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Wie man Stürme zum Schweigen bringt

14. Februar 2018 in Jugend, 9 Lesermeinungen
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Ich habe Gott angefleht, dass er mir endlich Ruhe verschafft, aber der Sturm tobte einfach munter weiter - Die neue Jugendkolumne von kath.net - Diese Woche ein Beitrag von Lucia Kirchgasser


Linz (kath.net)
Stille. Sie hat etwas Machtvolles an sich! Wie beeindruckend ist eine Menschenmenge, die verstummt! Wie vielsagend klingt bewusstes Schweigen? Ich selber habe mich die vergangenen Tage verzweifelt nach Stille gesehnt. Nach Stille in mir. Aber meine Gedanken hören und hören nicht auf zu kreisen. Ich habe Gott angefleht, dass er mir endlich Ruhe verschafft, aber der Sturm tobte einfach munter weiter.

Es erinnert mich an die Geschichte aus der Bibel von den Jüngern auf dem See.. „Meister, kümmert es dich nicht, dass wir zugrunde gehen? Da stand er auf, drohte dem Wind und sagte zu dem See: Schweig, sei still! Und der Wind legte sich und es trat völlige Stille ein.“ (Mk 4,38-39)

Stille. Völlige Stille. Das klingt geradezu paradiesisch! Was treibt meinen Sturm an? Wenn ich ehrlich bin, ist es Angst. Vor allem die Angst, nicht mehr alles unter Kontrolle zu haben. Besser schon alles im Voraus durchgehen, damit ich dann in jedem Fall vorbereitet bin. Was darf ich nicht vergessen? Woran muss ich auf jeden Fall denken? Was darf ich unter keinen Umständen versäumen? Was kann ich tun, damit es auch tatsächlich klappt? Am besten vorsichtshalber noch ausmalen, wie es aussehen könnte, wenn dann doch alles aus dem Ruder läuft, dann bin ich wenigstens nicht überrascht.


Was traue ich Gott eigentlich zu? Irgendwie erwische ich mich oft bei dem Gedanken „Was ist, wenn Gott mich einfach scheitern lässt, damit ich daraus lerne?“. Und davor habe ich panische Angst. Panische Angst zu versagen! Alles geht schief und ich bin dann ein Leben lang dazu verdammt, meine Fehler auszubaden.

Ich versinke! Ich gehe unter!!
Aber heute ist mir, Gott sei Dank, wieder mal eingefallen, dass Gott ja mit mir im Boot sitzt. Er ist da. Wahrscheinlich schüttelt er den Kopf und fragt sich, wieso ich so ein Drama mache. Gott ist da. Nicht irgendjemand, sondern der König des Universums!, und ich bekomme die Krise.. Nicht, weil ich ansatzweise kapiere, was es heißt, dass der Allmächtige selbst bei mir ist, sondern bloß weil der Widersacher mir ins Ohr bläst. Gott hat alles unter Kontrolle. Immer. Ich könnte mich einfach hinlegen und schlafen, auch wenn alles wackelt und unsicher zu sein scheint, und einfach vertrauen. „Denn so spricht der GOTT, der Herr, der Heilige Israels: Durch Umkehr und Ruhe werdet ihr gerettet, im Stillhalten und Vertrauen liegt eure Kraft.“ (Jes 30,5)
Vertrauen. Wie schwer ist das eigentlich?! In einem Moment wiederhole und wiederhole ich noch „Jesus, ich vertraue dir..“ und im nächsten erwisch ich mich schon wieder beim Pläne schmieden und Sorgen machen. Ich hab solche Angst, dass nichts von dem, was ich tue genügt; dass es einfach nicht reicht. Gott sei Dank ist Jesus nicht herumgelaufen und hat gerufen „Selig die souverän sind, makellos schön, in allem Erfolg haben und nie einen Fehler machen. Selig die Disziplinierten, die Alleskönner, die emotional ewig Ausgeglichenen..“ Nein. Soweit ich mich erinnern kann, steht da etwas anderes..

Aber was heißt das für mich? Vertrauen, wie geht das? Um ehrlich zu sein, ich weiß es nicht. Aber ich nehme mir ein Beispiel an der Geschichte mit den Israeliten. Gut, sie mussten selbstständig durchs Meer laufen, das hat Gott ihnen nicht abgenommen. Aber um ans sichere Ufer zu kommen, mussten sie keine genialen Kämpfer, keine Rennläufer, keine Sieger sein. Ich bin ziemlich überzeugt davon, dass es auch alte, gebrechliche Omas durchgeschafft haben.. Das Große macht Gott, den kleinen Schritt mache ich! Einfach Schritt für Schritt, nicht daran denken, was mich erwarten könnte, nicht daran denken, was hinter mir liegt, sondern einfach nur gehen. Im Moment leben. Die „Typen“ links und rechts von mir wahrnehmen, Gefährtin sein. Denen helfen, die hingefallen sind. Mir selber helfen lassen, wenn ich falle. Aufstehen. Weitergehen. Nicht auf das Rufen des Feindes hören. Einfach weitermachen. Gott kennt das Ziel. Gott hat alles in der Hand. Vertrauen. Einfach vertrauen.


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