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Salzburger Erzbischof bei Erentrudis-Fest: Maß nehmen an Heiligen

3. Juli 2018 in Österreich, 1 Lesermeinung
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Nonnberger Benediktinerinnen und Erzdiözese Salzburg feierten Festgottesdienst zum 1.300-Jahr-Jubiläum der Dizesanpatronin und Nonnberger Gründungsäbtissin Erentrudis


Salzburg(kath.net/KAP) Die Benediktinerinnen auf dem Salzburger Nonnberg um Äbtissin Veronika Kronlachner und Erzbischof Franz Lackner haben mit zahlreichen Gläubigen den Festgottesdienst zum 1.300-Jahr-Jubiläum der Heiligen Erentrudis gefeiert. "Gerade heute sollten wir Maß nehmen an den Heiligen von damals", die aus dem Antrieb von Glaube und Gebet heraus in Welt und Kirche gewirkt haben, sagte Lackner in seiner Predigt bei dem Festgottesdienst am Samstagabend in der Stiftskirche Nonnberg. Erentrudis war Gründungsäbtissin des Stiftes Nonnberg und ist gemeinsam mit den Heiligen Rupert und Virgil Salzburger Diözesanpatronin. Sie starb vermutlich am 30. Juni 718. Ihre Reliquien befinden sich in der Krypta der Nonnberger Mariä-Himmelfahrt-Kirche.

Wie ein Weinstock in karger Umgebung tiefe Wurzeln schlagen könne, so habe auch die Heilige Erentrudis aus der Wurzel ihres Glaubens heraus gewirkt, sagte Erzbischof Lackner beim der Festmesse, der er zusammen mit Erzabt Korbinian Birnbacher und Abt Johannes Perkmann vorstand. Heute bestehe die Gefahr, "dass wir bei allem Überfluss und aller Fülle zu Flachwurzlern verkommen", mahnte Lackner: "Die Werke stehen heute für viele Menschen im Vordergrund und am Abend schauen wir dann, was für Gott noch übrig ist."


Die Tiefe, aus der die Heilige Erentrudis geschöpft habe, wurzle aus einer benediktinischen Geisteshaltung, die Vorbild sein könne, betonte Lackner. Zur Zeit der Heiligen war, der Benediktinerregel folgend, das Gebet an erster Stelle und beseelte Werke und Arbeit. An dieser Haltung sollte man heute Maß nehmen, so der Salzburger Erzbischof.

Zwei Nonnberger Schwestern haben für die 1.300-Jahr-Feier eigens ein Erentrudis-Lied komponiert, das beim Festgottesdienst uraufgeführt wurde. In dem Lied, das die Ordensfrauen Miriam Eisl und Emmanuel Ingrudber mit Unterstützung der Kirchenmusikerin Barbara Schmelz geschrieben haben, wird die Salzburger Patronin und "Landesmutter" als "Frau voll Weisheit" und "Frau voll Liebe" besungen. Das Salzburger Glockenspiel hat das Lied bereits für sich entdeckt und das Erentrudis-Lied zum Jubiläumstag in die Stadt hineingeläutet.

Die Benediktinerinnenabtei auf dem Nonnberg ist das weltweit älteste christliche Frauenkloster mit ununterbrochener Tradition. Die aktuelle Äbtissin Veronika Kronlachner ist die 93. Nachfolgerin der Heiligen Erentrudis. Das Frauenstift wurde 714 von Bischof Rupert von Worms, dem Begründer und ersten Bischof von Salzburg, gegründet. Er setzte die spätere Heilige und Diözesanpatronin Erentrudis als erste Äbtissin ein. Seit dem 9. Jahrhundert leben die Nonnen nach der Regel des heiligen Benedikt von Nursia (480-547). Die Aufgaben der Schwestern konzentrieren sich heute neben dem Chorgebet und den innerklösterlichen Arbeiten auf wissenschaftliche und kulturelle Tätigkeiten sowie auf die Aufnahme von Gästen.

Das genaue Datum der Geburt der Heiligen Erentrudis ist nicht bekannt, viele Quellen geben aber geschätzt das Jahr 663 an. Sie wurde in Worms in eine adelige Familie hinein geboren und kam um 696 mit ihrem Onkel Rupert aus Worms nach Salzburg, wo Rupert als Abtbischof wirkte. Als erste Äbtissin vom Nonnberg setzte sie u.a. auch zahlreiche soziale Impulse.

Wie Erentrudis hatten auch ihre Mitschwestern adelige Herkunft und ein hohes Bildungsniveau, womit sie den Lebens- und Bildungsstandard der Bevölkerung verbessern und das Christentum ausbreiten konnten. Schon bald nach ihrem Tod wurde die in ihrem Kloster bestattete Erentrudis als Heilige verehrt, wie eine Urkunde aus dem Jahr 788 belegt.

Copyright 2018 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten
Foto: Erzbischof Lackner mit Benediktinerin (c) Stift Nonnberg


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Lesermeinungen

 Stefan Fleischer 3. Juli 2018 

Wie wahr!

"Die Werke stehen heute für viele Menschen im Vordergrund und am Abend schauen wir dann, was für Gott noch übrig ist."


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