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Die Terrormiliz IS hat Christen in Europa im Visier

22. Juli 2015 in Aktuelles, 3 Lesermeinungen
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Touristinnen sollen Anschläge auf christliche Stätten verüben - Ein mögliches Ziel für Anschläge sei der Vatikan – Experte: IS bilde derzeit mindestens zehn aus Europa rekrutierte Frauen für Terroreinsätze in Europa aus


London (kath.net/idea) Die Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS) beschränkt ihre Schreckensherrschaft nicht auf den Nahen Osten und Nordafrika, sondern hat auch christliche Stätten in Europa im Visier. Ein mögliches Ziel für Anschläge sei der Vatikan, erklärte der Präsident des Zentrums für strategische, militärische und Sicherheits-Studien in Syrien, Fahad al-Masri. Nach seinen Erkenntnissen plant IS, Attentäterinnen, die als Touristinnen auftreten, nach Europa zu schicken. Dazu bilde IS mindestens zehn aus Europa rekrutierte Frauen innerhalb der Polizeibrigade al-Khansaa aus, teilte al-Masri der britischen Zeitung Daily Mail (London) mit. Die Brigade, der etwa 60 Frauen aus Großbritannien und Frankreich angehören, wird bisher in den von IS kontrollierten Gebieten im Nahen Osten eingesetzt. Die Frauen patrouillieren mit Schnellfeuerwaffen, um zum Beispiel die Einhaltung der Bekleidungsvorschriften zu überwachen, etwa die Verschleierung von Frauen. Zur Abschreckung übergossen im Februar Mitglieder der Polizeibrigade unzureichend verschleierte Frauen mit Säure, so dass sie lebenslang entstellt sind. Laut al-Masri werden die Terroristinnen allerdings in Europa unverschleiert auftreten und sich als Touristinnen tarnen. Das erschwere es den Sicherheitsbehörden, sie zu entdecken, da sie ihr Augenmerk auf Männer richteten. Al-Masri war auch Sprecher der Freien Syrischen Armee, einer Rebellengruppe, die sowohl gegen das Regime von Staatschef Baschar al-Assad wie auch gegen IS kämpft.


Nordafrika als Sprungbrett nach Europa

Die Terrororganisation versucht offenbar, Länder in Nordafrika als Sprungbrett nach Europa zu nutzen, besonders Libyen, das seit der Ermordung des Diktators Muammar al-Gaddafi (1942-2011) im Chaos versinkt. Dort hat sich IS am 20. Juli zur Entführung von drei afrikanischen Christen bekannt, die aus Ägypten, Nigeria und Ghana stammen. Im Juni hatten die Terroristen bereits 88 Flüchtlinge aus Eritrea verschleppt. Dabei wurden gezielt Christen als Opfer ausgesondert. Sie schweben in akuter Lebensgefahr, denn IS hat bereits mehrere Dutzend entführte Christen kaltblütig ermordet. In Tunesien erschossen IS-Terroristen am 26. Juni gezielt ausländische Touristen, darunter auch Deutsche und Briten. Die Terrororganisation versucht auch, ein Standbein im bisher stabilen Marokko zu erhalten. Etwa 1.600 Marokkaner, von denen etliche in Europa leben, werden in Trainingslagern in Syrien ausgebildet. Marokko ist ebenfalls ein beliebtes Urlaubsland für Europäer und damit auch für Christen.

Christen aus dem Nahen Osten vertrieben

Bisher hat IS Christen vor allem aus ihrer Heimat in Syrien und im Irak vertrieben. In Syrien lebten bis 2011 rund 1,1 Millionen Christen; mehr als 700.000 haben das Land auf der Flucht vor dem islamistischen Terror verlassen. Im Irak sind von den mehr als eine Million Christen, die vor dem Einmarsch der US-Truppen 2003 dort lebten, heute noch rund 200.000 übrig. Die Terrormiliz will im Nahen Osten und Nordafrika ein Kalifat errichten, in dem das Religionsgesetz Scharia mit äußerster Brutalität durchgesetzt wird. Christen, die sich weigern, Muslime zu werden oder eine Kopfsteuer zu zahlen, werden getötet, teilweise auch gekreuzigt oder geköpft. Mädchen und Frauen werden auf Märkten als Sex-Sklavinnen an IS-Kämpfer verkauft.


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