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Kardinal: Russische Kirche sucht Nähe zu Putin wie in Zarenzeit

3. Oktober 2015 in Weltkirche, 3 Lesermeinungen
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Kardinal Lubomyr Husar hat die Anlehnung der orthodoxen Kirchen des Moskauer Patriarchats an die Politik von Russlands Staatspräsident Wladimir Putin kritisiert.


Kiew (kath.net/KNA) Das frühere Oberhaupt der mit Rom unierten griechisch-katholischen Kirche in der Ukraine, Kardinal Lubomyr Husar, hat die Anlehnung der orthodoxen Kirchen des Moskauer Patriarchats an die Politik von Russlands Staatspräsident Wladimir Putin kritisiert. «Wie unter dem Zaren» sei die russische Kirche derzeit stark um Nähe zu den jeweiligen Machthabern bemüht, sagte der 82-jährige Husar der Presseagentur Kathpress in Lviv (Lemberg). Er halte dies für eine «große Tragödie». Auch nach dem Ende der Sowjet-Ära habe es in dieser Hinsicht «keine Loslösung» gegeben.

Husar bewertete den russischen Einfluss auf die Ukraine äußerst negativ. Schon der Bolschewismus habe versucht, ukrainisches Nationalbewusstsein zu vernichten. Nach der politischen Wende sei die Ukraine ein «verwundetes Volk» gewesen; die UdSSR habe die «Unkultur der Korruption» als Erbe hinterlassen. Erst die Majdan-Bewegung, in die sich Husar mit Aufrufen zu Gewaltverzicht einbrachte, habe der Ukraine neues Selbstbewusstsein verschafft.


Heute versuche Putin seine Machtsphäre wieder auf die Ukraine und andere Staaten auszudehnen, so Husar. Er warnte die westliche Welt vor einer «Appeasement-Politik» gegenüber Putin; dieser müsse vielmehr in die Schranken gewiesen werden. «Solche Leute reagieren nur auf Druck», so der Kardinal. Er selbst habe angesichts Russlands wachsender Aggressionen «Angst vor einem dritten Weltkrieg».

Husar stand als Großerzbischof von Kiew und Halytsch den mit Rom unierten Katholiken des byzantinischen Ritus' in der Ukraine von 2001 bis Februar 2011 vor. Zielstrebig verfolgte er den Umzug seines traditionellen Bischofssitzes von Lviv in die Hauptstadt Kiew.

Das sorgte für große Belastungen im Verhältnis zwischen Moskau und Rom, da Kiew als «Mutter der russischen Städte» eine zentrale Rolle in der frühen Geschichte der Russisch-orthodoxen Kirche einnimmt.

Zudem sieht das Moskauer Patriarchat die Ukraine als kanonisches Territorium der Orthodoxie an. Die von Husar gewünschte Aufwertung des Großerzbistums zum Patriarchat verweigerten die Päpste Johannes Paul II., Benedikt XVI. und Franziskus aus ökumenischen Erwägungen bislang. Nachfolger Husars als Großerzbischof wurde im März 2011 Swjatoslaw Schewtschuk (45).

(C) 2015 KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH. Alle Rechte vorbehalten.


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Lesermeinungen

 SCHLEGL 4. Oktober 2015 
 

Patriarchat von Moskau

Schon oftmals habe ich als Seelsorger der griechisch katholischen Ukrainer auf die katastrophale Rolle des Moskauer Patriarchats in Russland hingewiesen. Egal ob in der Zeit der Zaren, oder in der Sowjetunion, oder jetzt unter Putin, das Patriarchat ist ein treuer Anhänger der Diktatur! Patriarch Kyrill ist ebenso wie seine Vorgänger noch in der Zeit des KGB zum Bischof ernannt worden.Putin weiß über jeden etwas.Als Metropolit von Smolensk betrieb Kyrill"Helikopter-Skiing!" Und das in einem Land mit 700.000 Straßenkindern, um 20 Millionen Menschen unter der Armutsgrenze. Die Orthodoxe Kirche wiederholt ihre schweren Fehler des 19. Jahrhunderts. Auch die Kritik des ökumenischen Patriarchen, wegen der russisch-orthodoxen Expansionsbestrebungen in die Ukraine und Estland, hat das Patriarchat von Moskau abgeschmettert. Die ukrainisch griechisch katholische Kirche gewinnt immer mehr Mitglieder, auch unter ehemals orthodoxen Christen.Msgr.Erzpr. Franz Schlegl


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 JohnPaul 3. Oktober 2015 

www.youtube.com/watch?v=82W6U48sKA0


1
 
 JohnPaul 3. Oktober 2015 

Und sie fällt damit

den vielen freikirchlichen Christen in den Rücken, die von Putin schwer verfolgt werden. Gerade auch in der Ukraine. Unfassbar!


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