Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Brasilianischer Erzbischof droht Teilnehmern an der Alten Messe Exkommunikation an
  2. Österreich: Liturgische Kommission wirbt für Kommunion in beiderlei Gestalt
  3. Ist die Zeit der Barmherzigkeit bald vorbei? Stehen wir kurz vor der Zeit des Gerichts?
  4. Möge die Versöhnung der Kirche in Deutschland gelingen
  5. "Alle Iraner feiern. Die schlimmsten Menschen der Welt weinen"
  6. Um Gottes willen: „die Waffen nieder“ – Kardinal Brandmüllers Ruf zur liturgischen Vernunft
  7. Ab Juli müssen Besucher Eintritt für den Kölner Dom bezahlen
  8. Toni Faber und der Zölibat - Beschwerdewelle gegen Wiener Dompfarrer
  9. Ein Gott, der nichts mehr verlangt
  10. Der Apostolische Stuhl und die FSSPX: Wenn Extreme sich berühren
  11. „Gemeinnutz vor Eigennutz“: Bischof erntet Kritik für NS-Vergleich in Richtung AfD
  12. Papst antwortet auf Leserbrief eines Atheisten
  13. 'Ein Katholizismus ohne Beichte ist wie ein Krankenhaus ohne Medikamente'
  14. "Mit Hitler hat es keinen vernünftigen, authentischen und verantwortungsvollen Dialog gegeben!"
  15. Kärntner Ordinaritaskanzler: Rechthaberei in der Kirche überwinden

Heutiger Kolonialismus in Afrika: Geburtenkontrolle und Gender

25. September 2015 in Buchtipp, 2 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Leseprobe 4 aus dem Buch von Robert Kardinal Sarah: „Gott oder Nichts – Ein Gespräch über den Glauben“


Kisslegg (kath.net) Auf die Gefahr hin zu schockieren, denke ich, dass der westliche Kolonialismus sich in Afrika und Asien auch heute noch fortsetzt – noch heftiger und perverser durch die gewaltsame Durchsetzung einer falschen Moral und verlogener Werte. Ich leugne nicht, dass die europäische Zivilisation große Wohltaten beisteuern konnte, insbesondere durch ihre Missionare, die oftmals große Heilige waren. Sie hat überall die Worte der Evangelien verbreitet wie auch schöne, durch das Christentum gestaltete kulturelle Ausdrucksformen.

Mit Recht betonte Benedikt XVI. in der »Lectio Magistralis«, die er als Kardinal Ratzinger 2004 hielt, dass »ein zweiter Punkt, in dem die europäische Identität aufscheint, die Ehe und Familie ist. Die monogame Ehe als grundlegende Struktur der Beziehung zwischen Mann und Frau und zugleich als Keimzelle der staatlichen Gesellschaft hat sich auf der Grundlage des biblischen Glaubens herausgebildet.« Umgekehrt gibt es wiederholte Versuche, eine neue Kultur einzubürgern, die das christliche Erbe in Abrede stellt.

In Bezug auf meinen Herkunftskontinent möchte ich mit allem Nachdruck den Willen anprangern, falsche Werte aufzuzwingen, indem man sich politischer und finanzieller Argumente bedient. In manchen afrikanischen Ländern wurden Genderministerien im Austausch gegen wirtschaftliche Förderung eingerichtet! Einige afrikanische Regierungen, die zum Glück in der Minderheit sind, haben dem Druck zugunsten eines allgemeinen Zugangs zu sexuellen und reproduktiven Rechten bereits nachgegeben. Mit großem Schmerz stellen wir fest, dass die reproduktive Gesundheit zu einer weltweiten politischen »Norm« geworden ist, die das Perverseste enthält, was der Westen der übrigen Welt auf ihrer Suche nach einer ganzheitlichen Entwicklung anzubieten hat. Wie können die westlichen Staatsoberhäupter nur einen derartigen Druck auf ihre Amtskollegen aus oftmals schwachen Ländern ausüben? Die Genderideologie ist zur perversen Bedingung für die Kooperation und Entwicklung geworden.


Im Westen fordern Homosexuelle, dass ihr Zusammenleben juristisch anerkannt werde, um es der Ehe gleichzustellen; in Anknüpfung an deren Forderungen üben Organisationen starke Pressionen aus, damit dieses Modell auch von den afrikanischen Regierungen im Sinne der Einhaltung der Menschenrechte anerkannt werde. In diesem konkreten Fall überschreiten wir meines Erachtens die Grenzen der Moralgeschichte der Menschheit. In anderen Fällen kann ich das Vorhandensein internationaler Programme feststellen, die die Abtreibung und die Sterilisation von Frauen aufzwingen. Diese Politiken sind umso abscheulicher, als der größte Teil der afrikanischen Bevölkerungen fanatischen westlichen Ideologen schutzlos ausgeliefert ist. Die Armen bitten um ein wenig Unterstützung und die Menschen sind grausam genug, um ihren Geist zu verderben. Afrika und Asien müssen ihre Kulturen und ihre eigenen Werte unbedingt schützen. Die internationalen Organisationen haben in der Tat keinerlei Recht, diesen neuen malthusianischen und brutalen Kolonialismus zu praktizieren. Aus Unwissenheit oder Komplizenschaft wären die afrikanischen und asiatischen Regierungen schuld daran, wenn ihre Völker euthanasiert würden. Die Menschheit verlöre so viel, wenn diese Kontinente in dem dichten Morast versinken würden, der sich nicht von dem einem unmenschlichen Ideal zugewandten Globalismus unterscheidet, der in Wirklichkeit eine abscheuliche oligarchische Barbarei ist.

Der Heilige Stuhl muss seine Rolle spielen. Wir können nicht die Propaganda und die Interessengruppen der LGBTLobbys (der Lobbys der Lesben, Schwulen, Bi- und Transsexuellen) akzeptieren. Der Vorgang ist umso beunruhigender, als er sich rasant und erst jüngst abspielt. Woher kommt dieser erzwungene Wille, die Gendertheorie durchzusetzen? Eine anthropologische Sicht, die noch vor einigen Jahren unbekannt war – das Ergebnis des sonderbaren Denkens einiger Soziologen und Schriftsteller wie Michel Foucault –, sollte damit zum neuen Eldorado der Welt werden? Vor einem solchen unmoralischen und dämonischen Betrug ist es unmöglich, untätig zu bleiben.

Papst Franziskus kritisiert zu Recht das Vorgehen des Dämons, der daran arbeitet, die Fundamente der christlichen Zivilisation zu untergraben.

kath.net-Lesetipp!
Gott oder Nichts
Ein Gespräch über den Glauben
Von Nicolas Diat; Robert Sarah
Sonstiger Urheber Georg Gänswein; Übersetzt von Katrin Krips-Schmidt; Claudia Reimüller
Hardcover, 399 Seiten
2015 Fe-Medienverlag
ISBN 978-3-86357-133-7
Preis 18.30 EUR

Bestellmöglichkeiten bei unseren Partnern:

- Link zum kathShop

- Buchhandlung Christlicher Medienversand Christoph Hurnaus:

Für Bestellungen aus Österreich und Deutschland: [email protected]

Für Bestellungen aus der Schweiz: [email protected]
Alle Bücher und Medien können direkt bei KATH.NET in Zusammenarbeit mit der Buchhandlung Christlicher Medienversand Christoph Hurnaus (Auslieferung Österreich und Deutschland) und dem RAPHAEL Buchversand (Auslieferung Schweiz) bestellt werden. Es werden die anteiligen Portokosten dazugerechnet. Die Bestellungen werden in den jeweiligen Ländern (A, D, CH) aufgegeben, dadurch entstehen nur Inlandsportokosten.





Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Familie

  1. „Menschliches Leben ist Geschenk und muss mit Respekt, Fürsorge und Dankbarkeit angenommen werden“
  2. Zehn Gespräche, bevor man „Ja“ sagt
  3. Katholischer 'Familienverband Wien' wirbt mit gleichgeschlechtlichen Paaren
  4. US-Bundesstaat Oregon verweigert Adoption für christliche Mutter
  5. Texas: Adoptionen im letzten Jahr um 30 Prozent gestiegen
  6. US-Unternehmen führt Babybonus für Mitarbeiter ein
  7. Kroatien: Regierung will Sonntagsöffnung deutlich einschränken
  8. Neigung vor Gott und Zuneigung zum Menschen
  9. Lebenslänglich für zwei Menschen
  10. Warum Linke weniger glücklich sind als Konservative







Top-15

meist-gelesen

  1. kath.net ISLAND REISE im JULI 2026 - ANMELDUNG nur mehr bis 25. MÄRZ möglich!
  2. Oktober 2026 - Wunderbares SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  3. Toni Faber und der Zölibat - Beschwerdewelle gegen Wiener Dompfarrer
  4. "Alle Iraner feiern. Die schlimmsten Menschen der Welt weinen"
  5. "Europa hat die Gefahr der islamischen Republik Iran noch immer nicht begriffen"
  6. "Mit Hitler hat es keinen vernünftigen, authentischen und verantwortungsvollen Dialog gegeben!"
  7. Um Gottes willen: „die Waffen nieder“ – Kardinal Brandmüllers Ruf zur liturgischen Vernunft
  8. Ist die Zeit der Barmherzigkeit bald vorbei? Stehen wir kurz vor der Zeit des Gerichts?
  9. Möge die Versöhnung der Kirche in Deutschland gelingen
  10. Brasilianischer Erzbischof droht Teilnehmern an der Alten Messe Exkommunikation an
  11. Der Apostolische Stuhl und die FSSPX: Wenn Extreme sich berühren
  12. 'Ein Katholizismus ohne Beichte ist wie ein Krankenhaus ohne Medikamente'
  13. Österreich: Liturgische Kommission wirbt für Kommunion in beiderlei Gestalt
  14. Ein Gott, der nichts mehr verlangt
  15. „Gemeinnutz vor Eigennutz“: Bischof erntet Kritik für NS-Vergleich in Richtung AfD

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz