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Golfstaaten schotten sich gegenüber den Flüchtlingen ab

9. September 2015 in Aktuelles, 17 Lesermeinungen
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Saudi-Arabien will aber für sie 200 Moscheen in Deutschland bauen


Riad/Kuwait-Stadt (kath.net/idea) Die islamisch geprägten reichen Golfstaaten wollen keine Flüchtlinge aus Syrien aufnehmen. Der kuwaitische Sicherheitsexperte Fahad Al-Shelaimi (Kuwait-Stadt) verteidigte diese Abschottung in einem Interview mit dem Fernsehsender Memri-TV. „Man kann nicht Menschen aus einer anderen Kultur, die auch noch schwer traumatisiert sind, herbringen“, sagte der Vorsitzende des Forums für Frieden und Sicherheit am Golf. Außerdem seien die Lebenshaltungskosten in den Golfstaaten viel höher als in den Aufnahmeländern, die an Syrien grenzen, etwa Libanon oder Jordanien. Im Libanon leben mehr als eine Million Flüchtlinge aus Syrien, in Jordanien Schätzungen zufolge 1,5 Millionen. Nach Al-Shelaimis Worten sollten sie in diesen Ländern bleiben und dort finanziell unterstützt werden.


Libanesische Zeitung kritisiert saudischen König Salman

Ähnlich äußerte sich auch der König von Saudi-Arabien, Salman ibn Abd al-Aziz (Riad). Wie die libanesische Tageszeitung „al Diyar“ berichtet, will er für muslimische Neuankömmlinge in Deutschland aber 200 Moscheen finanzieren. Das solle in Übereinstimmung mit der Bundesregierung geschehen. Die Zeitung kritisierte, dass Saudi-Arabien selbst keine Flüchtlinge aufnehme. Das Land werde so seiner Führungsrolle in der muslimischen Welt nicht gerecht.

Kritik in sozialen Medien: „Die Araber sind die Ungläubigen“

Die Abschottung der Golfstaaten (Vereinigte Arabische Emirate, Katar, Bahrain, Kuwait und Saudi-Arabien) gegenüber Flüchtlingen stößt in den sozialen Medien auf Kritik. In einem Eintrag in Dänemark wird gefragt, wie es sein könne, „dass wir aus der Region unserer muslimischen Brüder geflohen sind, die mehr Verantwortung für uns zeigen sollten als ein Land, das sie als ungläubig bezeichnen“. Ein Syrer antwortet: „Ich schwöre bei Gott, dem Allmächtigen: Die Araber sind die Ungläubigen.“ Auf Twitter sind Fotos von gestrandeten Flüchtlingen auf der griechischen Insel Kos, von Lagern in Mazedonien und von Schiffbrüchigen im Mittelmeer zu sehen – unter der Schlagzeile „#Welcoming Syria’s refugees is a Gulf duty“ (Syriens Flüchtlinge willkommen zu heißen, ist eine Pflicht der Golfländer“. Bereits im vergangenen Jahr kritisierte die Menschenrechtsorganisation Amnesty International das Verhalten der reichen arabischen Golfstaaten als „beschämend“.


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