Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Freikirche oder katholische Kirche? Überlegungen eines Konvertiten
  2. „Drohende Worte von Kardinal Roche: Besucht nicht die überlieferte lateinische Messe!“
  3. Am Grab des Petrus – Die diesjährige Romwallfahrt Ad Petri Sedem
  4. Bischof Wilmer: "Wir wollen keinen deutschen Sonderweg"
  5. Steigende Zahl erwachsener Taufbewerber in ostdeutschen Städten, aber...
  6. Bätzing gegen Papst Leo
  7. „Brot für die Vögel?“ – Können Protestanten zur Hl. Kommunion zugelassen werden?
  8. „Menschen können die Kirche weder reformieren noch nach eigenem Gutdünken eine neue gründen“
  9. „Als Bischof ist es meine Pflicht, den Glauben der Kirche zu verkünden“
  10. Wie wird das „pro multis“ im neuen Messbuch übersetzt werden?
  11. Kardinal Fernández räumt geringes Interesse an seinem Dokument über Mission ein
  12. Priester spendete bei Zugunglück in Spanien die Generalabsolution, tröstete Opfer und Angehörige
  13. Revision des Messbuchs geht in nächste Phase - Erprobung 2027 geplant
  14. „Wir werden erwartet“
  15. Nach Christus-Verhöhnung: CDU-Politikerin Bosbach legt Beschwerde gegen Jan Böhmermann ein

Umstrittene Barmherzigkeit für pädophile Priester

4. März 2017 in Weltkirche, 17 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Papst Franziskus hat in einigen Fällen Strafen für Priester, die wegen sexuellen Missbrauchs verurteilt worden sind, gemildert. Für Kinder sei dadurch keine Gefahr entstanden, betont Vatikansprecher Greg Burke.


Vatikan (kath.net/jg)
Papst Franziskus hat in einigen Fällen die Strafen für pädophile Priester herabgesetzt, die Kinder und Jugendliche missbraucht haben. Das berichtet die Nachrichtenagentur Associated Press (AP).

Mauro Inzoli, ein Priester, der die Nachsicht des Papstes erfahren hatte, wurde danach von einem italienischen Strafgericht wegen Kindesmissbrauchs verurteilt. Er muss sich außerdem ein zweites Mal vor einem Gericht der Kirche verantworten, weil neue, den Fall betreffende Aspekte ans Licht gekommen sind.

Inzoli ist einer der Fälle, bei denen Franziskus nicht der Empfehlung der für Missbrauchsfälle durch Kleriker zuständigen Glaubenskongregation gefolgt ist. Diese wollte die verurteilten Priester aus dem Klerikerstand entlassen. Franziskus hat die Strafen reduziert und ihnen unter anderem ein Leben der Buße und des Gebetes verordnet sowie öffentliche Auftritte untersagt.

In einigen Fällen hätten die Priester oder deren hochrangige Freunde beim Papst um Milde gebeten und ihr Ansuchen mit Aussagen von Franziskus über die Barmherzigkeit unterstützt, sagt ein an den Verfahren Beteiligter gegenüber der AP. Der Papst schaffe geradezu ein Klima für Interventionen dieser Art, wenn er pausenlos von Barmherzigkeit spreche, zitiert die AP die anonyme Quelle.


Barmherzigkeit gelte auch gegenüber Personen, die sich „abscheulicher Verbrechen“ schuldig gemacht hätten, sagt Greg Burke, der Pressesprecher des Heiligen Stuhls. Alle Priester, die des Missbrauch überführt worden seien, würden auf Lebenszeit aus der Seelsorge entfernt. Papst Franziskus sei sich bewusst, dass Opfer und Überlebende von Missbrauch jedes Zeichen der Barmherzigkeit als problematisch empfinden würden. Barmherzigkeit sei aber letztlich eine Quelle der Heilung und der Gnade, fügt er hinzu.

Franziskus werde die Abteilung der Glaubenskongregation, die mit der Verfolgung von Missbrauchsfällen beauftragt sei, personell verstärken, damit Urteile schneller gefällt werden könnten, sagt Burke. Der Papst hat sich wiederholt zur „Null-Toleranz Politik“ gegenüber Missbrauch bekannt.

Vor kurzem war von ihm die Ansicht zu hören, dass Personen, die andere sexuell missbrauchen, an einer Krankheit leiden würden. Diese Argumentation wird gerne von Strafverteidigern verwendet, die nach Milderungsgründen für ihre Mandanten suchen.

Die Täter seien niemals so krank, dass sie nicht wissen würden, was sie tun, widerspricht Marie Collins, die vor wenigen Tagen aus der päpstlichen Kinderschutzkommission ausgetreten ist. Kath.net hat berichtet: Missbrauchsopfer verlässt päpstliche Kinderschutzkommission. Wer andere missbrauche, treffe eine bewusste Entscheidung und sei für seine Taten verantwortlich, sagt sie gegenüber AP.

Die von Franziskus ausgesprochenen milderen Strafen hätten niemals Kinder in Gefahr gebracht, betont die von AP interviewte anonyme Quelle, die an den Verfahren beteiligt gewesen ist. Wenn verurteilte Priester aus dem Klerikerstand entlassen würden, seien sie für die Gesellschaft potentiell eine größere Gefahr, weil die Kirche keiner Kontrolle oder Aufsicht über diese Personen habe. Blieben die Priester hingegen in einer eng begrenzten seelsorglichen Funktion, ohne Zugang zu Kindern, hätten sie ihre Vorgesetzten weiterhin im Blick.

Strafmilderung für Priester, die wegen Missbrauchs verurteilt worden sind, sei für die Opfer ein schreckliches Signal, sagt Marie Collins. Barmherzigkeit sei wichtig, doch Gerechtigkeit für alle betroffenen Parteien sei ebenso wichtig, schreibt sie in einer E-Mail. Wenn Missbrauch nicht streng bestraft würde, wäre das die falsche Nachricht für potentielle Täter, fügt sie hinzu.



Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Missbrauch

  1. Papst an Italiens Kirche: Bei Missbrauch Mut zur Wahrheit
  2. Zwei (renommierte und namentlich bekannte) Missbrauchsopfer „blitzen mit ihren Protesten ab“
  3. Papst spricht drei Stunden mit Missbrauchsopfern aus Belgien
  4. Causa Rupnik: Papst bittet um Geduld für laufenden Vatikan-Prozess
  5. Massive Kritik am „Spiegel“ nach skandalösem Artikel über „Dragqueen“ Jurassica Parka
  6. „Kardinal Marx und Bischof Bätzing werden voraussichtlich in der Trierer Studie berücksichtigt“
  7. Vatikan ernennt Richterinnen und Richter im Fall Rupnik
  8. New Mexico klagt Meta, Mark Zuckerberg wegen Ermöglichung der sexuellen Ausbeutung von Kindern
  9. Synode über Synodalität verwendet Bilder von Marko Rupnik
  10. Missbrauchsexperte Zollner: ‚Keine Kultur der Rechenschaftspflicht’ in der Kirche







Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. „Die ‚Irish Times‘ hat den 3293. Artikel von jemandem veröffentlicht, der nicht mehr zur Messe geht“
  3. Ulf Poschardt warnt vor Islamismus: Erst sind die Synagogen dran, dann die Christen
  4. „Menschen können die Kirche weder reformieren noch nach eigenem Gutdünken eine neue gründen“
  5. „Als Bischof ist es meine Pflicht, den Glauben der Kirche zu verkünden“
  6. Papst Leo beantragte Briefwahl-Unterlagen für die Midterms - Papst hat tatsächlich gewählt!
  7. „Mit der Unterstützung meiner Schwiegereltern verließ ich eine nicht-sakramentale Beziehung“
  8. Erzbischof von Vilnius als CCEE-Präsident wiedergewählt
  9. Steigende Zahl erwachsener Taufbewerber in ostdeutschen Städten, aber...
  10. „Drohende Worte von Kardinal Roche: Besucht nicht die überlieferte lateinische Messe!“
  11. Am Grab des Petrus – Die diesjährige Romwallfahrt Ad Petri Sedem
  12. 'Junge Menschen sehnen sich danach, mit etwas Zeitlosem verbunden zu sein'
  13. Jesus begegnen im Stift Kremsmünster
  14. Nach Christus-Verhöhnung: CDU-Politikerin Bosbach legt Beschwerde gegen Jan Böhmermann ein
  15. „Die Kirche sieht Medjugorje heute aus geistlicher und aus pastoraler Sicht positiv“

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz