Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Papst Leo XIV. geht auf Distanz zu Kardinal Marx und seinen geplanten Homo-Segnungen
  2. Marx ärgert sich über die "Reaktionären" und "Stimmungsmache"
  3. Kardinal Marx und das öffentlich gewordene Geheimdekret
  4. Konsekrierte Hostien an Hunde verfüttert: Keine Konsequenzen im Bistum Chur
  5. Kardinal Marx unter Druck: Zwischen grober Fahrlässigkeit und dem Vorwurf der Vertuschung
  6. Insider: Vatikan bereitet sich auf Folgen der Bischofsweihen der Piusbruderschaft vor
  7. Goldenstein-Nonnen doch in Rom? Propst in Sorge
  8. „Gott und sein Gesetz sind wichtiger als menschliche Vereinbarungen und Macht“
  9. Bischof der Herzen – Walter Mixa wurde 85
  10. Trotz Konflikt mit dem Papst - Trump genießt jetzt Rekordzustimmung bei US-Katholiken
  11. „Theologische Katastrophe“: Massive Kritik am Erprobungsband des neuen evangelischen Gesangbuchs
  12. Back to the future: Durch den Traditionalismus zur Gendergerechtigkeit
  13. Erzbischof Sheen warnte bereits 1965 vor falschem Mitgefühl
  14. Erst Gerichtssaal, dann Preisverleihung: Weronika Krawczyk erhält Opoka-Preis „Auf Fels gebaut“
  15. Jesus ist lebendige Gegenwart

Kardinal: Westen muss Saudis zu Menschenrechte-Einhaltung zwingen

26. Juli 2019 in Weltkirche, 1 Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Erzbischof von Colombo, Ranjith: Völlig verfehlte Reaktion westlicher Länder auf Salafismus - Bisher keine Aufklärung der verheerenden Selbstmordanschläge in Sri Lanka auf Christen zu Ostern: "Es besteht immer Gefahr für das Leben unserer Leute"


Würzburg (kath.net/KAP) Die von Saudi-Arabien unterstützte islamistische Strömung des Wahhabismus will Konflikte zwischen den Religionen schüren - und es läge an den mit Saudi-Arabien befreundeten westlichen Staaten, hier bremsend einzulenken und Riad zu Demokratie, Gleichheit und einer Anerkennung der Menschenrechte zu zwingen: Das hat der Erzbischof der srilankesischen Hauptstadt Colombo, Kardinal Malcolm Ranjith, in der katholischen Zeitung "Die Tagespost" (25. Juli) eingefordert: "Jene Staaten, die andere belehren, die Menschenrechte zu achten, erfüllen ihre eigenen Verpflichtungen nicht: Da läuft etwas ganz falsch in der Art, wie die westliche Welt auf diese Situation reagiert!", kritisierte der Kardinal im Interview.

Erzbischof Ranjith bezog sich auf die Situation in seinem Heimatland, wo es seinen Aussagen zufolge seit Jahrhunderten ein Zusammenleben ohne Gewalt zwischen den Buddhisten, die die Mehrheit der Bevölkerung stellen und laut dem Kardinal "religiös sehr tolerant" sind, sowie muslimischen wie auch christlichen Minderheiten gebe. Die Muslime, die acht Prozent der Bevölkerung stellen, seien "friedfertige Leute", seien zugleich aber seit rund drei Jahrzehnten dem "starken Druck eines sehr radikalen, ideologischen Islam" ausgesetzt, der von außen komme und besonders unter jungen Leuten zu einer Radikalisierung führe. Besonders der Wahhabitismus (bzw. Salafistentum) stehe dahinter.


Entsetzliche Folgen habe dies im Zuge der Anschläge auf drei Kirchen und Hotels in Sri Lankas am Ostersonntag gehabt, als 253 Menschen ums Leben kamen und 485 weitere Personen verletzt wurden. Noch immer sei das Verbrechen nicht aufgeklärt, der im Auftrag des Präsidenten erstellte Bericht einer Untersuchungskommission nicht veröffentlicht worden, beklagte der Erzbischof. Ein weiteres Komitee aus Parlamentariern, das durch die Regierung berufen wurde, habe seine Untersuchungen noch nicht abgeschlossen. "Wir haben also bisher keine offizielle Mitteilung darüber, wer für diese Anschläge verantwortlich ist", sagte Ranjith.

Schlimm sei dies besonders, weil man so weiterhin nicht wisse, "wie viele dieser Selbstmordattentäter ausgebildet wurden und wo sie sind". Vermutungen zufolge seien neun von ihnen in die Anschläge verwickelt gewesen, Informationen deuteten jedoch darauf, "dass es noch mehr gibt". Solange die Regierung und die Sicherheitskräfte nicht ernsthaft darauf schauen, "besteht immer eine Gefahr für das Leben unserer Leute", verdeutlichte Kardinal Ranjith.

Warnungen wurden überhört

Schwere Verfehlungen von Regierungsseite habe es jedoch bereits vor den Anschlägen gegeben: Schließlich habe der indische Geheimdienst die zuständigen Stellen in Sri Lanka schon drei Wochen vor den Anschlägen über deren Möglichkeit informiert und in den Tagen darauf - sogar noch am Morgen der Anschläge - die Warnungen erneuert. Niemand in der Regierung seines Landes habe jedoch davon wirklich Kenntnis genommen, der Brief sei an verschiedene Stellen weitergereicht worden ohne Maßnahmen einzuleiten. "Das ist ein schwerwiegender Fehler, eine Fehlkalkulation und aus meiner Sicht auch ein sträfliches Verbrechen, weil so viele Menschen dadurch ihr Leben verloren haben", betonte Ranjith.
Unter den Katholiken habe sich in den bisher drei Monaten nach den Anschlägen der anfängliche Zorn in Bereitschaft zur Vergebung gewandelt; sie hätten "in großer Würde und mit großem Sinn für Spiritualität" reagiert, erklärte der Kardinal. Der schon zuvor bedeutende interreligiöse Dialog sei noch intensiviert worden, denn "wir dürfen nicht gegeneinander kämpfen, sondern müssen zusammenarbeiten, um das Leben der Menschen stetig zu verbessern", so der Erzbischof von Colombo.

Copyright 2019 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten
Archivfoto Kardinal Ranjith (c) Wikipedia/Janaka Pradeep /CC BY-SA 3.0


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Saudi-Arabien

  1. Saudi-Arabien: 15 Jahre Haft für Verbreitung von ‚Apostasie, Unglauben und Atheismus’
  2. Vatikan-Diplomat mahnt in Saudi-Arabien zu Menschenrechte-Schutz
  3. Wien: Umstrittenes König-Abdullah-Zentrum soll geschlossen werden
  4. Wirtschaftskrise am Golf drückt Zahl der Christen
  5. Vatikan: Abkommen mit Saudi Arabien ermöglicht Errichtung von Kirchen
  6. Saudi-Kronprinz rüttelt an Verhüllungspflicht für Frauen
  7. Saudischer Kronprinz empfängt libanesischen Patriarchen Rai
  8. Besuch Kardinal Rais in Saudi-Arabien wird mit Spannung erwartet
  9. König-Fahd-Akademie in Bonn wird schließen
  10. Grüne und Linke verurteilen Hinrichtungen in Saudi-Arabien







Top-15

meist-gelesen

  1. Große SIZILIEN-Rundreise mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  2. Papst Leo XIV. geht auf Distanz zu Kardinal Marx und seinen geplanten Homo-Segnungen
  3. Kardinal Marx und das öffentlich gewordene Geheimdekret
  4. Marx ärgert sich über die "Reaktionären" und "Stimmungsmache"
  5. Keine Bistums-Erlaubnis für Afrika-Madonna in der Gebetsstätte Marienfried
  6. Kardinal Marx unter Druck: Zwischen grober Fahrlässigkeit und dem Vorwurf der Vertuschung
  7. Back to the future: Durch den Traditionalismus zur Gendergerechtigkeit
  8. Bischof der Herzen – Walter Mixa wurde 85
  9. Das Vermächtnis eines Sterbenden
  10. „Theologische Katastrophe“: Massive Kritik am Erprobungsband des neuen evangelischen Gesangbuchs
  11. Trotz Konflikt mit dem Papst - Trump genießt jetzt Rekordzustimmung bei US-Katholiken
  12. Goldenstein-Nonnen doch in Rom? Propst in Sorge
  13. Insider: Vatikan bereitet sich auf Folgen der Bischofsweihen der Piusbruderschaft vor
  14. Was Kardinal Marx meint und was das Zweite Vatikanische Konzil lehrt
  15. Die Messe in der außerordentlichen Form kehrt nach Santa Maria Maggiore/Rom zurück

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz