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Pakistan: Anhörung einer zum Tode verurteilten Christin verschoben

14. Oktober 2016 in Weltkirche, 2 Lesermeinungen
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Berufungsverhandlung Asia Bibi: Ein Richter erklärte sich für befangen


Islamabad (kath.net/idea) Die Berufungsverhandlung der wegen Blasphemie zum Tode verurteilten pakistanischen Christin Asia Bibi ist vertagt worden. Medienberichten zufolge wurde noch kein neuer Termin festgelegt. Einer der drei Richter an Pakistans Oberstem Gericht, Iqbal Hameed-ur-Rehman, erklärte sich für befangen, weil er auch an dem Verfahren gegen den Mörder des Regierungschefs der Provinz Punjab, Salman Taseer, beteiligt gewesen war. Taseer war im Januar 2011 von seinem Leibwächter Mumtaz Qadri erschossen worden, nachdem er sich für die Begnadigung von Asia Bibi und eine Reform des Blasphemiegesetzes eingesetzt hatte. Qadri war für das Attentat im Februar 2011 zum Tode verurteilt und gehängt worden. Das Oberste Gericht Pakistans ist die höchste und letzte Instanz, die über ihren Fall entscheidet. Danach wäre nur noch ein Gnadengesuch an den Staatspräsidenten Mamnoon Hussain möglich.


Die fünffache Mutter war aufgrund des pakistanischen Blasphemiegesetzes 2010 zum Tode durch den Strang verurteilt worden, weil sie im Streit den Islam beleidigt haben soll. Der Anlass war banal: Auf Anweisung eines Landbesitzers hatte die Tagelöhnerin Wasser für Feldarbeiterinnen geschöpft. Doch sie weigerten sich, es zu trinken. Weil sie als Christin auch aus dem Gefäß getrunken habe, sei es „unrein“ geworden sei. Sie beschuldigten die 50-jährige Katholikin, durch ihr Handeln den Islam in den Schmutz gezogen zu haben.

Im Juli 2015 hatte das Oberste Gericht eine Berufung gegen das Urteil zugelassen und die Todesstrafe aufgehoben. Laut dem Vorstandssprecher der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM), Martin Lessenthin (Frankfurt am Main), macht der Fall deutlich, „dass in der Islamischen Republik Pakistan Wille und Kraft zu Rechtsstaatlichkeit fehlen". Christen, Ahmadiyya und Angehörige anderer religiöser Minderheiten seien vor Gericht Menschen zweiter Klasse. Sie lebten, so Lessenthin, in ständiger Angst vor Übergriffen und Willkür. Von den 174 Millionen Einwohnern Pakistans sind etwa 95 Prozent Muslime, zwei Prozent Christen sowie zwei Prozent Hindus.


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