Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Die Piusbruderschaft und ihre Einheit mit der Kirche
  2. Piusbrüder lehnen Dialog mit Rom ab und beharren auf Bischofsweihe
  3. Der Tod der Theologie in Deutschland
  4. Erzbistum Paderborn: Hunderte Protest-E-Mails gegen ‚Harry Potter Gottesdienst‘
  5. Kirche im Verfall
  6. Kritik an Kanzler Merz nach Ramadan-Grüßen
  7. Offener Brief an Kardinal Marc Ouellet
  8. Donald Trump und Keir Starmer grüßen Christen am Aschermittwoch, Merz und Van der Bellen die Muslime
  9. Die Kardinäle Ghirlanda und Ouellet denken gleich wie die Piusbruderschaft
  10. Zwei (renommierte und namentlich bekannte) Missbrauchsopfer „blitzen mit ihren Protesten ab“
  11. THESE: Warum die UNO weg muss!
  12. Mein Held des Monats: Marco Rubio – Ein Weckruf für das Abendland
  13. Früherer Bundestagsvizepräsident Kubicki: „Der ZDF-Skandal muss politische Konsequenzen haben“
  14. 'Man kann mit der Begründung, man verteidige die Demokratie, die Demokratie nämlich auch abschaffen'
  15. „Warum bin ich noch in der Kirche?“, fragte der Theologe Joseph Ratzinger bereits 1970

Die Kardinäle Ghirlanda und Ouellet denken gleich wie die Piusbruderschaft

vor 4 Stunden in Kommentar, 8 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Papst Leo XIV. steht vor einer Entscheidung, die vital ist für die Einheit der Kirche. Gastkommentar von Martin Grichting


Linz (kath.net)

Das theologische Mastermind hinter der Übertragung von Leitungsgewalt an Laien, wie es bei der „Präfektin“ des Dikasteriums für die Ordensleute der Fall ist, ist der Jesuiten-Kanonist Gianfranco Ghirlanda. Mit ihm verbündet hat sich neuerdings Kardinal Marc Ouellet. Dieser behauptet, „Charismen“ des Hl. Geistes würden die Habilität von Laien dafür darstellen, potestas sacra ausüben zu können. Der Papst könne also Laien ordentliche stellvertretende Leitungsgewalt übertragen, wie sie mit dem Amt eines Präfekten bestimmter vatikanischer Dikasterien gegeben ist. Das widerspricht dem II. Vatikanischen Konzil, das in LG 21 gelehrt hat, die Leitungsgewalt werde grundsätzlich durch das Weihesakrament übertragen. Es sei dann eine Frage der näheren rechtlichen Determinierung durch den Papst, wie sie ausgeübt werde (zum Beispiel als Diözesanbischof, als Weihbischof, als Präfekt, etc.).

Hier geht es nicht um Haarspaltereien. Spätestens durch die Absage der Piusbruderschaft an den Präfekten des Glaubensdikasteriums vom 18. Februar 2026 müsste dies auch im Vatikan deutlich geworden sein. Denn die Piusbruderschaft vertritt betreffend LG 21 die gleiche vorkonziliare Position wie Ghirlanda und Ouellet. Natürlich sind die Zeile verschieden. Die Kardinäle wollen die Gendergerechtigkeit in der Kirche durchsetzen. Die Piusbruderschaft will ihre geplanten Bischofsweihen legitimieren. Worin aber beide übereinkommen, ist dies: Die Jurisdiktion werde durch den Papst auf rechtlichem Weg übertragen, das Sakrament der Weihe sei dazu nicht erforderlich (vgl. Annex II zum Schreiben vom 18. Februar 2026). Die Piusbruderschaft stützt sich dabei argumentativ nicht wie Ouellet auf chimärische Charismen, sondern auf eine vorkonziliare Sichtweise, die in der Tat von Theologen und Päpsten vertreten wurde: Das Weihesakrament wurde mit der Priesterweihe als erteilt betrachtet. Bischöfe erhielten dann die Jurisdiktion durch den Papst, was sie zu Diözesanbischöfen mache. Die Funktion der Bischofsweihe blieb dabei unklar.


Ein solches Verständnis von päpstlicher Allmacht stand immer im Widerspruch zur Gestalt des Apostelkollegiums, das Jesus berufen hatte. Denn die vom Papst erteilte Jurisdiktion, die zum Bischof machte, machte die einzelnen Bischöfe zu Vikaren des Papstes, sozusagen zu seinen Filialleitern. Nicht als Hirten erschienen sie deshalb, die als Nachfolger der Apostel mit eigenem Recht ihr Amt ausübten. Nicht zum Bischof geweihte „Bischöfe“ mit Mittelalter brauchten deshalb auch kein schlechtes Gewissen zu haben. Denn sie hatten ja die Ernennung durch den Papst. Auf die allein kam es an, um zu leiten. Und für die sakralen Handlungen hielten sie sich Weihbischöfe (Auxiliarbischöfe).

Das II. Vatikanische Konzil hat hier die Klärung einer lange offenen Frage gebracht. Dies ist das Werk des Hl. Geistes, der nicht neben der Kirche Jesu Christi eine zweite Kirchenstruktur schafft. Vielmehr führt er die eine Kirche immer tiefer in die Wahrheit ein.

Die neuen vatikanischen Hyperpapalisten lassen nun im Einklang mit der Piusbruderschaft ebenfalls das Weihesakrament beiseite und behaupten, die Ernennung durch den Papst sei allein entscheidend, um potestas sacra auszuüben. Papst Franziskus hat das dann umgesetzt. Er galt bekanntlich als „progressiv“. An dieser Stelle zeigt sich jedoch, dass er vorkonziliar-reaktionär war, wie auch die erwähnten Herren Kardinäle. Das ganze ist umso grotesker, als Papst Franziskus gleichzeitig einen wohl irgendwie partizipativen „Synodalismus“ gepredigt hat. Dieser ist so ziemlich das Gegenteil dessen, was die Ableitung aller Jurisdiktion aus päpstlicher Supervollmacht bedeutet. Dieser Vorgang wird noch grotesker, wenn man das Bashing des Kirchenrechts in Rechnung stellt, das seit dem II. Vatikanum nicht aufgehört hat: „Liebeskirche statt Rechtskirche“. Denn es bedeutet gerade die totale Verrechtlichung der Kirche, wenn das (Weihe-)Sakrament zum Accessoire gemacht wird, das gar nicht notwendig ist, um in der Kirche leiten zu können.

Papst Leo XIV. muss sich jetzt entscheiden, ob das II. Vatikanum in einer entscheidenden dogmatischen Frage noch gilt oder nicht. Und er muss dem entsprechend handeln. Geht er auch hinter das II. Vatikanische Konzil zurück - wonach es derzeit leider aussieht -, wird kein Stein auf dem anderen bleiben. Denn wie soll er glaubwürdig den Gehorsam zum II. Vatikanum - gegenüber der Piusbruderschaft und vielen anderen - fordern, wenn er selbst dieses missachten sollte?


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

 Alpenglühen vor 36 Minuten 

@aludra - Ist Ihnen der Ton bei kath.net zu friedlich, so daß Sie ihn aufmischen wollen?

Selbst wenn Sie bei kath.net neu zu sein scheinen - wie wäre es mit etwas Höflichkeit und Anstand, anstatt Rüpelei und persönlichem Angriff?
Denn das und nichts anderes ist m.E. Ihre Antwort an @lesa, sie solle keine Sprüche klopfen.
Tut mir leid, aber wenn ich mir Ihren ersten Kommentar zu dem Artikel ansehe, dann sieht der für mich eher nach Sprüche klopfen aus, als der Kommentar von @lesa.


2
 
 Richelius vor 2 Stunden 
 

Das Konzil hat nicht ausformuliert, für welche Ämter die Weihe notwendig ist, und für welche nicht. Hier muß sich erst eine Tradition entwickeln. In den kath. Ostkirchen z.B. war das Amt des Diözesanbischofs immer an die Weihe gebunden, dafür muss ein Abt nicht geweiht sein.
Ich vertraue hier auf Gott.


1
 
 Cosmas vor 2 Stunden 
 

@aludra

Erstens ist das Problem primär eine Altlast von Papst Franziskus in Gestalt der Übertragung von Leitungsgewalt an Laien, wie es bei der „Präfektin“ des Dikasteriums für die Ordensleute geschehen ist.
Zweitens wissen wir mit dem hl. Paulus, dass der gesamte Leib der Kirche leidet, wenn ein Teil leidet. Daher ist auch die Frage der Piusbruderschaft eine Sache die die ganze Kirche betrifft, und nicht ein "anderes Problem"!


2
 
 Versusdeum vor 2 Stunden 
 

Und der synodalisierte großflächige Glaubensabfall in Deutschland

mit seinen sogar von den Bischöfen mehrheitlich beschlossenen schismatischen Strukturen? Was ist damit? Denn "es gibt dort ja bereits eine 'sehr gute' evangelische Kirche", wie Papst Franziskus ebenso ironisch wie treffend bemerkt hatte.


1
 
 aludra vor 2 Stunden 
 

@ lesa

Dann fangen Sie endlich mit dem Beten an und hören Sie auf Sprüche zu klopfen!


0
 
 lesa vor 3 Stunden 

Genug Anlass, zu beten Auch dieser Artikel liefert Stoff dafür. Der Heilige Geist will Klärungen bewirken, und er hat es immer noch getan!


2
 
 Cosmas vor 3 Stunden 
 

Einfach nur brilliant -und spannender als jeder Krimi !

Hoffentlich liest das auch Kardinal Müller und "deutscht" es dem Papst aus.


1
 
 aludra vor 4 Stunden 
 

nicht schon wieder!

Schon wieder die Piusbruderschaft! ;-)
Hat die Kirche keine anderen Probleme?
Die Einheit (der Kirche) um jeden Preis kann nur ein fauler Kompromiss sein!
Ich bin für die Spaltung und habe nichts gegen ein Training, in dem wir auf die Trennung der Spreu vom Weizen vorbereitet werden.


1
 

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu








Top-15

meist-gelesen

  1. Einmal im Leben nach ISLAND - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  2. Oktober 2026 - Wunderbares SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  3. Piusbrüder lehnen Dialog mit Rom ab und beharren auf Bischofsweihe
  4. Die Piusbruderschaft und ihre Einheit mit der Kirche
  5. Der Tod der Theologie in Deutschland
  6. Zwei (renommierte und namentlich bekannte) Missbrauchsopfer „blitzen mit ihren Protesten ab“
  7. Offener Brief an Kardinal Marc Ouellet
  8. Kirche im Verfall
  9. Erzbistum Paderborn: Hunderte Protest-E-Mails gegen ‚Harry Potter Gottesdienst‘
  10. Mein Held des Monats: Marco Rubio – Ein Weckruf für das Abendland
  11. „In unendlicher Liebe durch das Leben geführt“
  12. Donald Trump und Keir Starmer grüßen Christen am Aschermittwoch, Merz und Van der Bellen die Muslime
  13. 'Man kann mit der Begründung, man verteidige die Demokratie, die Demokratie nämlich auch abschaffen'
  14. 'Reiner Bullshit': Macron sorgt mit Attacke auf Meinungsfreiheit für Entsetzen
  15. „Warum bin ich noch in der Kirche?“, fragte der Theologe Joseph Ratzinger bereits 1970

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz