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Sankt Sternsinger oder wie Kinder (eben nicht) die Welt retten sollen

7. Jänner 2019 in Kommentar, 14 Lesermeinungen
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Die Sternsingeraktion ist leider neben der guten Sache eine viel zu oft vertane Chance der kleinen Katechese - Der Montagskick von Peter Winnemöller


Linz (kath.net)
Jeder kennt sie. Fast jeder Katholik und auch viele andere Christen und Nichtchristen mögen und schätzen sie: Die Sternsinger. Anfang Januar ziehen sie von Haus zu Haus, singen ihr Sternsingerlied, erbitten eine Spende für einen guten Zweck und freuen sich über eine Handvoll Süßigkeiten. Dezidierte Kirchenhasser nutzen die Sternsingeraktion auch mal, um gegen die Kirche zu pesten. Sie sind aber noch immer die unrühmliche Ausnahme. Satiriker lieben es, ihre Scherze mit den jungen Leuten zu machen. „Maskierte Jugendbanden erpressen Geld und Süßigkeiten und beschmieren Häuser argloser Bürger.“

Tatsächlich aber sind die Sternsinger echte Botschafter des Jesuskindes. In der Messe dürfen sie an dem Tag oft, so sie denn auch Ministranten sind, in ihrer Verkleidung ministrieren. Immerhin sind sie Könige, Botschafter der bekannten Erdteile, die an Erscheinung des Herrn die Geburt Christi der Welt bekannt machen. Bis ins Kanzleramt, ins Schloss Bellevue und in die Staatskanzleien der Bundesländer finden die Sternsinger ihren Weg. Die Botschaft: Gott ist als Kind Mensch geworden! Auch wenn sie es nicht bewusst auf dem Schirm haben, das ist die Botschaft.


Mit der Botschaft tragen die Kinder auch den Segen Gottes von Haus zu Haus. Und sie tun, was unser Auftrag ist, sie kümmern sich um Arme und Benachteiligte. Der Auftrag des Evangeliums ist klar. Kinder erfassen das intuitiv. Die Projekte des Kindermissionswerkes, das der Rechtsträger der Sternsinger ist und sich die Sternsinger sogar rechtlich geschützt hat, sind durch die Bank kirchliche Sozialprojekte, die etwas mit benachteiligten Kindern zu tun haben. Kinder helfen Kindern um des Kindes von Betlehem willen. In diesem Jahr wird ein Projekt gefördert, das behinderte Kinder in Peru fördert.

Die Message dahinter ist, wir gehen zu den Menschen und bringen die frohe Botschaft vom Christkind, segnen die Häuser in seinem Namen und bitten um Spenden für Kinder in der Welt. Das jeweilige Motto der Aktion steht dann und wann schon mal in der Kritik, denn es ist oft sehr beliebig/ weltlich/ diesseitig. Das Kindermissionswerk agiert zuweilen wie eine beliebige NGO, was aber im Kontext kirchlicher Werke in Deutschland inzwischen leider keine Ausnahme ist.

So macht die Sternsingeraktion tatsächlich auf der Spitzenebene zuweilen den Eindruck allzu sehr einer diesseitigen Weltverbesserung zu dienen und eben nicht auf Heil, welches von Gott kommt zu verweisen. Da werden, wie so oft in der Kirche in unseren Tagen Chancen vertan. Denn auch das muss man sich klar machen: Sternsinger kommen oftmals nicht aus gläubigen, praktizierenden Familien. Sie machen mit, weil es irgendwie cool ist, verkleidet durch die Stadt zu ziehen. Und es sind alle nett zu ihnen, es gibt Süßigkeiten und man tut „was gutes“.

Es ist eine Chance, hier auch den Sternsingern, den Kindern, noch mal einen Impuls mitzugeben, dass sie eben nicht gehen, weil sie die Welt verbessern sollen, sondern weil die praktizierte Nächstenliebe ein Gebot Gottes ist. Auch wenn es reizvoll ist, mit einer vollen Spendendose zurück zu kommen, was in wohlhabenden Gegenden leichter ist, als in sozial schwachen Stadteilen, soll es nicht der Wettbewerb sein, wer am meisten gesammelt hat. Erfolg ist keiner der Namen Gottes. Auch wenn das gemeinsame Erlebnis wichtig ist, sollte es nicht die Mitte sein.

Die Sternsingeraktion ist leider neben der guten Sache eine viel zu oft vertane Chance der kleinen Katechese. Darum sollte man sich an dem Tag als Zelebrant der Hl. Messe, als Gruppenleiter, als Verantwortlicher für die Erfassung der Spenden oder auch die, die den Kindern einen warmen Kakao bereiten, darauf einstellen, ihnen außer den fair aufgeteilten Süßigkeiten noch ein wenig von der Botschaft mitzugeben, die sie selber in die Welt tragen oder getragen haben: Ihr müsst die Welt nicht retten! Das hat das Kind von Betlehem gemacht. Aber ihr seid Mitarbeiter des Kindes aus Betlehem! (Sagt jedenfalls der Heilige Paulus und der muss es wissen, der ist Apostel.)

Allen Kindern, die gestern durch die Städte und Dörfer gezogen sind, ordentlich gefroren haben, heftig nass geregnet wurden ein Vergelt’s Gott für Euren Einsatz. Denn das hat Jesus seinen Jüngern, also Euch, gesagt: Was ihr dem geringsten meiner Brüder – dieses Jahr in Peru – getan habt, das habt ihr mir getan. Das nämlich ist der innerste Kern der Sternsinger


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