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Äthiopiens Christen begrüßen heimgekehrten Exil-Patriarchen

7. August 2018 in Weltkirche, 2 Lesermeinungen
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Einstiger Ministerpräsident Tamirat Layne, der 1991 den Rücktritt des Patriarchen erzwungen hatte, bat um Vergebung


Addis Abeba (kath.net/KAP) Die Überwindung des Schismas in der äthiopisch-orthodoxen Kirche wurde nach der Rückkehr des Exil-Patriarchen Abuna Merkurios aus den USA auch in Addis Abeba eindrucksvoll gefeiert. Patriarch Abuna Mathias hielt eine bewegende Begrüßungsansprache, als Abuna Merkurios in der vergangenen Woche in die Dreifaltigkeitskathedrale der äthiopischen Hauptstadt einzog, berichtete der "Pro Oriente"-Informationsdienst am Montag. Abuna Mathias erinnerte daran, dass die beiden Patriarchen - die ab sofort miteinander "gleich an Ehre" die äthiopische Kirche leiten werden - vor knapp 40 Jahren am selben Tag und in der selben Feier in den bischöflichen Rang erhoben worden sind.

Der damalige äthiopisch-orthodoxe Patriarch Abuna Tekle Haimanot (1918-1988) hatte die beiden jetzigen Patriarchen zusammen mit zwölf anderen Klerikern am 21. Jänner 1979 in der Dreifaltigkeitskathedrale zu Bischöfen der äthiopischen Hauptstadt geweiht. Dieser Akt war notwendig geworden, weil das damals an der Macht befindliche marxistische "Derg"-Regime darauf bestand, dass alle früheren, mit dem von der Militärjunta 1974 gestürzten Kaiser Haile Selasie I. verbundenen Bischöfe aus dem Amt scheiden müssten. Der "Derg"-Vorsitzende Mengistu Haile Mariam - der wiederum seit seinem Sturz 1991 als Großgrundbesitzer und "gentleman farmer" in Simbabwe lebt - war damals nicht bereit, Kompromisse einzugehen.


Nach dem politischen Machtwechsel in Äthiopien 1991 war der seit 1988 amtierende Patriarch Abuna Merkurios abgesetzt worden. Er ging mit etlichen Bischöfen in die USA und baute einen "Heiligen Synod der äthiopisch-orthodoxen Kirche im Exil" auf. In der Heimat übernahm zunächst Abuna Paulos (1935-2012) das Patriarchenamt, nach dessen Tod folgte Abuna Mathias. Das knapp drei Jahrzehnte währende Schisma wurde Ende Juli nach vom neuen äthiopischen Ministerpräsidenten Ahmed Abiy mit forcierten Verhandlungen beendet.

Die getroffene Vereinbarung sieht u.a. vor, dass Abuna Merkurios aus den USA nach Äthiopien zurückkehrt und in Addis Abeba durch "Gebet und Segnung" der Kirche diene. Abuna Mathias wird sich um die Verwaltung der Kirche kümmern, aber ebenso "Gebet und Segnung" zu seinen Aufgaben machen.

Besonderen Eindruck machte nach der Heimkehr von Abuna Merkurios die Vergebungsbitte des einstigen Ministerpräsidenten Tamirat Layne. Der frühere Politiker - er war von 1991 bis 1995 der erste Premier Äthiopiens nach dem Bürgerkrieg und ist heute ein fundamentalistischer evangelikaler Pastor - sprach im Patriarchenpalast in Addis Abeba vor, verbeugte sich tief vor Abuna Merkurios, küsste in der üblichen orientalischen Geste dessen Füße und bat um Vergebung für seine Rolle beim 1991 erzwungenen Amtsverzicht des Patriarchen.

Aber auch Tamirat Layne fiel bald in Ungnade, er wurde wegen Korruption eingekerkert. Im Gefängnis bereute er seine Taten einschließlich des erzwungenen Rücktritts des Patriarchen. Nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis wurde er ein "born again christian" und schlug eine Pastorenlaufbahn ein. Tamirat Layne wurde nicht müde, dass er für seine Taten als Politiker Buße tun wolle.

Insbesondere sei es ihm darum wichtig, das von ihm mitverursachte Schisma in der äthiopisch-orthodoxen Kirche zu heilen. Die Bilder von der Begegnung von Abuna Merkurios mit Tamirat Layne - insbesondere jene vom Fußkuss des Pastors für den Patriarchen - kursieren in den "social media" in Äthiopien, aber auch in der weltweiten äthiopischen Diaspora.

Die äthiopisch-orthodoxe Kirche mit laut Stiftung "Pro Oriente" vermutlich an die 60 Millionen Gläubigen ist nach der russisch-orthodoxen Kirche die zahlenmäßig zweitgrößte Ostkirche. Die Wurzeln der Kirche reichen in Äthiopien tief in die Antike zurück.

Copyright 2018 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich


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Lesermeinungen

 Rosenzweig 8. August 2018 

DANKE - für diesen eindrucksvollen Bericht..

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danke- Ihnen wertes Kath.net Team!

Zukunft weisend, wie dieser Bericht einmal mehr aufzeigt, wie unrechtmäßige Macht-Regime, Kirchenspaltung/ Schisma u. daraus schmerzl. Folgen
eine ebenso berührende WENDE erfahren können,
was auch besonders beeindruckend die Vergebungsbitte des einstigen Minister-Prsd. aufzeigt!
-
Für mich empfunden, wieder ein wunderbares Zeichen- wie GOTT unsere Welt u. unsere Geschicke lenkt..-
und Zuversicht- dass der Hl. GEIST das Angesicht der ERDE erneuern wird!-(wie auch die Kirche betet!)
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Und so dankbar verbunden..


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 SCHLEGL 7. August 2018 
 

Äthiopisch orthodoxe Kirche

Die Zeit der kommunistischen Diktatur unter dem von den Sowjets gestützten Mengistu Haille Mariam hat das Land in tiefes Elend gestürzt. Kaiser Haille Selassie wurde in hohem Alter abgesetzt, der rechtmäßige Patriarch wurde verbannt,der völlig unbedeutende und theologisch nicht gebildete Tekle Haimanot (ich habe ihn im Wiener Bischofshaus kennen gelernt) von der Regierung eingesetzt. Das war rein sowjetische Religionspolitik, deren letzte Folgen jetzt Gott sei Dank in Äthiopien beseitigt worden sind.Msgr. Franz Schlegl


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