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Bischofssynode-Fragebogen: Tiefe Kluft zwischen Kirche und Gläubigen?

5. Mai 2015 in Aktuelles, 6 Lesermeinungen
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Wächst „Reformdruck auf Bischöfe“? - „Es gibt keinen vom katholischen Lehramt autonomen ‚Glaubenssinn der Gläubigen‘. Hinzu kommt, dass sich eine kleine Schar von Katholiken selbst zu ‚den Gläubigen‘ hochstilisiert. Von Prof. Hubert Gindert


Bonn (kath.net/Forum Deutscher Katholiken) „Tiefe Kluft zwischen Kirche und Gläubigen“, so lautet der Titel eines Presseberichtes (Augsburger Allgemeine Zeitung, AZ, 21.04.15), in dem die zweite „Familienumfrage“ des Vatikans vor der Synode der Bischöfe im Oktober 2015 in Rom kommentiert wurde. Der Untertitel dieses Pressebeitrages hieß: „Reformdruck auf Bischöfe wächst“.

Der „Fragenkatalog“ wurde auf den Internetseiten (der) Deutschen Bischofskonferenz und der Diözesen veröffentlicht, um den Gläubigen und den Gemeinden die Möglichkeit zu geben, sich gegenüber ihrem Bistum zu äußern. Aus der Pressemitteilung der Deutschen Bischofskonferenz, 20.4.2015): Auch das Zentralkomitee der Deutschen Katholiken (ZdK), die Deutsche Ordensoberenkonferenz (DOK) und der Katholisch-Theologische Fakultätentag wurden um Stellungnahme gebeten. Wie schon im vergangenen Jahr hat die Befragung bei den Gläubigen ein sehr positives Echo gefunden. Allerdings wurde von vielen beklagt, dass die Fragen oft in einer schwer verständlichen Fachsprache formuliert werden und der Katalog mit 46 Fragen sehr umfangreich war… Die Rückmeldungen zeigen, dass das Leitbild von Ehe und Familie weiterhin breite Zustimmung unter den Gläubigen findet. Allerdings erwarten die meisten ein größeres Verständnis der kirchlich Verantwortlichen für Lebensformen, die diesem Leitbild nicht vollkommen entsprechen. So wurden die meisten Kommentare zu den Fragen gegeben, die den Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen mit Paaren, die in einer nur zivilen Ehe oder ohne Trauschein zusammenleben, und mit homosexuellen Lebensgemeinschaften betreffen. Hier erwartet ein Großteil der Gläubigen eine Weiterentwicklung der kirchlichen Lehre und eine größere Offenheit gegenüber der heutigen Lebenswirklichkeit“.


Die „Augsburger Allgemeine Zeitung“ zieht folgende Schlussfolgerung aus dem o.a. Bericht der Deutschen Bischofskonferenz: „Vor allem der Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen, die von der Kommunion ausgeschlossen sind, hat sich für die Kirche zum ernsthaften Problem entwickelt. Die Rufe nach einer Reform werden lauter. Die deutschen Bischöfe haben das erkannt. Auf Seite 14 des achtzehn Seiten umfassenden Papiers stellen sie fest: ‚Es kann kein Zweifel bestehen, dass hier eine Schlüsselstelle für die Glaubwürdigkeit der Kirche bestehen bleibt‘“.

Doch vielmehr ist es keine Frage, dass mit dem Problem der „geschiedenen Wiederverheirateten“ die Glaubwürdigkeit der Kirche auf dem Spiel steht, weil hier das Wort Christi „Was Gott verbunden hat, darf der Mensch nicht trennen“ zur Diskussion steht.

Die Auseinandersetzung ist deswegen so hart, weil nur mehr die katholische Kirche an Christi Wort festhält. Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Alois Glück „befürchtet eine zunehmende Polarisierung zwischen dem Lehramt und dem ‚Glaubenssinn der Gläubigen“, wie er dem ‚Münchner Merkur‘ sagte“ (Konradsblatt 16, 2015, S. 4).

Alois Glück bemüht den „Glaubenssinn der Gläubigen“ für seine Argumentation. Zum „übernatürlichen Glaubenssinn der Gläubigen“ sagt der Katechismus der Katholischen Kirche (KKK, Ziff 889):

„Um die Kirche in der Reinheit des von den Aposteln überlieferten Glaubens zu erhalten, wollte Christus, der ja die Wahrheit ist, seine Kirche an seiner eigenen Unfehlbarkeit teilhaben lassen. Durch den ‚übernatürlichen Glaubenssinn‘ hält das Gottesvolk unter der Leitung des lebendigen Lehramtes der Kirche den Glauben unverlierbar fest“ und weiter, „der pastorale Auftrag des Lehramtes ist es, zu wachen, dass das Gottesvolk in der befreienden Wahrheit bleibt“ (Ziff 890). Es gibt demnach keinen autonomen „Glaubenssinn der Gläubigen“. Hinzu kommt, dass sich eine kleine Schar von Katholiken selbst zu „den Gläubigen“ hochstilisiert. In der o.a. Pressemitteilung der Deutschen Bischofskonferenz vom 20.4.15 wird nicht zahlenmäßig angegeben, wie umfangreich das „sehr positive“ Echo ist. Da ist die AZ vom 21. April 15 schon offener. Dort heißt es: „Wegen der für ‚normale‘ Katholiken schwer verständlichen 46 Fragen fiel die Teilnahme an der Fragebogenaktion bundesweit gering aus. So gingen etwa im Bistum Augsburg seit Januar nur 26, im Bistum Eichstätt 33 und im Bistum Würzburg 28 Rückmeldungen ein“.

Selbst wenn man berücksichtigt, dass nur 10% der Katholiken, gemessen an dem stichhaltigen Kriterium des sonntäglichen Gottesdienstbesuches regelmäßigen Kontakt zur Kirche haben, darf gefragt werden, ob solche Teilnehmerzahlen an der Umfrage die Gläubigen „repräsentieren“ können?

Prof. Dr. Hubert Gindert (Foto) ist der Initiator und Vorsitzende des Forums Deutscher Katholiken. Als Vorsitzender des Diözesanrates des Bistums Augsburg war er von 1990 bis 1994 Mitglied im Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK). Seit 1996 ist Hubert Gindert Chefredakteur der katholischen Monatszeitschrift „Der Fels“. Siehe auch Eintrag auf kathpedia.

K-TV-Interview mit Prof. Hubert Gindert



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Lesermeinungen

 Rolando 6. Mai 2015 
 

Weiterentwicklung

Die Weiterentwicklung der Kirchlichen Lehre bedeutet tiefer zu gehen, ergründen, im Gebet den Hl. Geist um Erleuchtung bitten, nicht dem Zeitgeist anpassen und alles relativieren. Wenn sich die Kirche der Welt anpassen soll ist sie überflüssig. Doch es kommt die Zeit, wo allein die Kirche,(Jesus) als Heilbringend erkannt wird.


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 bellis 6. Mai 2015 

Danke Prof. Gindert

"Allerdings erwarten d.meisten ein größeres Verständnis der kirchl. Verantwortlichen für Lebensformen,die diesem Leitbild nicht vollkommen entsprechen."Die Kirche hat d.wahre u. damit das größte Verständnis,wenn sie Sünde Sünde nennt u.zur Umkehr aufruft. Schönfärberei u.Relativierung ist nicht nur kein Verständnis,sondern noch schädlich."eine Weiterentwicklung der kirchlichen Lehre".Eine Weiterentwicklung impliziert Besseres,Höheres,aber hier ist das Wort falsch,Abweichung von der Wahrheit ist immer Abwärtsentwicklung."Offenheit gegenüber der Lebenswirklichkeit" also gegenüber d. Sünder kann nur Umkehr sein. "wiederverheirateten Geschiedenen,die von der Kommunion ausgeschlossen sind,"sie schließen sich selbst aus,das ist die korrekte Tatsache.Die lächerlich wenigen Rückmeldungen zeigen das geringe Interesse der "wiederverheiratet Geschiedenen" u. offenbaren vielmehr, dass es sich hier nur um ein Interesse von Lobbyisten handelt,eben das der üblichen Nichtkatholiken DBK, ZDK und DOK


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 Ehrmann 5. Mai 2015 

Die Tendenz zur Selbsterlösung ist ein schleichendes Gift in unserer Kirche

-und Wurzel des Liberalismus, des Indifferentismus. Eine Wahrheit kann nur tragen und Vertrauen wecken, wenn sie als absolut erkannt und anerkannt wird, daß sie von Gott kommt.


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 Poldi 5. Mai 2015 
 

Mir kommen bei diesem Thema eigentlich immer wieder die gleichen Fragen:

1. Warum erkennt die Kirche in dieser Diskussion und der Feststellung der Distanz zwischen Lehre und Praxis nicht die massive Aufforderung zur Katechese?

2. Die Bischöfe geben sich betont selbstkritisch. Warum reicht aber die Selbstkritik nicht so weit, einzugestehen, dass diese Verwirrung heute vor allem selbstgemacht ist, um daraus zu lernen und einen neuen Anfang zu machen?

3. Hat die Kirche Angst, klare Worte zu sprechen, weil man mit Kritik und Widerständen nicht differenziert umgehen kann, und es lieber allen recht machen möchte (egal ob Erwartungen berechtigt od. unberechtigt sind)?

4. Fehlt es vielleicht bei Bischöfen, Priestern und anderen Verantwortlichen in der Kirche an Verständnis über die Wahrheit und Vernünftigkeit der Lehre, und Reflexion derselben?

5. Gibt man durch eine völlig ergebnisoffene Diskussion nicht gerade der Verwirrung und Enttäuschung weiteren Raum, weil Erwartungen geweckt werden, die aus Treue zur Lehre nicht erfüllt werden können?


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 Kardiologe 5. Mai 2015 
 

Liberalismus

Liberalismus ist eine grundsätzliche politische Haltung, die gerade verhindern will, dass aktivistische Kleingruppen die Gesellschaft bzw. in konkreto hier die Kirche zu vereinnahmen versuchen. Der Liberalismus will auch die Begrenzung der Staatsgewalt. Zur sache selbst ist Prof. Gindert völlig zuzustimmen.


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 Suarez 5. Mai 2015 

Der Liberalismus ist kein neues Phänomen in der Kirche

Schon Guardini hat sich damit in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts herumgeschlagen. So sagte er: "Echte Praxis aber, das heißt, richtiges Handeln, geht aus der Wahrheit hervor, und um die muss gerungen werden."

In einem Vortrag über Guardini betont Joseph Ratzinger: "Der Nachdruck, den er[Guardini] auf den Vorrang des Logos vor dem Ethos schon in seiner ersten Veröffentlichung, in dem kostbaren kleinen Band 'Vom Geist der Liturgie' legte, war für ihn ganz und gar kein Streit um Theorien, sondern so praktisch, wie nun gerade die absichtslose Wahrheit praktisch ist."

Für Guardini folgt der Glaubensgehorsam aus der Wahrheitsbeziehung des Menschen und seiner Weise des Freiwerdens. Die Anbetung als Kern des Wahrnehmens und Annehmens von Wahrheit. Damit rückt die Liturgie in den Mittelpunkt des Glaubens, sie trägt ihn letztendlich.

Der heutige Modernismus/Liberalismus fehlt die authentische Anbetung. Sie wird ersetzt durch das Selbstgemachte, das, was nicht von Gott kommt.


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