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Weihbischof Barron: Bessere Diskussionskultur im Internet

28. September 2017 in Chronik, keine Lesermeinung
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Weihbischof von Los Angeles/USA: Dazu gehört das Bemühen, die gegnerische Position zu verstehen, nicht nur die Fehler, sondern auch die Wahrheit in den Argumenten des anderen hervorzuheben.


Menlo Park (kath.net/CNA/jg)
Robert Barron, Weihbischof von Los Angeles, plädierte in einem Vortrag in Zentrale von Facebook für eine bessere Diskussionskultur im Internet, insbesondere bei religiösen Themen.

Ein wichtiger Schritt dazu sei das Bemühen, die gegnerische Position zunächst zu verstehen, bevor man sie kritisiere. Wer nicht nur die Fehler, sondern auch Richtiges in den Argumenten des anderen hervorhebe, sei auf einem guten Weg, Sackgassen in der Diskussion zu vermeiden, sagte Barron.

Er erinnerte an die intellektuelle Tradition eines Thomas von Aquin und seiner Zeit. Um strittige Fragen zu behandeln, habe ein Professor eine öffentliche Disputation angesetzt. Dort seien alle Fragen zugelassen gewesen. Thomas von Aquin habe die Gegenargumente stets in sehr überzeugender Weise dargestellt, bevor er sich mit ihnen auseinander gesetzt habe. Neben christlichen Autoren habe er jüdische und muslimische Denker zitiert und vorchristliche Philosophen wie Aristoteles und Cicero herangezogen und diese jeweils mit großem Respekt behandelt. Echter Glaube lehne die Vernunft nicht ab, betonte Barron.


In seinem Vortrag, der via Internet direkt an etwa 2.500 Teilnehmer übertragen wurde, referierte er einige Denkweisen, die eine sinnvolle Diskussion über Religion von vorne herein ausschließen würden.

Eine dieser Einstellungen sei die Ansicht, Religion sei zu tolerieren, aber die Privatangelegenheit jedes einzelnen. Religion unterscheide sich dann kaum von anderen Hobbys. Das Christentum aber stelle den Anspruch, Wahrheit zu verkünden. Wahrheit sei immer universal und nicht privat.

Der „Szientismus“ reduziere Wissen auf den Bereich des naturwissenschaftlich Fassbaren. Die Dramen von William Shakespeare, die philosophischen Dialoge Platos hätten unter diesen Voraussetzungen keine Wahrheit über das Leben, den Tod, den Glauben und Gott zum Inhalt. Der „Szientismus“ mache darüber hinaus den Fehler, Gott nur als ein Objekt des Universums zu sehen.

Der Fehler des Voluntarismus bestehe darin, dem Willen Vorrang vor der Vernunft einzuräumen. Bezogen auf Gott bedeute dies, das Gott aus zwei und zwei fünf machen könne. In dieser Vorstellung wird Gott willkürlich und repressiv. Andere seien überzeugt, der menschliche Wille beherrsche die Vernunft und bestimme die Wahrheit mit Macht. Gott sei mit dieser Auffassung einer völlig selbstbestimmten menschlicher Freiheit unvereinbar, sagte Barron.


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