Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Fünf weibliche Opfer von Pater Marko Ivan Rupnik schreiben offenen Brief an Papst Leo XIV.
  2. „Der Wahlausgang in Berlin im September 2026 gibt vielen Bevölkerungsgruppen Anlass zur Sorge“
  3. "Marsch für das Leben"-Grußwort des DBK-Vorsitzenden Wilmer verfehlt das Thema
  4. Irreversibel – die Diktatur des Geschehenen. Wenn die Geschichte zum ‚Lehramt‘ wird
  5. Niederländischer Weihbischof Mutsaerts: „Kirche in der Krise – und wie wir sie nicht retten sollten“
  6. Papst Leo singt mit 80.000 Jugendlichen das „Salve Regina“ auf Latein
  7. BDKJ und eine doch getaufte Kandidatin im Bundesvorstand
  8. Salzburg: 1.000 Gläubige bei Adoratio-Kongress zu "Himmlischer Friede"
  9. Bei öffentlichen Anlässen: Kanadas Militärkapläne dürfen nicht über Gott sprechen
  10. Der Katholik Macron wird bei keiner der drei Papstmessen in Frankreich mitfeiern
  11. US-Bischof Robert Barron: „Der Kommunismus erlebt in unserem Land gerade ein Comeback“
  12. Wien: Rund 20.000 Teilnehmer bei ökumenischem "Marsch für Jesus"
  13. 'Kirche casht ab' - Immer weniger österreichische Katholiken, immer mehr Millionen!
  14. Abtreibungsbefürworter begehen Farbanschlag auf Malteserklinikum in Flensburg
  15. Mutmaßlicher IS-Anhänger soll Anschlag auf eine Kirche in Bremen geplant haben - Festnahme

Alles scheint so vergebens und doch müssen wir weiter streiten

28. Mai 2018 in Kommentar, 50 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


"Die Wahrheit wird am Ende immer wieder über Barbarei siegen. Doch die, denen sie anvertraut ist, die Christen, müssen sie hüten. Das gilt heute nicht weniger als im antiken Rom." Der Montagskick von Peter Winnemöller zur Todesabstimmung in Irland


Irland (kath.net/pw)
„Manchmal“, so kommentierte eine Nutzerin im Facebook unter einem Posting zum irischen Abtreibungsreferendum, „glaube ich, wir beten vergebens.“ Das klingt sehr krass und sehr verzweifelt. Wer sich bioethische und lebensrechtliche Entscheidungen in Politik und Justiz aus den letzten Jahren ansieht, könnte solch einen Eindruck gewinnen.

Neu geschaffenen bioethische Rechtsnormen entsprechen durch die Bank nicht im mindesten katholischen Moralvorstellungen. Seit rund drei Jahrzehnten bekommen wir kein Gesetz in diesem Sektor, in dem sich die Sicht der Kirche insbesondere zum Schutz des menschlichen Lebens von seinem Anfang bis zu seinem natürlichen Ende hätte umsetzen lassen. Dabei ist es ganz gleich, ob es um Abtreibung, um offene oder verdeckte Sterbehilfe oder um den Schutz menschlicher Embryonen vor Forschung und wirtschaftlicher Verwertung geht. Weitreichende Eingriffe in die menschliche Keimbahn sind inzwischen keineswegs mehr das Tabu, welches sie sein sollten. Ganz gleich, in welchen Bereich wir schauen, wir verlieren immer mehr Terrain.

Dabei bedeutet „verlieren“ nicht, was es im Sinne eines Wettbewerbs gleichrangiger Möglichkeiten bedeuten könnte. Wir verlieren tatsächlich etwas, was wir danach nicht mehr haben. Es geht natürliche Humanität verloren, wenn man Humanität als von Gott gegebene Fähigkeit mit dem anderen Menschen zu fühlen auffasst. Diese Art Humanität, die eben mit dem kleinen, im Mutterleib heranwachsenden Menschen ebenso fühlt, wie mit dem sterbenden Greis, geht mit jeder Entscheidung gegen das Leben im Großen wie im Kleinen ein Stück mehr verloren.


Nun ist von dieser Kontinentalplatte humanistischen Denkens und Handelns in Europa wieder ein Stück zerbröselt, indem per Referendum in Irland nun eine Gesetzgebung geschaffen werden wird, die Abtreibungen ermöglichen soll. Die Geschichte hat gezeigt, dass solche Fehlsteuerungen sehr wohl auch rückgängig gemacht werden können. Es geschieht selten, doch es passiert. Deshalb sollten wir auch im politischen Kampf bei aller Vergeblichkeit nicht aufgeben oder resignieren, selbst wenn es zuweilen so ermüdend sinnlos scheint.

Selbst in einer Gesellschaft, die in wildeste Barbarei zurückgefallen wäre, bräuchte es die, die um das Gute, das Wahre und das Schöne wissen. Es braucht die, die danach handeln, auch wenn die ganze Welt gegen sie ist. Dazu gehört unbedingt das Wissen um dem Wert des menschlichen Lebens. Zuweilen geht es in unseren Tagen in unseren Breiten nur noch darum, diese Wahrheit über den geistigen Winter, jene grausige Nacht der Barbarei, zu bringen, in die Europa und weite Teile der westlichen Welt zu fallen drohen.

Die Wahrheit wird verdreht: Das Übel kommt als das Gute daher und zeiht das Gute und Wahre der Lüge. Man wirft den Schützern des Lebens vor, die Menschen einer Freiheit zu berauben. Jeder Streiter für das Leben muss sich vorwerfen lassen, Freiheiten zu verhindern oder eben Frauen unterdrücken zu wollen. Es ist zuweilen kaum mehr möglich, sich angemessen zur Wehr zu setzen, weil man gegen die Agenda eines linkselitären Mainstreams streitet, der längst die Lufthoheit über das gedachte und erst recht über das geschriebene Wort erlangt hat.

Dennoch! Es gilt dem zu widerstehen und hier wie auch in anderen Bereichen die Rolle der gesellschaftlichen Minderheit zu akzeptieren. Die Weigerung, an Abtreibungen mitzuwirken, kann schon heute zu Ausgrenzung und Diskriminierung führen. Solchen faktischen Ausschluss von bestimmten Berufen gibt es bereits. Da wirkt, nebenbei bemerkt, eine allzu hochtrabende Ablehnung der Thesen der „Benedikt Option“ geradezu lächerlich, weil sie schon per Zwang von außen beginnen sich zu verwirklichen.

Es wird jedoch genau diese Klarheit sein, die der Welt das Christentum als eine gangbare Alternative zeigen wird. Schon einmal rieb man sich in Europa verwundert die Augen, weil es in der untergehenden Welt der Spätantike eine Gruppe gab, die ihre Kinder nicht tötete und die sich der Kranken annahm und sogar Spitäler baute.

Die Wahrheit wird am Ende immer wieder über die Barbarei siegen. Doch die, denen sie anvertraut ist, die Christen, müssen sie hüten. Das gilt heute nicht weniger als im antiken Rom. Und aus diesem Grund ist kein Gebet vergebens.

Archivfoto Peter Winnemöller



Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Montagskick

  1. "Marsch für das Leben"-Grußwort des DBK-Vorsitzenden Wilmer verfehlt das Thema
  2. Dann sollen sie doch in die Hölle gehen
  3. Die Krise des Bischofsamtes
  4. Der Bischof und der Denunziant
  5. Das Schweigen der Bischöfe zur Causa Spahn
  6. Denn sie wissen nicht, was sie fordern
  7. Mehr Kirchensteuer bei weniger Mitgliedern
  8. Der deutsche Frauenweiheämterstuhlkreis
  9. Mehr Klarheit mit jeder Absage aus Rom
  10. Sieben Pfarreien sind viel zu viel für ein Bistum







Top-15

meist-gelesen

  1. Er ist der dritte amtierende Papst in der Grotte von Massabielle/Lourdes: Leo XIV.
  2. Mutmaßlicher IS-Anhänger soll Anschlag auf eine Kirche in Bremen geplant haben - Festnahme
  3. Programm für Lateinamerika-Reise des Papstes veröffentlicht
  4. "Marsch für das Leben"-Grußwort des DBK-Vorsitzenden Wilmer verfehlt das Thema
  5. Präsident Trump nominiert Tochter von Franklin Graham zur Sonderbotschafterin für Religionsfreiheit
  6. Irreversibel – die Diktatur des Geschehenen. Wenn die Geschichte zum ‚Lehramt‘ wird
  7. Fast der gleiche Glaube?
  8. Gender-Ideologie: Katholische Familie kämpft um ihre Tochter
  9. Slowakei: Papst Leo XIV. grüßt die Teilnehmer des Nationalen Marsches für das Leben in Bratislava
  10. Kardinal Koch zu Israel und Gaza: Ehrlich miteinander sprechen
  11. Wenn die Liebe das Gesetz des Kalküls durchbricht…
  12. Stanislaus-Kostka-Wallfahrt von Wien nach Rom erreicht ihr Ziel
  13. Papst: In der Seelsorge auf das Wesentliche konzentrieren
  14. Bruder von Leo XIV.: Papst hilft bei der Steuererklärung
  15. Bischof an Jugend: "Licht des neuen Afrikas liegt in euch"

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz