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Pfarrer von Aleppo: Papstappell ein großer Trost für uns

15. Februar 2020 in Weltkirche, keine Lesermeinung
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P. Alsabagh in "Vatican News": Zahlreiche tote Zivilisten, 700 Christen harren noch in Idlib aus


Vatikanstadt-Aleppo (kath.net/KAP) "Der Krieg macht keinen Unterschied zwischen den Menschen, und es gibt viele Tote": Mit diesen Worten hat P. Ibrahim Alsabagh, Leiter des Franziskanerklosters in Aleppo, gegenüber "Vatican News" die aktuelle Lage im Kriegsgebiet im Nordwesten Syriens beschrieben, wie sie sich für die lokale Bevölkerung darstellt. Aleppo liegt nahe der umkämpften Region Idlib und auch unter der Zivilbevölkerung der Stadt habe es zuletzt wieder zahlreiche Tote gegeben, so der Ordensmann.
Papst Franziskus hatte am vergangenen Sonntag und bei der Generalaudienz am Mittwoch zum wiederholten Mal zum Gebet für Syrien aufgerufen und an die internationale Gemeinschaft appelliert, den seit 2011 andauernden Krieg in der Region zu beenden. "Jedes Mal, wenn der Heilige Vater von uns spricht, indem er für uns betet oder dazu appelliert, Frieden zu schließen, fühlen wir uns sehr getröstet", so Pfarrer Alsabagh.


Man wisse eigentlich nur, dass die reguläre syrische Armee gemeinsam mit den Russen weiter vorrücke, um Idlib zu erreichen, so der Pfarrer über die schwierige Nachrichtenlage. Eine komplizierte Situation, die am Ende vor allem zu Lasten der Zivilisten geht. "Es werden viele Dörfer rund um die Haupt-Autobahn eingenommen, die Aleppo mit den anderen Städten verbindet. Mehr wissen wir auch nicht über die Situation von Idlib." Es fielen zahlreiche Bomben auf das Gebiet, auch auf Zivilisten, und die Angriffe hätten sich im vergangenen Monat verschlimmert.

Alsabagh: "Stellen Sie sich nur vor, dass durch die Raketen, die um Idlib abfeuert wurden, allein in Aleppo zwischen dem 12. Jänner und Ende Jänner 17 Zivilisten starben, darunter vor allem Frauen und Kinder. Mehr als 100 wurden verletzt. Also, wenn das der Todeszoll unter den Zivilisten hier ist, wie viele werden es dann in Idlib selbst sein, ohne von den bewaffneten Gruppierungen oder von der regulären Armee zu sprechen?"
In der Region Idlib, der letzten Bastion verschiedener islamistischer Gruppierungen, die u.a. auch von der Türkei unterstützt werden, gibt es so gut wie keine Christen mehr. Nur eine kleine christliche Minderheit, Katholiken, Armenier, Orthodoxe - insgesamt rund 700 Personen -, hätten bis jetzt ausgeharrt, berichtete der Pfarrer. Einige Franziskanerpatres seien als einzige Geistliche bei ihnen. In dieser Notsituation spiele auch die Kirchenzugehörigkeit keine Rolle mehr. Die Patres seien für alle Christen vor Ort da.

Copyright 2020 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten
Foto: Archivbild


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