsch für das Leben"-Grußwort des DBK-Vorsitzenden Wilmer verfehlt das Thema
  5. Irreversibel – die Diktatur des Geschehenen. Wenn die Geschichte zum ‚Lehramt‘ wird
  6. Papst Leo singt mit 80.000 Jugendlichen das „Salve Regina“ auf Latein
  7. BDKJ und eine doch getaufte Kandidatin im Bundesvorstand
  8. Salzburg: 1.000 Gläubige bei Adoratio-Kongress zu "Himmlischer Friede"
  9. Bei öffentlichen Anlässen: Kanadas Militärkapläne dürfen nicht über Gott sprechen
  10. Wien: Rund 20.000 Teilnehmer bei ökumenischem "Marsch für Jesus"
  11. Der Katholik Macron wird bei keiner der drei Papstmessen in Frankreich mitfeiern
  12. Fast der gleiche Glaube?
  13. Abtreibungsbefürworter begehen Farbanschlag auf Malteserklinikum in Flensburg
  14. 'Kirche casht ab' - Immer weniger österreichische Katholiken, immer mehr Millionen!
  15. Mutmaßlicher IS-Anhänger soll Anschlag auf eine Kirche in Bremen geplant haben - Festnahme

Erstmals wieder öffentliche Messe mit Patriarch Sako in Bagdad

10. Oktober 2020 in Weltkirche, 1 Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Sieben Monate waren in irakischer Hauptstadt wegen Corona-Maßnahmen keine öffentlichen Gottesdienste möglich - Bei Messfeier bleibt Zahl der Mitfeiernden beschränkt, hygienisch-sanitäre Vorschriften müssen strikt beachtet werden


Bagdad  (kath.net/KAP) Der chaldäisch-katholische Patriarch, Kardinal Mar Louis Raphael Sako, hat erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie wieder einen öffentlichen Gottesdienst in Bagdad gefeiert. Bei dem Gottesdienst am Sonntag in der Rosenkranzkirche lud er zum Gebet für Armenien, den Libanon, Syrien und Libyen ein. Wegen der coronabedingten Restriktionsmaßnahmen waren zuvor sieben Monate keine öffentlichen Gottesdienste in der irakischen Hauptstadt möglich. Die ganze Welt bedürfe eines "spirituellen Erwachens", um sich "des Friedens und der Stabilität" zu erfreuen, sagte der Kardinal-Patriarch und zitierte den Aufruf von Papst Franziskus zum Gebet für die Kirche, damit diese ihre Aufgabe "ehrlich, umfassend und wachen Auges" erfüllen kann.

Die Zeit der häuslichen Quarantäne sei schwierig gewesen, sie habe aber dazu beigetragen, die Beziehungen zwischen den Familienmitgliedern zu stärken; auch die christliche Spiritualität sei durch Gebet und Schweigen, Meditation und vertiefte Bibellektüre gewachsen, stellte der chaldäisch-katholische Patriarch fest. Der gläubige Mensch könne inmitten des Dunkels einen "Lichtstrahl" entdecken und ein würdiges Leben führen.

Das chaldäische Patriarchat hatte die Wiederaufnahme der öffentlichen Messfeiern für 4. Oktober angekündigt. Dabei wurde betont, dass die Zahl der Mitfeiernden beschränkt sein müsse, Abstand zu halten sei und hygienisch-sanitäre Vorschriften wie etwa das Tragen von Masken und Handschuhen beachtet werden müssten. Im Gespräch mit dem Pressedienst "AsiaNews" hatte Weihbischof Basil Yaldo - ein enger Mitarbeiter des Kardinal-Patriarchen - angekündigt, dass pro Kirchenbank maximal zwei Personen zugelassen sind: "In einem Gotteshaus mit 550 Plätzen werden wir maximal 100 Teilnehmende zulassen können."


Achtsam mit dem Virus leben lernen

Die Entscheidung zur Wiederaufnahme der öffentlichen Messfeiern sei nichtsdestotrotz eine "schöne Nachricht" und Frucht einer "kollektiven Überlegung", sagte der Bischof: "Im Hinblick darauf, dass wir lange Zeit mit dem Coronavirus werden leben müssen, haben wir beschlossen, die Tore der Kirchen schrittweise wieder zu öffnen." In diesen Tagen machten auch Moscheen wieder auf und die Regierung habe die Wiederaufnahme vieler Aktivitäten beschlossen. "Daher haben auch wir diesen Schritt gewagt. Es ist notwendig, mit dem Virus zu leben und dabei die Anweisungen der Ärzte und der Behörden zu beachten; man muss achtsam sein und zugleich die Unterstützung der Gläubigen garantieren."

In den vergangenen sieben Monaten hätten die Menschen in Bagdad viel Angst gehabt, die meisten seien aus Furcht vor Ansteckung zu Hause geblieben, berichtete Bischof Yaldo in dem Interview. Die Kirche habe sich bemüht, trotz allem den Menschen nahe zu sein und vor allem die Familien in wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu unterstützen. Das Patriarchat habe den Pfarrgemeinden finanziell geholfen, damit sie Hilfsgüter für die besonders Bedürftigen kaufen können. Auch die spirituelle Nähe sei nach Möglichkeit aufrechterhalten worden, durch Besuche bei den Familien und durch die Online-Übertragung der Gottesdienste. Es sei ein "positives Element" der schwierigen Monate gewesen, dass die Solidarität unter den Menschen spürbar war: "Und die Leute haben gespürt, dass die Kirche lebendig ist und niemand vernachlässigt."

Yaldo selbst positiv getestet

Der Bischof wurde selbst positiv getestet, ebenso wie ein anderer Bischof in der Patriarchatsverwaltung, ein 68-jähriger Priester (der binnen von vier Tagen an der Krankheit starb) und drei Nonnen. Er sei zehn Tage in seinem Zimmer im Patriarchatsgebäude isoliert gewesen, berichtete Bischof Yaldo. Nur hie und da habe er in den Garten gehen können, um frische Luft zu schnappen. Er habe keine starken Symptome gehabt und die Krankheit habe spontan aufgehört. Abschließend meinte Bischof Yaldo: "Die Hoffnung ist, dass sich die Situation in nächster Zukunft bessert, aber es wird nichts mehr so sein wie früher. Es bleibt der Optimismus, mit dem wir uns an die Gläubigen wenden und sie einladen, wieder in die Kirchen zu kommen. Ein erster Schritt auf einem langen Weg".

Irak stark von Viruskrise betroffen

Der Irak ist eines der am stärksten vom Coronavirus betroffenen Länder; die Pandemie hat das Land zusammen mit den althergebrachten Problemen wie Armut und Gewalt an den Rand des Kollaps gebracht. Kardinal Sako hatte öfter zur Krise Stellung genommen und dabei betont, dass die Pandemie als Gelegenheit wahrgenommen werden sollte, um einen vertieften Glauben und eine solidarischere Gesellschaft anzustreben.

Auf der Website des chaldäischen Patriachats wurden detaillierte Vorschriften für das Verhalten im Gottesdienst veröffentlicht, u.a. gibt es keinen Friedensgruß und keine "zu nahen Verbeugungen". Ausdrücklich wird älteren Personen wegen des erhöhten Risikos von der Teilnahme am Gottesdienst abgeraten. Wenn jemand nach der Messfeier sich krank fühlt, müsse er das Patriarchat verständigen, damit die Infektionskette verfolgt werden kann. Da zu jeder Messfeier nur 50 bis 100 Personen zugelassen sind, dürfen die Priester bis zu drei Gottesdienste pro Tag zelebrieren.

 

Copyright 2020 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich

 

Foto: (c) vaticannews


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu








Top-15

meist-gelesen

  1. ‚Trinkt auch ihr aus dieser Quelle!’ Der Durst, den nur Christus stillt
  2. Mutmaßlicher IS-Anhänger soll Anschlag auf eine Kirche in Bremen geplant haben - Festnahme
  3. Programm für Lateinamerika-Reise des Papstes veröffentlicht
  4. "Marsch für das Leben"-Grußwort des DBK-Vorsitzenden Wilmer verfehlt das Thema
  5. Präsident Trump nominiert Tochter von Franklin Graham zur Sonderbotschafterin für Religionsfreiheit
  6. Irreversibel – die Diktatur des Geschehenen. Wenn die Geschichte zum ‚Lehramt‘ wird
  7. Fast der gleiche Glaube?
  8. Gender-Ideologie: Katholische Familie kämpft um ihre Tochter
  9. Slowakei: Papst Leo XIV. grüßt die Teilnehmer des Nationalen Marsches für das Leben in Bratislava
  10. Kardinal Koch zu Israel und Gaza: Ehrlich miteinander sprechen
  11. Wenn die Liebe das Gesetz des Kalküls durchbricht…
  12. Stanislaus-Kostka-Wallfahrt von Wien nach Rom erreicht ihr Ziel
  13. Papst: In der Seelsorge auf das Wesentliche konzentrieren
  14. Bruder von Leo XIV.: Papst hilft bei der Steuererklärung
  15. Bischof an Jugend: "Licht des neuen Afrikas liegt in euch"

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz