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Kathedrale von Sheffield löst um „Inklusion“ willen traditionsreichen Kirchenchor auf

4. August 2020 in Chronik, 7 Lesermeinungen
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Anglikanischer Dekan: Musik müsse „größere Reichweite“ haben und dürfe nicht „elitär“ sein, um sich verändernde Stadt widerzuspiegeln – Schmerz und Ärger bei traditionellen Gläubigen und Musikliebhabern


Sheffield (kath.net) Das Kapitel der anglikanischen Kathedrale von Sheffield hat beschlossen, seinen traditionsreichen Kirchenchor aufzulösen und kirchenmusikalisch sowie personell einen völligen Neustart hinzulegen, um der veränderten Gesellschaft Rechnung zu tragen. Dies löst auch viel Schmerz und Verärgerung aus. Davon berichtet The Guardian. 

 

Peter Bradley, der Dekan und somit Vorsitzende des Kapitels (Leitungsgremiums) der anglikanischen Kathedrale, sagte: „Die Stadt verändert sich ziemlich schnell, und wir sind der Meinung, dass die Musik der Kathedrale eine größere Reichweite haben muss. Wir wollen ehrgeiziger sein, und das bedeutet, dass wir uns auf eine größere Gruppe von Kindern einlassen und Teile der Stadt erreichen müssen, die wir bisher noch nicht erreicht haben. In Zukunft könnte es mehr als einen Chor geben, der sich aus einer größeren Anzahl von Kindern und Universitätsstudenten zusammensetzt.“ Die englische Stadt hat etwa eine halbe Million Einwohner. 

 

In einer Erklärung, die am Mittwoch auf der Website der Kathedrale veröffentlicht wurde, hieß es, dass „bedeutende Veränderungen“ erforderlich seien. Das Kapitel habe „ein neues Modell für das anglikanische Chorleben hier beschlossen, mit einem erneuerten Streben nach Engagement und Inklusion“. Die Homepage der Kathedrale von Sheffield trägt den Untertitel: „Ein Ort für alle Menschen.“


 

Die Bevölkerung von Sheffield und Umgebung wächst, wird jünger und vielfältiger, und in den letzten Jahren habe die Kathedrale Flüchtlinge aufgenommen und auf der Straße lebende Menschen unterstützt, sagte Bradley. „Wir müssen mit Menschen zusammenarbeiten, die Teil dieser sich verändernden Stadt sind. Wir glauben fest an Gleichberechtigung und daran, so vielen Kindern wie möglich die Möglichkeit zu geben, auf höchstem Niveau zu singen.“ Die Anziehungskraft der Kirchenmusik sei breit gefächert, aber manchmal „in einer Weise präsentiert, die als elitär angesehen werden kann.“ 

 

Die Schließung des Chors kam unerwartet und verärgert traditionell gesinnte Gläubige in der Church of England und Liebhaber der klassischen Musik.
Außer einigen erwachsenen Sängern bestand der bisherige gemischte Chor größtenteils aus Schülern aus der Gegend von Sheffield (einschließlich Privatschulen) und führt hauptsächlich Musik aus der anglikanischen Chortradition auf.

 

Dekan Bradley gab zu, dass die geplante Schließung „echten Kummer verursachen würde“. Er hoffte, dass einige der bestehenden Chorsänger Mitglieder eines neuen Chores werden würden, der nach der Ernennung eines neuen Gottesdienstleiters (canon precentor) in diesem Sommer gegründet werden soll.

 

Der neue Chor werde weiterhin Musik aus der anglikanischen Chortradition aufführen, aber sein Repertoire erweitern, sagte er.
„Diese Art von Veränderung in unserer Art von Institution kann ungeheuer schmerzhaft sein, aber das ist kein Grund, nicht vorwärts zu gehen. Ich bin der Ansicht, dass viele Kathedralen in den nächsten Jahren ähnliche Veränderungen vornehmen werden. Es wird für uns ein bisschen brennheiß sein, aber wir werden nicht in einem Bunker sitzen.“ „Chöre haben sehr feste Muster, und wir dachten nicht, dass ein schrittweises Vorgehen es uns erlauben würde, schnell genug voranzukommen", sagte Bradley.

 

Der Corona-Lockdown, währenddessen die Chöre nicht in der Lage waren, gemeinsam zu singen oder zu proben, bot laut einer anderen Quelle die Gelegenheit, diesen Wandel einzuleiten. 

 

Schmerz und Ärger

 

James Bingham, ein ehemaliges Mitglied des Chores der Kathedrale von Sheffield, der jetzt für die Irische Nationaloper arbeitet, zeigte sich über die Erklärung der Kathedrale entsetzt und twitterte: „Dies impliziert, dass die reiche Chortradition der anglikanischen Kirche für ihren abnehmenden Einfluss verantwortlich ist.“ 
„Chormusik ist eines der großen kulturellen Vermächtnisse der Kirche von England", sagte er dem Guardian.

 

Die Vorstellung, dass klassische Musik elitär sei, ist falsch, sagte Bingham. "In Sheffield machen sie täglich im Stadtzentrum [in der Kathedrale] großartige Musik, die für jeden frei zugänglich ist.“ 

 

Als Musikstudent an der Universität Sheffield hatte Bingham drei Jahre lang fünf Mal pro Woche im Chor gesungen. Chöre seien starke Gemeinschaften, die durch häufige Auftritte und Proben miteinander verbunden seien, sagte er. „Der Kathedralchor hat immer noch einen großen Platz in meinem Herzen. Wenn dies geschehen wäre, als ich noch dort war, hätte es mir das Herz gebrochen.“

 

Dazu twitterte der katholische Priester P. Mark Elliott Smith: „Eine der einfachsten und billigsten Behauptungen über traditionelle Kirchenmusiker, dass sie ‚elitär‘ seien und dem Wachstum der Kirche im Wege stünden.“

 

Foto: (c) David Mark auf Pixabay, Symbolfoto


 


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Lesermeinungen

 Chris2 4. August 2020 
 

Genau. Zerschlagt diese "böse weiße Kultur",

so wie man in den USA sogar die sympathische Figur des schwarzen (!) "Uncle Ben", den ich seit meiner Kindheit kenne, wegen "Rassismus" von den Reispackungen verdammt. A propos: "... und in den letzten Jahren habe die Kathedrale Flüchtlinge aufgenommen ...". Das hat die Kathedrale von Nantes auch. Sie hat sogar einem von ihnen ihren eigenen Schutz anvertraut. Die Folgen sind bekannt (wer es nicht mitbekommen hat: Der Afrikaner wurde zuletzt dann doch wegen des Verdachts der Brandstiftung verhaftet).


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 Norbert Sch?necker 4. August 2020 

Viele Stile ja, Mischmach nein!

Offenbar geht es darum, im Chor der Kathedrale die Spezialisierung aufzugeben und mehrere Stile zu präsentieren. Das ist nicht unchristlich.

Die Frage lautet: Ist es auch klug?

Es gibt neben dem gregorianischen Gesang auch ganz wunderbare geistliche Barockmusik, es gibt die großen Messen der Klassik, es gibt den bekannten kirchlichen Volksgesang des Gotteslob (früher Betende Gemeinde), es gibt die Lieder aus Taize, und wer in den slawischen Raum fährt wird dort ganz anders geartete Lieder in den Kirchen hören, die sehr zu Herzen gehen, von Kirchen auf anderen Kontinenten ganz zu schweigen. Und ich persönlich kann auch der christlichen Pop- und Rockszene der USA einiges abgewinnen.

Aber ein Chor, zumal ein etablierter, sollte sich spezialisieren, wenn er sein Niveau und sein Publikum halten will. Es käme ja auch umgekehrt kein Mensch auf die Idee, den "Toten Hosen" mangelndes Engagement zu unterstellen , weil sie nie gregorianisch singen.


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 Schimmelreiter 4. August 2020 

Zur Erinnerung

Ich dachte spontan an die Rede Benedikts in Krakau, auch hier noch nachzlesen.
Im Vorauseilenden Gehorsam wird mal wieder das Tafelsilber zu ebay-Preisen verhökert. Ob nun andere Leute zum Singen kommen, ist fraglich, manche Kulturen haben einfach keinen Bezug zur Musik.
Integration heißt nicht, dass man sich selbst aufgibt und etwas anderes die Vakanz ausfüllt.
Kopfschütteln bis zum Schleudertrauma.

www.kath.net/news/51227


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 SalvatoreMio 4. August 2020 
 

Einheitsbrei der künftigen Weltgesellschaft

Blödsinniger geht es nicht! Was gibt es Schöneres als die britische Chormusik! Haben gute Sänger nicht ein Recht darauf, aufs Beste gefördert zu werden, zur Freude und Bereicherung aller? - Aber ich möchte dieses Denken auf eine noch verrücktere Ebene transportieren: würden wir die Idee absoluter Chancengleichheit in allen Lebensbereichen umsetzen, so erwartete uns sehr schnell ein Kollaps. Die Menschheit ist nicht überlebensfähig ohne geistige Entwicklung auf höchstem Niveau. Wir benötigen elitäre Wissenschaftler, Ingenieure usw., das weiß doch jeder. Inklusion würde uns weiter zurückführen als in die Steinzeit.


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 Stephaninus 4. August 2020 
 

An Lächerlichkeit nicht zu überbieten

ist diese Argumentation. Und dann noch verlogene Krokodilstränen hinterherschicken.

Selbsthass Europas in Reinkultur!


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 Zsupan 4. August 2020 
 

Auch in England schafft sich die Kirche ab...

Für sind Musik und Glaube untrennbar verbunden. Gerade diese musikalische Tradition ist es, die die anglikanische Kirche im Besonderen auszeichnet. Wer jemals in England war, musikbegeistert ist und an einem "Evensong" teilgenommen hat, weiß, wovon ich spreche. Diese enge Verbindung von Frömmigkeit und alltäglicher (!) Musikalität auf höchsten Niveau ist etwas, was ich in D oft sehr vermisse. Die "Dreiapostelband" bei der Sonntagsmesse haut mich meist nicht vom Hocker.

Kreise der englischen Kirche suchen also ihr Heil darin, genau das aufzugeben, was ihr ganz besonderes Merkmal ist. Kommt einem irgendwie bekannt vor. Die Engländer sind also elitär, weil sie schön und auf hohem Niveau singen, die Katholiken sind klerikal, weil sie nur unverheiratete Männer zu Priestern weihen, usw. usf.

Unsere vielfältige und plurale Gesellschaft soll also darauf hinauslaufen, dass Institutionen ihre Eigenheiten aufheben. Willkommen im Einheitsbrei der künftigen Weltgesellschaft.


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 Walahfrid Strabo 4. August 2020 

Zitat von P. Mark Elliott Smith: „Eine der einfachsten und billigsten Behauptungen über traditionelle Kirchenmusiker, dass sie ‚elitär‘ seien und dem Wachstum der Kirche im Wege stünden.“

Volle Zustimmung. Wohin das "Wachstum" geführt hat, seit man das musikalische Niveau immer weiter heruntergesenkt hat, ist landauf, landab zu sehen.

Es ist ein Armutszeugnis, was das Kapitel da beschlossen hat.


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