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Offen und bereit sein für das Kommen des Reiches Gottes!

3. Dezember 2016 in Spirituelles, keine Lesermeinung
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Predigt zum 2. Adventsonntag A (04.12.2016) von Prof. Josef Spindelböck.


St. Pölten (kath.net/St. Josef)
L1: Jes 11,1-10; L2: Röm 15,4-9; Ev: Mt 3,1-12

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

Das Volk Israel hatte viel mitgemacht und war mehrmals in seiner Geschichte nur knapp vor der Auslöschung bewahrt worden. Trotz der Sünden, welche die Angehörigen des auserwählten Volkes immer wieder begingen, zeigte Gott stets seine Liebe und Treue, und dies wenn nötig auch durch so manche Strafen, die jedoch nicht aus einem Bedürfnis nach Rache und Vergeltung, sondern aus einem geradezu leidenschaftlichen Einsatz für sein Volk entsprangen und der Umkehr und Neubesinnung dienen sollten.

Die Hoffnung auf einen Retter, den Gott senden würde, wuchs im Laufe der Zeit, und diese Sehnsucht nach Erlösung wurde durch die Botschaft der Propheten wachgehalten. Einer von ihnen ist Jesaja, von dem wir in der ersten Lesung hören, dass ein Reis aus dem Baumstumpf Isais hervor wächst und ein junger Trieb aus seinen Wurzeln Frucht bringt (vgl. Jes 11,1). Dies ist nicht nur in Bezug auf das Königtum Davids zu verstehen, dessen Vater der hier genannte Isai ist, sondern es geht um den wahren Sohn Davids, jenen Nachkommen, der für die messianische Zukunft verheißen wurde. Was Jesaja und die anderen Propheten verheißen hatten, erfüllte sich im Kommen Jesu Christi.


Im Brief an die Römer spricht der Apostel Paulus davon, dass Christus uns angenommen hat. Er nimmt damit Bezug auf die Menschwerdung des Sohnes Gottes aus der Jungfrau Maria: Gott ist einer von uns geworden; er hat unser Menschsein angenommen und jedem Menschen die Möglichkeit eröffnet, an der Gotteskindschaft teilzuhaben. Paulus folgert daraus: „Darum nehmt einander an, wie auch Christus uns angenommen hat, zur Ehre Gottes.“ (Röm 15,7)

Am 2. Adventsonntag tritt der Prophet Johannes der Täufer auf, wie uns dies im Evangelium nach Matthäus geschildert wird.

Johannes der Täufer ist derjenige, welcher dem Messias vorausgeht und ihn ankündigt. Er bereitet ihm den Weg, indem er den Menschen die Botschaft vom nahen Himmelreich verkündet und zur Umkehr aufruft. Freilich tat er dies in der Art eines Bußpredigers mit der nötigen Strenge. Es fällt aber auf, dass Johannes in seiner Predigt der Umkehr und der Buße gerade die Mächtigen und Hohen nicht verschont, während er viel Verständnis für die Armen und Geringen zeigt.

Denn es gibt eine gewisse Geisteshaltung, in der sich der Mensch selber für gerecht hält und sich gerade so die Umkehr verbaut, die eigentlich nötig wäre, um Gott wirklich zu begegnen. Bei anderen hingegen ist ein offenes Herz vorhanden, und sie, die vielleicht von den Mächtigen verachtet werden, sind vor Gott kostbar und werden anerkannt, weil sie nichts aus sich selbst erwarten, sondern in ihrer eigenen Armseligkeit auf Gottes Liebe vertrauen. Genau für jene Menschen wurde die Taufe der Buße im Jordan auch zum Anfang des Heils, das freilich in seiner Fülle erst in Jesus Christus hervortreten sollte.

Johannes steht an der Schwelle vom Alten zum Neuen Testament. Er bündelt die Erwartungen des Volkes Israel und verkündet in seiner Bußpredigt den nahen Retter. Freilich wird hier mehr der Gerichtscharakter betont, wenn Johannes über den kommenden Messias sagt, er werde die Spreu vom Weizen trennen und den Weizen in seine Scheune bringen, die Spreu aber werde er in nie erlöschendem Feuer verbrennen (vgl. Mt 3,12).

Die Zuhörer des Johannes mussten anerkennen: Hier spricht einer, dessen anspruchsloses, ja asketisches Leben sich mit dem deckt, was er verkündet. Er redet den Leuten nicht nach dem Mund, sondern ruft sie in die Entscheidung. Gott hat Großes für sein Volk bereitet, und bald wird es offenbar werden.

Wenn wir im Advent die Bußpredigt des Johannes hören, dann wissen wir zugleich im Glauben an Jesus Christus um die Erfüllung dieser Verheißung und Ankündigung. Das Heil Gottes ist uns in der Menschwerdung seines Sohnes bereits erschienen! Wir heißen Kinder Gottes und sind es auch, durch den Glauben und die heilige Taufe.

Aus der Gnade dieser Gotteskindschaft gilt es zu leben. Wenn wir uns darum bemühen, indem wir einander in Liebe annehmen, so wie Gott uns in Liebe angenommen hat, dann wird das Reich Gottes sich auch in unserem Leben immer mehr offenbaren und uns einst in seiner Fülle geschenkt werden. Amen.


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