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So können wir unsere Kinder besser vor Internet-Pornographie schützen

9. Juli 2018 in Kommentar, 2 Lesermeinungen
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„Besorgniserregend: 2017 gab es einen Rekord an Meldungen von mutmaßlich illegalen Inhalten im Internet, 97 Prozent des illegalen Materials betraf Kinder-Pornographie“. Gastkommentar von Nationalrätin Gudrun Kugler


Wien (kath.net) Der neue Jahresbericht von Stopline, einer Meldestelle gegen sexuelle Missbrauchsdarstellungen Minderjähriger und nationalsozialistische Wiederbetätigung im Internet, zeichnet ein besorgniserregendes Bild: 2017 gab es einen Rekord an Meldungen von mutmaßlich illegalen Inhalten im Internet (von den 8.333 gemeldeten Fällen handelte es sich bei 1.822 (das sind 22 Prozent) um tatsächlich verbotenes Material). 97 Prozent des illegalen Materials betraf Kinder-Pornographie.

Es ist gut, dass die Sensibilisierung zunimmt und mehr Menschen aktiv gegen Kinder-Pornographie im Internet vorgehen. Gleichzeitig sind die Zahlen erschreckend, denn sie weisen auf ein wachsendes Problem hin, dem sich unsere Gesellschaft in Zeiten der Digitalisierung dringend stellen muss. Absolut gesehen haben sich die Meldungen rechtswidriger Inhalte allein im letzten Jahr fast verdreifacht!

Die Tatsache, dass über 50 Prozent der gemeldeten Fälle legale Pornografie (also von eindeutig volljähriger Personen) betrifft, zeigt noch etwas anderes: Viele Menschen empfinden, dass pornographische Inhalte im Internet generell nicht so leicht zugänglich sein dürften. Insbesondere Minderjährige können solche Bilder schwer einordnen.

Aus diesem Grund werden in Großbritannien demnächst im Zuge des Digital Economy Act 2017 Videosperren eingeführt, die Minderjährige vor pornographischen Inhalten im Internet schützen sollen. Wer künftig in Großbritannien pornographische Darstellungen im Netz ansehen will, muss zuerst seine Volljährigkeit belegen und einen Zugangscode anfordern. Diese sogenannte „Opt-in-Regelung“ bedeutet einen erheblich größeren Schutz für Kinder und Jugendliche im Internet.

Auch das österreichische Regierungsprogramm sieht ähnliche Maßnahmen vor. Im Wortlaut steht dort:

Schutzfilter für Handy und Computer leicht zugänglich machen und promoten

Bestimmungen zum Schutz von Kindern vor Pornographie und Gewalt im Internet erarbeiten (z.B. Opt-in-Regelung)

Schutzfilter für Hardware („Was offline verboten ist, soll auch online verboten sein.“)

Entwicklung von Unterrichtsmaterial für Lehrer zu allgemeinen Internetgefahren

Schüler-, Lehrer- und Elternschulung: Empowerment gegen Sexting, Mobbing, Pornographie etc.

„Good Practice“-Beispiele gegen Pornographie, Gewalt etc. aus anderen Ländern nach Österreich holen
(Regierungsprogramm, S. 104)

Die Umsetzung dieser Maßnahmen ist mir ein besonderes Anliegen. Denn beim Jugendschutz im Internet gibt es dringenden Handlungsbedarf!

Was die geplanten Bestimmungen zum Schutz von Kindern vor Pornographie und Gewalt im Internet betrifft, plädiere ich dafür, dass Österreich Internetanbieter in die Pflicht nimmt, pornographische Inhalte grundsätzlich nur dann zugänglich zu machen, wenn der Nutzer diese zuvor durch Opt-In aktiviert hat. Somit kann gezielt verhindert werden, dass Kinder und Jugendliche zufällig auf pornographische Inhalte stoßen und wegen mangelnden Schutzes Gewalt im Internet ausgesetzt sind. Denn unsere Kinder und Jugendlichen sind schützenswert!

Link: Jahresbericht 2017 von Stopline

Nationalrätin Dr. Gudrun Kugler stellt sich als ÖVP-Menschenrechts-Bereichssprecherin vor


Foto Nationalrätin Kugler (c) Gudrun Kugler


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Lesermeinungen

 Vögeli 9. Juli 2018 

Den Vorstoss von Frau Kugler finde ich, sollte schon lange eine Selbstverständlichkeit sein, und zwar überall.
Es kann doch nicht sein, dass man die Kinder einfach schutzlos diesen Dingen ausliefert. Wenn es ein Virus wäre, hätte die WHO schon lange alle impfen wollen.


6
 
 Makkabäer 9. Juli 2018 
 

S`wird Zeit

Hoffentlich nicht wieder nur Absichtserklärungen - bleiben Sie dran Frau Dr. Kugler, wir bauen auf Sie, wie übrigens auch in einigen anderen Bereichen :-)


6
 

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