Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Papst Leo XIV. geht auf Distanz zu Kardinal Marx und seinen geplanten Homo-Segnungen
  2. Marx ärgert sich über die "Reaktionären" und "Stimmungsmache"
  3. Kardinal Marx und das öffentlich gewordene Geheimdekret
  4. Konsekrierte Hostien an Hunde verfüttert: Keine Konsequenzen im Bistum Chur
  5. Kardinal Marx unter Druck: Zwischen grober Fahrlässigkeit und dem Vorwurf der Vertuschung
  6. Insider: Vatikan bereitet sich auf Folgen der Bischofsweihen der Piusbruderschaft vor
  7. Goldenstein-Nonnen doch in Rom? Propst in Sorge
  8. „Gott und sein Gesetz sind wichtiger als menschliche Vereinbarungen und Macht“
  9. Bischof der Herzen – Walter Mixa wurde 85
  10. Trotz Konflikt mit dem Papst - Trump genießt jetzt Rekordzustimmung bei US-Katholiken
  11. „Theologische Katastrophe“: Massive Kritik am Erprobungsband des neuen evangelischen Gesangbuchs
  12. Back to the future: Durch den Traditionalismus zur Gendergerechtigkeit
  13. Erzbischof Sheen warnte bereits 1965 vor falschem Mitgefühl
  14. Erst Gerichtssaal, dann Preisverleihung: Weronika Krawczyk erhält Opoka-Preis „Auf Fels gebaut“
  15. Jesus ist lebendige Gegenwart

Glaubenskongregation abschaffen?

11. März 2019 in Kommentar, 12 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


"Statt die Glaubenskongregation abzuschaffen, wäre es wichtig, sie in der Glaubenskrise auszubauen und zu stärken. Das Gegenteil von dem unsinnigen Postulat der BILD ist richtig." - Der Montagskick von Peter Winnemöller


Linz (kath.net)
Es war eine der "grandiosen" Reformideen, mit denen die BILD nach Ende des Missbrauchsgipfels aufwartete. Die Forderung ist nicht neu und dennoch bleibt sie urkomisch. Natürlich steht die Glaubenskongregation als ehemalige Heilige Inquisition im Fokus der Welt. Um nichts in der Kirche ranken sich so viele Legenden und Verschwörungstheorien wie um dieses Dikasterium der römischen Kurie.

Dabei ist die Aufgabe dieser Kongregation in „Pastor bonus“ Art. 48 ganz klar und eindeutig beschrieben. „Die besondere Aufgabe der Kongregation für die Glaubenslehre ist es, die Lehre über Glaube und Sitten auf dem ganzen katholischen Erdkreis zu fördern und zu schützen; ferner kommt ihr alles zu, was diese Materie in irgendeiner Weise berührt.“ Dieser Auftrag ist biblisch wohlfundiert und in der Tradition der Kirche fest verankert.

Die Lehre der Kirche über Glauben und Sitten schweben nicht in einem luftleeren Raum. Sie als göttliche Offenbarung der Kirche anvertraut und lassen sich nicht in einem losgelösten Biblizismus oder weltlichen Relativismus auflösen. Schrift und Tradition begründen den Glauben in einer lebendigen gegenseitigen Abhängigkeit, welche auszubalancieren und der Welt in der Sprache der Zeit jeweils authentisch vorzulegen eben insbesondere dem Petrusamt zugehört. Schon aus diesem Satz ergibt sich die Lächerlichkeit obiger Forderung.


Man könnte Pastor bonus folgend drei Aufgaben der Kongregation für Glaubenslehre in moderner Sprache festhalten. Da ist zum einen das Gericht, welches über Verstöße gegen die Lehre über den Glauben und die Sitten urteilt. Schon die Heilige Inquisition hatte allen zeitgenössischen Vorurteilen zum Trotz immer nur das Ziel die Wahrheit zu finden. Eine weitere sehr wichtige Aufgabe ist die Qualitätssicherung. Alle Dikasterien im Vatikan legen der Kongregation für Glaubenslehre ihre Dokumente vor, insofern sie den Glauben und die Sitten betreffen. Selbst die Päpste legten in der Vergangenheit ihre Predigten, Reden und Ansprachen hier vor, um die Qualität zu sichern.

Die dritte Aufgabe ist der Betrieb von zwei Think Tanks. Da ist zum einen die Päpstliche Bibelkommission und zum anderen die Internationale Theologische Kommission, die beide bei der Glaubenskongregation angegliedert sind. Wollte man die Kongregation reformieren, so wäre es in unserer Zeit eine gute Idee, die Think Tanks noch weiter auszubauen, um mit einer sich immer weiter vom Glauben entfernenden Welt besser kommunizieren zu können.

Wer nun also auch nur einen Moment über die platte, boulevardeske Forderung der BILD nachdenkt, die Glaubenskongregation abzuschaffen, kommt schnell zu dem Ergebnis, das es sich um eine so dumme Forderung handelt, die sogar das Niveau einer Boulevardzeitung weit unterschreitet. Einen „freien offenen Glauben“, wie in der Forderung erwähnt hat es nie gegeben. Ein solcher wäre unbiblisch. Die Aufklärung ist allen Unkenrufen zum Trotz ein Kind des christlichen Abendlandes und in dessen geistiger Tradition verwurzelt. Ohne den Glauben, den die Glaubenskongregation schützt, ist sie nicht zu denken. Eine Glaubenskongregation verhindert nicht den lebendigen Diskurs über den Glauben, sie hält ihn vielmehr erst am Leben. Und wo Lehrverurteilungen vorgenommen werden, passiert das nicht nach Gutdünken und Laune des Präfekten, sondern nach einem sorgfältig durchgeführten Verfahren.

Statt die Glaubenskongregation abzuschaffen, wäre es wichtig, sie in der Glaubenskrise auszubauen und zu stärken. Das Gegenteil von dem unsinnigen Postulat der BILD ist richtig.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Montagskick

  1. Kardinal Marx und das öffentlich gewordene Geheimdekret
  2. Wenn der Funktionär den Bischof ersetzt
  3. Panik in Magdeburg
  4. Bischof Overbeck ist mit Weidel und Chrupalla in Sachen Iran einer Meinung
  5. Möge die Versöhnung der Kirche in Deutschland gelingen
  6. Der Tod der Theologie in Deutschland
  7. Ein neuer Beginn in der DBK ist möglich
  8. Synodaler Weg führte zu Streit und Verwerfung
  9. MEHR hippe Missionare in Augsburg
  10. Bischöfliche Spökenkiekerei zum Jahreswechsel







Top-15

meist-gelesen

  1. Große SIZILIEN-Rundreise mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  2. Papst Leo XIV. geht auf Distanz zu Kardinal Marx und seinen geplanten Homo-Segnungen
  3. Kardinal Marx und das öffentlich gewordene Geheimdekret
  4. Marx ärgert sich über die "Reaktionären" und "Stimmungsmache"
  5. Keine Bistums-Erlaubnis für Afrika-Madonna in der Gebetsstätte Marienfried
  6. Kardinal Marx unter Druck: Zwischen grober Fahrlässigkeit und dem Vorwurf der Vertuschung
  7. Back to the future: Durch den Traditionalismus zur Gendergerechtigkeit
  8. Bischof der Herzen – Walter Mixa wurde 85
  9. Das Vermächtnis eines Sterbenden
  10. „Theologische Katastrophe“: Massive Kritik am Erprobungsband des neuen evangelischen Gesangbuchs
  11. Trotz Konflikt mit dem Papst - Trump genießt jetzt Rekordzustimmung bei US-Katholiken
  12. Goldenstein-Nonnen doch in Rom? Propst in Sorge
  13. Insider: Vatikan bereitet sich auf Folgen der Bischofsweihen der Piusbruderschaft vor
  14. Was Kardinal Marx meint und was das Zweite Vatikanische Konzil lehrt
  15. Die Messe in der außerordentlichen Form kehrt nach Santa Maria Maggiore/Rom zurück

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz