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„Ich habe niemals bereut, Asia Bibi verteidigt zu haben“

19. Februar 2019 in Weltkirche, 7 Lesermeinungen
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Strafverteidiger von Asia Bibi, der Muslim Saif Ul-Malook: „Ich bin ein wandelnder Toter. Man beschuldigt mich, dass ich ein schlechter Muslim sei, weil ich eine christliche Frau verteidigt habe, die der Blasphemie beschuldigt war.“


München-Wien (kath.net/KIN) Trotz anhaltender Bedrohungen gegenüber seiner Person würde Saif Ul-Malook, der Verteidiger der in Pakistan der Blasphemie beschuldigten und kürzlich freigesprochenen Katholikin Asia Bibi, immer wieder Christen verteidigen, die der Blasphemie beschuldigt werden.

Das betonte der muslimische Anwalt bei einem Treffen mit einer Delegation der päpstlichen Stiftung „Kirche in Not“ in Lahore (Pakistan). „Wenn jemand meine Hilfe braucht, gebe ich meine juristische Unterstützung, egal welchem Glauben die Person angehört“, sagte er.

Der Fall der Katholikin Asia Bibi hatte weltweit für Aufsehen gesorgt. Sie wurde wegen einer mutmaßlichen Beleidigung des Propheten Mohammed zum Tod verurteilt. Im muslimisch geprägten Pakistan herrscht ein strenges Blasphemiegesetz.


Der Anwalt Saif Ul-Malook hatte Pakistan nach der Aufhebung des Todesurteils gegen Asia Bibi am 31. Oktober vergangenen Jahres verlassen, kehrte aber kürzlich zurück, um bei der Anhörung anwesend zu sein, als das Oberste Gericht einen Antrag, die früheren Gerichtsentscheidungen zu überprüfen, diskutierte und letztlich ablehnte.

Nach seiner Rückkehr sehe er sich Bedrohungen ausgesetzt, sagte Ul-Malook. „Ich bin ein wandelnder Toter. Man beschuldigt mich, dass ich ein schlechter Muslim sei, weil ich eine christliche Frau verteidigt habe, die der Blasphemie beschuldigt war. Meine Freunde und Kollegen haben Angst, mit mir im Auto zu fahren, weil sie fürchten, dass sie zusammen mit mir getötet werden“, gestand er.

Im Gespräch mit „Kirche in Not“ Italien berichtete Ul-Malook von den Haftbedingungen von Asia Bibi. Sie hätte acht Jahre lang in einem acht Quadratmeter großen Zimmer leben müssen. Zwei Mal am Tag durfte sie jeweils für eine halbe Stunde diesen Raum verlassen. Zum aktuellen Aufenthaltsort von Asia Bibi machte er keine Angaben.

Sein größter Wunsch sei es nun, Papst Franziskus zu begegnen. Der Heilige Vater hatte sich in der Vergangenheit für die Freilassung von Asia Bibi eingesetzt.

Trotz der aktuellen Drohungen steht für Saif Ul-Malook fest: „Mein Leben ist zwar zerstört, aber ich habe niemals bereut, Asia Bibi verteidigt zu haben.“

Saif Ul-Malook, Anwalt von Asia Bibi


Foto © KIRCHE IN NOT


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